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BösglÀubigkeit schlÀgt Duldung: kein Bestandsschutz bösglÀubig erlangter Markenrechte durch Zeitablauf

Das vorliegende Urteil des Gerichtshofs der EuropĂ€ischen Union (EuGH) stellt klar, dass die Einrede der Verwirkung durch Duldung im Markenrecht nicht greift, wenn die jĂŒngere Marke bösglĂ€ubig angemeldet wurde. Selbst wenn der Inhaber der Ă€lteren Marke die Benutzung ĂŒber mehrere Jahre hinnimmt oder in einer Abmahnung Fristen zur Klageerhebung setzt, bleibt die Geltendmachung der Nichtigkeit wegen BösglĂ€ubigkeit möglich. Damit prĂ€zisiert der EuGH das VerhĂ€ltnis zwischen Rechtssicherheit und Missbrauchsschutz und stellt klar, dass bösglĂ€ubig erlangte Markenrechte keinen Bestandsschutz durch Zeitablauf geniessen.

Le prĂ©sent arrĂȘt de la Cour de justice de l’Union europĂ©enne (CJUE) prĂ©cise que l’exception de dĂ©chĂ©ance par tolĂ©rance ne s’applique pas en droit des marques si la marque plus rĂ©cente a Ă©tĂ© dĂ©posĂ©e de mauvaise foi. MĂȘme si le titulaire de la marque antĂ©rieure tolĂšre l’usage pendant plusieurs annĂ©es ou fixe des

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Praxis des ImmaterialgĂŒterrechts in Europa

«Das war heute ganz grosses IP-Kino!», sagte Sven StĂŒrmann, PrĂ€sident der Beschwerdekammern des EUIPO am Schluss dieser Fachtagung. Bereits am Wochenende hatte ein gemeinsamer Ausflug ins Wintersportgebiet Flumserberg Gelegenheit zum informellen Austausch geboten und die Tagung «Praxis des ImmaterialgĂŒterrechts in der EU und in der Schweiz» setzte den fachlichen Schwerpunkt. Sie stand erneut unter der Leitung von Michael Ritscher und wurde von Christoph Gasser organisiert. In bewĂ€hrtem Rahmen brachte der Anlass Fachpersonen aus ganz Europa zusammen, um aktuelle Fragen des ImmaterialgĂŒterrechts praxisnah zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.

«C’était aujourd’hui du grand cinĂ©ma de la PI !», a dĂ©clarĂ© Sven StĂŒrmann, prĂ©sident des chambres de recours de l’EUIPO, Ă  la fin de cette confĂ©rence. DĂ©jĂ 

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«BDSwiss» Handelsgericht Bern vom 26. August 2025

MSchG 47 ff., 47 I, II.

Der kennzeichenmĂ€ssige Gebrauch von «Swiss» und des Schweizerkreuzes in Firma, Domain und Onlineauftritt ist im schweizerischen Finanzdienstleistungssektor weit verbreitet und wird aufgrund der Bekanntheit des Schweizer Finanzplatzes als Herkunftshinweis verstanden (E. 8.4, E. 9.1–9.2).

MSchG 47 III a, 51a; ZPO 55.

Der Benutzer einer Herkunftsangabe (hier: «Swiss», Schweizerkreuz) muss beweisen, dass diese zutreffend ist. Kommt er seiner Behauptungs- und Substanziierungslast hinsichtlich des Ortes der tatsĂ€chlichen Verwaltung nicht nach, unterbleibt ein Beweisverfahren und die Folgen der Beweislosigkeit sind zu gewĂ€rtigen (E. 10.2.1–10.2.2, 10.3.6–10.3.8).

MSchG 47 III a, 49 I; MSchV 52o.

Die Benutzung einer Herkunftsangabe (hier: «Swiss», Schweizerkreuz) bei Dienstleistungen ist zulÀssig, wenn sie dem GeschÀftssitz derjenigen Personen entspricht, welche die Dienstleistung erbringt, und

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«Pegasus» Tribunal fédéral du 1er septembre 2025

LTF 56 II.

Une restriction au droit d’accĂšs aux piĂšces produites par l’autre partie dans le cadre de la procĂ©dure est possible pour tenir compte d’intĂ©rĂȘts publics prĂ©pondĂ©rants (consid. 2).

LTF 105.

Parmi les informations figurant sur Internet, ne sont considĂ©rĂ©es comme des «faits notoires» que celles qui sont assorties d’une «empreinte officielle», Ă  l’instar des horaires CFF; des articles de mĂ©dias ne constituent ainsi pas des faits notoires (consid. 4.2).

LTrans 7 I b et c.

Une demande d’accĂšs fondĂ©e sur la loi sur la transparence peut ĂȘtre refusĂ©e en la prĂ©sence d’enjeux de sĂ©curitĂ©, lesquels constituent un intĂ©rĂȘt public prĂ©pondĂ©rant (consid. 5–6).

BGG 56 II.

Eine BeschrĂ€nkung des Zugangs zu den von der anderen Partei im Rahmen des Verfahrens eingereichten Urkunden ist möglich, um ĂŒberwiegende öffentliche Interessen zu berĂŒcksichtigen (E. 2).

BGG

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Zur BösglÀubigkeit des Anmelders eines ausgelaufenen Patents als Unionsmarke

|Der Entscheidung des EuGH vom 19. Juni 2025 (Rs. C-17/24) liegt ein Vorabentscheidungsersuchen der «Cour de cassation», des höchsten Gerichts der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Frankreich, zugrunde. Im Zentrum der drei Vorlagefragen der «Cour de cassation» stehen das VerhĂ€ltnis und die Anwendungsbereiche der beiden absoluten NichtigkeitsgrĂŒnde des Art. 52 Abs. 1 Buchst. a) und b) VO Nr. 207/2009 und das absolute Eintragungshindernis i.S.d. Art. 7 Abs. 1 Buchst. e) Ziff. ii) VO Nr. 207/2009, auf das Art. 52 Abs. 1 Buchst. a) VO 207/2009 Bezug nimmt. Zudem hat der EuGH in diesem Urteil wesentliche Aussagen betreffend das fĂŒr Art. 52 Abs. 1 Buchst. b) VO Nr. 207/2009 relevante Merkmal der «BösglĂ€ubigkeit des Anmelders einer Marke» getroffen.

Kern des Rechtsstreits war die Anmeldung von Unionsmarken, die geeignet waren, die bereits durch ein Patent geschĂŒtzte

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«Niemand ist so beflissen, immer neue EindrĂŒcke zu sammeln, als derjenige, der die alten nicht zu verarbeiten versteht.»

Der Gerichtshof der EuropĂ€ischen Union hat mit seinem Urteil vom 4. September 2025, LEGO A/S v. PozitĂ­v EnergiaforrĂĄs Kft. (C-211/24), betont, dass die fĂŒr die Beurteilung von SchutzfĂ€higkeit und Schutzumfang eines Geschmacksmusters zentralen Begriffe «informierter Benutzer» und «Gesamteindruck» einheitlich auszulegen sind. Hiernach ist der «informierte Benutzer» eine besonders aufmerksame, mit dem Formenschatz des betreffenden Bereichs vertraute Person, die Unterschiede im Erscheinungsbild bewusst wahrnimmt, ohne diese wie ein Fachmann technisch zu prĂŒfen. Der «Gesamteindruck» ist die visuelle Gesamtwirkung, die ein Geschmacksmuster beim informierten Benutzer hervorruft, ohne technische Analyse. Dies gilt trotz der zugrundeliegenden technischen Merkmale und des Ausnahmecharakters von Art. 8 Abs. 3 Verordnung (EG) Nr. 6/2002 auch fĂŒr Geschmacksmuster modularer Systeme.

Auch bei den «guten GrĂŒnden»

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«ApeSwap (fig.)/APE COINS» Bundesverwaltungsgericht vom 11. Dezember 2025

MSchG 7 I; PVÜ 4.

GemĂ€ss Art. 4 PVÜ können Angehörige der VerbandslĂ€nder sowie Personen mit Wohnsitz oder Handelsniederlassung in denselben das PrioritĂ€tsrecht der PVÜ beanspruchen. Art. 7 Abs. 1 MSchG erweitert diesen Kreis der Berechtigten auf alle Markenanmeldenden der VerbandslĂ€nder (E. 4.2.3).

MSchG 9 I.

Das IGE ist nur gehalten, einen PrioritĂ€tsbeleg einzufordern, wenn Anhaltspunkte fĂŒr Unklarheiten bestehen, welche durch einen solchen Beleg ausgerĂ€umt werden können; eine Gegenpartei kann entsprechende Unklarheiten im Widerspruchsverfahren aufzeigen (E. 4.4).

MSchG 3 I c.

Der Umstand, dass beanspruchte Software unterschiedliche Verwendungszwecke hat, schliesst lediglich die Annahme der Warengleichheit, nicht aber der Warengleichartigkeit aus (E. 7.2).

MSchG 3 I c.

Aufgrund von tatsÀchlichen Eintragungen eines Zeichenbestandteils (hier: «Ape») in Markenregistern darf nicht auf eine

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