Par arrĂȘt rendu le 5 octobre 2022, la Cour de cassation française a jugĂ© quâun demandeur est recevable Ă agir en contrefaçon (action dĂ©lictuelle basĂ©e sur un droit de propriĂ©tĂ© intellectuelle) Ă lâencontre de la violation, par sa contrepartie, dâun contrat de licence de logiciel. Il sâagit dâune modification importante de la jurisprudence française qui, en application du principe de «non-cumul», prĂ©voyait jusque-lĂ que la responsabilitĂ© dĂ©lictuelle Ă©tait Ă©cartĂ©e au profit de la responsabilitĂ© contractuelle dans un tel cas. Lâobjectif de la prĂ©sente contribution est dâexaminer briĂšvement cette question Ă lâaune du droit suisse.
Mit Urteil vom 5. Oktober 2022 hat der französische Kassationsgerichtshof entschieden, dass eine klagende Partei die Gegenpartei aufgrund eines Verstosses gegen einen Software-Lizenzvertrag wegen FĂ€lschung verklagen kann (Klage aus unerlaubter Handlung auf der Grundlage eines Rechts am geistigen Eigentum). Dabei handelt es sich um eine bedeutende Ănderung in der französischen Rechtsprechung. Diese hatte bisher in Anwendung des sogenannten «Kumulierungsverbots» die Auffassung vertreten, dass in einem solchen Fall die deliktsrechtliche Haftung hinter die vertragsrechtliche Haftung zurĂŒcktreten mĂŒsse. Mit dem folgenden Beitrag soll kurz geprĂŒft werden, wie diese Frage im schweizerischen Recht behandelt wird.
Thomas Widmer | sic! 2023 Ausgabe 6