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Berichte / Rapports

Ab dem 1. Januar 2011 muss jeder Anmelder eines europĂ€ischen Patents, der die PrioritĂ€t einer Voranmeldung in Anspruch nimmt, die Recherchenergebnisse des Voranmeldeamts beim EPA einreichen. Das neu eingefĂŒhrte Verfahren provoziert nicht zuletzt verschiedene praktisch relevante Fragen. Der Beitrag versucht Antworten auf diese Fragen zu geben.

Stefan LuginbĂŒhl | sic! 2010 Ă©dition 12



Mit der Verabschiedung des internationalen Standards ISO 10668 «Brand valuation – Requirements for monetary brand valuation» sollen die methodischen Vorgaben zur monetĂ€ren Markenwertmessung auf internationaler Ebene im Sinne einer «Best Practice-Anleitung» vereinheitlicht werden. Der Beitrag stellt den neuen internationalen Standard und seine Anforderungen an die Bewertung sogenannter «Brands» vor. Von Bedeutung ist, dass neben finanzorientierten und verhaltenswissenschaftlichen Aspekten eine materielle rechtliche Analyse zwingend in den Bewertungsprozess einzubeziehen ist.

JĂŒrg Simon / Patrick Schutte | sic! 2010 Ă©dition 12



Die Möglichkeiten und Grenzen der Patentierbarkeit computerimplementierter Erfindungen sind im EuropĂ€ischen Patentrecht bis heute nicht hinreichend geklĂ€rt. Vor diesem Hintergrund hat die PrĂ€sidentin des EuropĂ€ischen Patentamts (EPA) von ihrem Recht Gebrauch gemacht, der Grossen Beschwerdekammer vier Rechtsfragen vorzulegen, welche fĂŒr die Erteilungspraxis des EPA bei computerimplementierten Erfindungen und fĂŒr die Grenzziehung gegenĂŒber der Patentierung von Computerprogrammen «als solchen» von grundsĂ€tzlicher Bedeutung sind. Zur Beantwortung der Vorlagefragen hat sich die Grosse Beschwerdekammer eingehend mit dem Ansatz der Beschwerdekammern des EPA auseinandergesetzt und die bisherige Praxis bestĂ€tigt. Die Entscheidung bringt damit zwar nichts Neues, fasst aber die Rechtslage in wichtigen Streitpunkten zusammen und bringt den Status quo im EuropĂ€ischen Patentrecht auf den Punkt.

Florent Thouvenin | sic! 2010 édition 11



Am 15. Februar 2010 ist die lange erwartete und aussergewöhnlich umfangreiche Entscheidung G 1/07 zum Patentierungsausschluss chirurgischer Verfahren ergangen, in der die Grenzen dieses Patentierungsausschlusses durch die Grosse Beschwerdekammer des EPA neu gezogen werden. Im vorliegenden Beitrag sollen die wesentlichen Aussagen der Entscheidung vorgestellt und diskutiert werden. Abschliessend werden einige praktische Überlegungen zur Abfassung von Patentanmeldungen im medizintechnischen Bereich angestellt.

Andreas Detken | sic! 2010 édition 10



Der Schutz des geistigen Eigentums ist fĂŒr europĂ€ische Unternehmen eine der kritischen Herausforderungen, die sich aus der GeschĂ€ftstĂ€tigkeit in China ergeben. WĂ€hrend frĂŒher verbreitet Resignation darĂŒber herrschte, dass eine gerichtliche Durchsetzung von Rechten gegen chinesische Verletzer kaum aussichtsreich war, hat sich der Schwerpunkt in den letzten Jahren verlagert. Es geht inzwischen stĂ€rker darum, das komplexe Instrumentarium der juristischen Möglichkeiten zu verstehen und optimal auszunutzen. Hinzu kommt, dass chinesische Unternehmen inzwischen auch zu strategischen Wettbewerbern beim Aufbau und der Durchsetzung eines IP-Portfolios geworden sind.

Jörg-Michael Scheil / Paolo Beconcini | sic! 2010 édition 10



Les services Ă  valeur ajoutĂ©e peuvent s’avĂ©rer fort dangereux pour le consommateur, eu Ă©gard notamment aux factures parfois exorbitantes qui en dĂ©coulent. AprĂšs avoir cernĂ© la notion de «services Ă  valeur ajoutĂ©e» ainsi que ses principaux cas d’application, l’auteur passe en revue les dispositions lĂ©gales visant Ă  protĂ©ger le consommateur contre ces pratiques, en s’intĂ©ressant plus particuliĂšrement aux derniĂšres modifications lĂ©gislatives entrĂ©es en vigueur en janvier et juillet 2010.

Nicolas Dutoit | sic! 2010 édition 10



Die Urteile haben klargestellt, dass Google mit seinem Keyword-Advertising-Angebot keine Markenverletzung begeht, obschon das Unternehmen die technischen Voraussetzungen zur VerfĂŒgung stellt, damit Werbekunden fĂŒr das Aufschalten der von ihnen bezahlten Anzeigen Zeichen als Keyword auswĂ€hlen können, die mit geschĂŒtzten Marken Dritter identisch oder Ă€hnlich sind.

Heike Schulz / Simon Holzer | sic! 2010 édition 9



Das Bundesverwaltungsgericht blickt auf sein drittes TĂ€tigkeitsjahr zurĂŒck. Es war im Bereich der EintragungsfĂ€lle vornehmlich mit Zeichen englischer Sprache befasst und hatte zahlreiche, unterschiedlich gelagerte FĂ€lle zu Herkunftsangaben zu entscheiden. Eine PrĂ€zisierung der Rechtsprechung ist insbesondere bei den notorisch bekannten Marken zu verzeichnen.

Miriam Sahlfeld / Kathrin Bigler | sic! 2010 édition 9



Acht Jahre nach dem Inkrafttreten der Gemeinschaftsgeschmacksmusterverordnung eröffnete sich dem Gericht der EuropĂ€ischen Union erstmals die Möglichkeit, sich zu Hauptfragen der GĂŒltigkeit bzw. der Verletzung eines Gemeinschaftsgeschmacksmusters zu Ă€ussern. Das Gericht entschied, dass ein Gemeinschaftsgeschmacksmuster fĂŒr «Werbeartikel fĂŒr Spiele» mit einem prioritĂ€tsĂ€lteren Gemeinschaftsgeschmacksmuster kollidiert. Die Ähnlichkeiten seien selbst bei einer WĂŒrdigung des geringen dem Entwerfer zur VerfĂŒgung stehenden Gestaltungsspielraums so ausgeprĂ€gt, dass beim informierten Benutzer kein anderer Gesamteindruck erweckt werde.

Christoph Gasser | sic! 2010 édition 7-8



Erfolgt die Kritik am Einsatz des Kennzeichens eines Wettbewerbteilnehmers unter Verwendung eben dieses Kennzeichens in abgeĂ€nderter Form, stellt sich die Frage, wie viel und welche Art Parodie die MeinungsĂ€usserungsfreiheit zulĂ€sst bzw. ob durch Kritik in dieser Form das Persönlichkeitsrecht des Wettbewerbteilnehmers verletzt und er in unlauterer Art und Weise herabgesetzt wird. Der Einzelrichter entschied im Massnahmeverfahren betreffend «Davidoff» gegen «Davideath» anlĂ€sslich der BestĂ€tigungsverhandlung zugunsten der MeinungsĂ€usserungsfreiheit. Das Urteil wurde mĂŒndlich eröffnet und begrĂŒndet. Die wesentlichen ErwĂ€gungen werden in diesem Beitrag zusammengefasst.

Andreas Heierli / Salome Wolf | sic! 2010 édition 5



Art. 7 Abs. 1 lit. b der Verordnung (EG) Nr. 40/94 des Rates ĂŒber die Gemeinschaftsmarke. Ein einfaches Satzzeichen ist nicht geeignet, als Hinweis auf die betriebliche Herkunft der mit ihm gekennzeichneten Waren und Dienstleistungen zu dienen. Verbraucher nehmen ein simples Ausrufezeichen als werbemĂ€ssige Anpreisung oder Blickfang wahr. Demzufolge entbehrt ein solches Zeichen der wesentlichen Funktion einer Marke und kann nicht als Gemeinschaftsmarke eingetragen werden.

Birgit Weil | sic! 2010 édition 4



Die Suchmaschinenbetreiberin Google Inc. (Google) scannt Buchinhalte in elektronischer Form ein und stellt sie der Öffentlichkeit unter der Internet-Plattform «Google Books» zur VerfĂŒgung. Autoren, Verlage und Buchhandlungen weltweit sind der Ansicht, Google verletze damit ihre Urheberrechte. Google dagegen vertritt die Auffassung, ihr Vorgehen sei durch die US-amerikanische fair use doctrine gerechtfertigt.

Dirk Spacek | sic! 2010 édition 3



In seinem Urteil Rs. C-301/07 «Pago/Tirolmilch» vom 6. Oktober 2009 hat sich der EuGH im Rahmen eines Vorabentscheidungsverfahrens nach Art. 234 EG zur notwendigen geografischen Ausdehnung geĂ€ussert, die vorhanden sein muss, um einen Markeninhaber in den Genuss der durch Art. 9 Abs. 1 lit. c der Verordnung (EG) Nr. 40/94 gewĂ€hrten Vorteile kommen zu lassen. Nach Ansicht des EuGH ist die genannte Bestimmung dahingehend auszulegen, dass eine Gemeinschaftsmarke dafĂŒr bei einem wesentlichen Teil des massgeblichen Publikums und in einem wesentlichen Teil des Gemeinschaftsgebiets bekannt sein muss. Weiter muss das Gebiet des betreffenden Mitgliedstaats angesichts der konkreten UmstĂ€nde als wesentlicher Teil des Gemeinschaftsgebiets angesehen werden können. Im konkreten Fall bejahte der EuGH das Vorliegen einer Gemeinschaftsmarke, die im gesamten Gebiet eines Mitgliedstaats (Österreich) bekannt ist, und beurteilte die in Art. 9 Abs. 1 lit. c der Verordnung (EG) Nr. 40/94

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Stefan BĂŒrge | sic! 2010 Ă©dition 2



Der Ministerrat der EU hat in BrĂŒssel eine politische Grundentscheidung ĂŒber die Kernelemente fĂŒr die Reform des europĂ€ischen Patentsystems getroffen. Die Minister billigten am 4. Dezember 2009 die Verordnung ĂŒber das EU-Patent (nach dem Vertrag von Lissabon wird dieses jetzt als «EU-Patent», nicht mehr als «Gemeinschaftspatent» bezeichnet), die jetzt zur weiteren Beratung an das EuropĂ€ische Parlament verwiesen wird. Die EU-Patentverordnung soll es ermöglichen, dass Erfindungen mit der Patenterteilung sofort EU-weiten Rechtsschutz geniessen. Ausserdem sprachen sich die Minister dafĂŒr aus, ein einheitliches europĂ€isches Patentgericht zu schaffen. Damit sollen die Durchsetzung von Patenten erleichtert und widersprĂŒchliche Entscheidungen nationaler Gerichte vermieden werden. Beides zusammen fĂŒhrt dazu, dass Unternehmen innovative Technologie zu geringeren Kosten schĂŒtzen können und Rechtsstreitigkeiten einfacher und kalkulierbarer werden.

Eva-Maria Strobel | sic! 2010 édition 2



Mit seinem Urteil von 30. April 2009 hat sich der EuGH in der Rs C-531/07 in einem Vorabentscheidungsersuchen nach Art. 267 AEUV (ex Art. 234 EG) in Sachen Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft gegen LIBRO Handelsgesellschaft mbH zur österreichischen Rechtsvorschrift ĂŒber die Preisbindung eingefĂŒhrter BĂŒcher geĂ€ussert. Der EuGH kommt zum Schluss, dass die Umsetzung von Buchpreisbindungssystemen verhĂ€ltnismĂ€ssig zu sein hat, damit die BeschrĂ€nkung des freien Warenverkehrs gerechtfertigt werden kann. Der Schutz des Buches als Kulturgut ist gemĂ€ss dem EuGH ein zwingendes Erfordernis des Allgemeininteresses, welches eine BeschrĂ€nkung des freien Warenverkehrs rechtfertigen kann. Eine nationale Regelung, die Importeuren von deutschsprachigen BĂŒchern jedoch untersagt, einen Letztverkaufspreis zu unterschreiten, der nicht an die nationalen Bedingungen im Importstaat angepasst werden konnte, kann jedoch nicht gerechtfertigt werden und gilt als unzulĂ€ssige Massnahme mit gleicher

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David Mamane | sic! 2010 édition 1



Selon le BGH, en cas d’action en dommages-intĂ©rĂȘts sous forme de remise du gain, l’examen de la causalitĂ© suppose de tenir compte de diffĂ©rents facteurs et de distinguer entre la violation de droit d’auteur (la reprise des Ă©lĂ©ments esthĂ©tiques) et les autres Ă©lĂ©ments de l’objet concernĂ© (fonctionnalitĂ©, prix). En cas d’Ɠuvre des arts appliquĂ©s, cet examen est dĂ©licat car la fonctionnalitĂ© joue un rĂŽle important dans la dĂ©cision d’achat de l’objet. AprĂšs le rappel des principes relatifs Ă  la remise du gain (fiction, prĂ©vention, sanction), le BGH admet Ă©galement que le demandeur puisse rĂ©clamer la remise du gain Ă  chaque contrevenant de la chaĂźne de distribution (Verletzerkette).

Yaniv Benhamou | sic! 2009 édition 12



Wie sind die Auswirkungen des seit gut einem Jahr in China geltenden Antimonopolgesetzes? Folgt die sich nun entwickelnde Praxis weltweit anerkannten wettbewerbsrechtlichen Prinzipien? Gibt es typisch chinesische Merkmale im neuen Wettbewerbsrechtsystem? Der Beitrag untersucht die neuen Implementierungsbestimmungen sowie die ersten AusfĂŒhrungsschritte der Wettbewerbsbehörden und Gerichte.

Adrian Emch | sic! 2009 édition 12



Der endgĂŒltige Bericht der EuropĂ€ischen Kommission ĂŒber den Wettbewerb im Arzneimittelsektor wurde am 8. Juli 2009 verabschiedet. Die Kommission kommt zum Schluss, dass sich der Markteintritt von Generika verzögert und die Anzahl neuartiger Arzneimittel auf dem Markt rĂŒcklĂ€ufig ist, und kĂŒndigt an, ihre kartellrechtlichen Untersuchungen im Sektor zu intensivieren und auch Vergleichsvereinbarungen zwischen den Herstellern von OriginalprĂ€paraten und denen von Generika weiter zu prĂŒfen. In diesem Beitrag werden der Bericht und die Empfehlungen der Kommission zusammengefasst und wird, soweit möglich, vergleichend auf die Situation in der Schweiz Bezug genommen.

Mark Schweizer | sic! 2009 édition 11



Das vorliegende Urteil des EuGH befasst sich mit den markenrechtlichen AbwehransprĂŒchen des Lizenzgebers bei einem Verstoss des Lizenznehmers gegen bestimmte Bestimmungen des Lizenzvertrages. Zu beurteilen war die vertragswidrige Belieferung eines Discounters mit LuxusunterwĂ€sche der Marke Christian Dior durch einen Lizenznehmer, der sich in finanziellen Schwierigkeiten befand. Zur Diskussion standen aber nicht die vertragsrechtlichen AnsprĂŒche des Lizenzgebers, sondern dessen markenrechtliche Abwehrrechte. Die französische Cour de cassation, die diesen Fall als letztinstanzliches nationales Gericht zu entscheiden hatte, stellte beim EuGH ein Ersuchen um Vorabentscheidung einer Reihe von Fragen. Diese wurden zusammengefasst wie folgt beantwortet:

Lara Dorigo | sic! 2009 édition 10



Die am 1. April 2010 in Kraft tretende nunmehr dritte Änderung an der AusfĂŒhrungsordnung des EPÜ 2000 seit Inkrafttreten am 13. Dezember 2007 gibt Anlass, die HĂ€ufung von Änderungen durch den Verwaltungsrat der EuropĂ€ischen Patentorganisation zu hinterfragen. Diese Änderungen stehen vordergrĂŒndig im Zusammenhang mit der EPA-internen Initiative «raising the bar», durch welche die Verfahrenseffizienz vor dem EPA beschleunigt werden soll und qualitativ hochwertige Patente zur Erteilung gelangen sollen. Im Speziellen fĂŒhren die aktuellsten Änderungen aber zu einem komplizierten und ineffizienten Verfahren und schrĂ€nken den Anmelder in seinen Gestaltungsfreiheiten stark ein, ohne dass dadurch positive Auswirkungen im Hinblick auf qualitativ hochwertige Patente zu erwarten sind. Die Autoren fĂŒhren eine kritische Diskussion ĂŒber die Änderungen und deren Auswirkungen.

Steffen Frischknecht / Hansjörg Kley | sic! 2009 édition 10



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