Der Gerichtshof der EuropĂ€ischen Union (EuGH) beantwortet in dem vorliegenden Urteil die Frage, ob die Marken-RL noch Raum fĂŒr allgemeine zivilrechtliche Verwirkungsvorschriften nach nationalem Recht lĂ€sst. Mit einer ausgesprochen kurzen BegrĂŒndung verneint er dies, womit er die Rechtsvereinheitlichung höher gewichtet als ein Handeln nach Treu und Glauben.
Dans le prĂ©sent arrĂȘt, la Cour de justice de lâUnion europĂ©enne (CJUE) pose la question de savoir si la directive sur les marques laisse encore place Ă lâapplication au niveau national de dispositions gĂ©nĂ©rales de dĂ©chĂ©ance en matiĂšre civile. Elle rĂ©pond par la nĂ©gative dans un exposĂ© des motifs extrĂȘmement succinct, qui montre quâelle accorde plus dâimportance Ă lâharmonisation juridique quâĂ un comportement de bonne foi.
Bendicht LĂŒthi | sic! 2026 Ă©dition 5
Bei Kollisionen zwischen geschĂŒtzten Weinbezeichnungen mit vorbestehenden Markenrechten ist die Rechtslage in der EU bereits im Jahr 2009 geĂ€ndert worden. In seinem Entscheid C-341/24 hat der EuGH nun geklĂ€rt, dass auf vor Inkrafttreten der Ănderung eingereichte AntrĂ€ge auf EU-weite Ausweitung einer bereits im Ursprungsland geschĂŒtzten Ursprungsbezeichnung fĂŒr Wein noch das alte Recht anwendbar ist. Die praktische Bedeutung liegt im vorliegenden Fall darin, dass unter altem EU-Recht bestehende Ă€ltere Marken noch kein relatives Schutzhindernis fĂŒr die Eintragung der Ursprungsbezeichnungen darstellten.
En cas de conflit entre des appellations viticoles protĂ©gĂ©es et des droits de marque prĂ©existants, la situation juridique dans lâUE a dĂ©jĂ Ă©tĂ© modifiĂ©e en 2009. Dans son arrĂȘt C-341/24, la CJUE a dĂ©sormais prĂ©cisĂ© que les demandes dĂ©posĂ©es avant lâentrĂ©e en vigueur de la modification visant Ă Ă©tendre Ă lâĂ©chelle europĂ©enne une appellation dâorigine dĂ©jĂ protĂ©gĂ©e dans le pays dâorigine restent soumises Ă lâancienne lĂ©gislation. Dans le cas prĂ©sent, cela signifie concrĂštement que les marques antĂ©rieures existant sous lâancien droit europĂ©en ne constituaient pas encore un obstacle relatif Ă lâenregistrement des appellations dâorigine.
Stephanie Stampfli | sic! 2026 édition 5
In der Entscheidung G 1/23 vom 2. Juli 2025 hatte sich die Grosse Beschwerdekammer (GBK) des EPA mit der Frage zu befassen, ob ein Produkt, das bereits vor dem Anmeldedatum des Patents öffentlich verfĂŒgbar ist, von der Fachperson reproduzierbar sein muss, um zum Stand der Technik zu gehören. Die GBK kam zum Ergebnis, dass die Voraussetzung der Reproduzierbarkeit nicht haltbar sei.
In der Entscheidung G 1/24 vom 18. Juni 2025 hatte sich die GBK mit der Frage zu befassen, ob bei der PrĂŒfung der Patentierbarkeit, namentlich der Neuheit und erfinderischen TĂ€tigkeit, die Beschreibung und Figuren auch dann heranzuziehen sind, wenn der Anspruchswortlaut fĂŒr sich genommen hinreichend klar ist. Die GBK kam zum Ergebnis, dass die Beschreibung und Figuren bei der Auslegung von PatentansprĂŒchen stets zu berĂŒcksichtigen sind â auch im PrĂŒfungs- und Einspruchsverfahren.
Dans la dĂ©cision G 1/23 du 2 juillet 2025, la Grande Chambre de recours de lâOEB a dĂ» se pencher sur la question de savoir si un produit dĂ©jĂ accessible au public avant la date de dĂ©pĂŽt du brevet doit ĂȘtre reproductible par un expert pour faire partie de lâĂ©tat de la technique. Elle est parvenue Ă la conclusion que la condition de reproductibilitĂ© nâĂ©tait pas valable.
Dans la dĂ©cision G 1/24 du 18 juin 2025, la Grande Chambre de recours a dĂ» se prononcer sur la question de savoir si, lors de lâexamen de la brevetabilitĂ©, Ă savoir de la nouveautĂ© et de lâactivitĂ© inventive, la description et les figures doivent Ă©galement ĂȘtre prises en considĂ©ration lorsque le libellĂ© des revendications est suffisamment clair en soi. Elle est parvenue Ă la conclusion que la description et les figures doivent toujours ĂȘtre prises en compte dans lâinterprĂ©tation des revendications de brevet, y compris dans les procĂ©dures dâexamen et dâopposition.
Stefan Kohler | sic! 2026 édition 5
Mit Urteil vom 4. September 2025 erlĂ€uterte der EuGH, wann die VerjĂ€hrungsfrist fĂŒr kartellrechtliche SchadenersatzansprĂŒche, die im Nachgang zu einer Entscheidung einer nationalen Wettbewerbsbehörde vor einem Zivilgericht erhoben werden (sog. follow on-Schadenersatzklagen), beginnt. Der EuGH stellte klar, dass der Fristenlauf erst einsetzt, sobald das angerufene Zivilgericht bei seinem Entscheid an die Feststellungen der nationalen Wettbewerbsbehörde gebunden ist. Dies setzte im vorliegenden Fall die Bestandeskraft des Entscheides der nationalen Wettbewerbsbehörde und damit die Erledigung ergriffener Rechtsmittel voraus.
Dans son arrĂȘt du 4 septembre 2025, la CJUE a prĂ©cisĂ© Ă quel moment commence Ă courir le dĂ©lai de prescription pour les actions en dommages-intĂ©rĂȘts fondĂ©es sur le droit de la concurrence, qui sont intentĂ©es devant un tribunal civil Ă la suite dâune dĂ©cision Ă©manant dâune autoritĂ© nationale de la concurrence (actions dites «follow on»). La CJUE a prĂ©cisĂ© que le dĂ©lai ne commence Ă courir quâĂ partir du moment oĂč le tribunal civil saisi est liĂ©, dans sa dĂ©cision, par les conclusions de lâautoritĂ© nationale de la concurrence. Dans le cas prĂ©sent, cela supposait que la dĂ©cision de lâautoritĂ© nationale de concurrence soit dĂ©finitive et donc que tous les recours aient Ă©tĂ© Ă©puisĂ©s.
Laura Borer | sic! 2026 édition 5
Lâaffaire C-2/24 qui a donnĂ© lieu Ă lâarrĂȘt de la Cour de Justice de lâUnion europĂ©enne du 23 octobre 2025 concerne un accord de rĂšglement entre deux acteurs du marchĂ© pharmaceutique. Cet accord prĂ©voyait notamment que le fabricant du mĂ©dicament gĂ©nĂ©rique ne rentrerait pas sur le marchĂ© et sâengageait Ă ne pas concurrencer le fabricant du princeps. AprĂšs analyse de lâaccord de rĂšglement conclu entre les parties, la Commission europĂ©enne a infligĂ© une amende Ă chacune dâelles, considĂ©rant quâil sâagissait dâune restriction de la concurrence par objet, contraire Ă lâart. 101 du TraitĂ© sur le fonctionnement de lâUnion europĂ©enne (TFUE) et lâart. 53 de lâaccord EEE. Le Tribunal de lâUnion europĂ©enne a rejetĂ© le recours des parties qui se sont donc pourvues par-devant la Cour de Justice de lâUnion europĂ©enne. Cette derniĂšre, amenĂ©e Ă se prononcer sur une Ă©ventuelle annulation de lâarrĂȘt de lâinstance infĂ©rieure, a constatĂ©, Ă lâaide de sa jurisprudence Ă©tablie â et importante â que lâexamen de lâaccord de rĂšglement qui avait Ă©tĂ© effectuĂ© Ă©tait exempt de tout reproche. Partant, la Cour a rejetĂ© le pourvoi des sociĂ©tĂ©s requĂ©rantes.
Die Rechtssache C-2/24, die zum Urteil des Gerichtshofs der EuropĂ€ischen Union (EuGH) vom 23. Oktober 2025 gefĂŒhrt hat, betrifft eine Vergleichsvereinbarung zwischen zwei Akteuren des Pharmamarktes. Diese sah insbesondere vor, dass der Hersteller des Generikums nicht auf dem Markt auftreten wĂŒrde und sich verpflichtete, nicht mit dem Hersteller des OriginalprĂ€parats zu konkurrieren. Nach PrĂŒfung der zwischen den Parteien geschlossenen Vergleichsvereinbarung verhĂ€ngte die EuropĂ€ische Kommission gegen beide Parteien eine Geldbusse, da sie der Ansicht war, es handle sich um eine bezweckte WettbewerbsbeschrĂ€nkung, die gegen Artikel 101 des Vertrags ĂŒber die Arbeitsweise der EuropĂ€ischen Union (AEUV) und Artikel 53 des EWR-Abkommens verstösst. Das Gericht der EuropĂ€ischen Union (EuG) wies die Klage der Parteien ab, die daraufhin beim EuGH Berufung einlegten. Dieser musste ĂŒber eine mögliche Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils entscheiden und stellte unter Berufung auf seine stĂ€ndige und umfangreiche Rechtsprechung fest, dass die PrĂŒfung der getroffenen Vergleichsvereinbarung völlig einwandfrei war. Entsprechend wies er die Berufung der klagenden Unternehmen ab.
Mathieu Marchal | sic! 2026 édition 5
23 Richterinnen und Richter des CET-J (Circle Of European Trademark Judges) trafen sich â wie bereits seit 26 Jahren â zum jĂ€hrlichen 2œ-tĂ€gigen Meeting, das jeweils in einer anderen Hauptstadt am örtlichen Obersten Gericht stattfindet. Es wird im Kollegium aus 19 LĂ€ndern â auch Nicht-EU-Mitgliedern â diskutiert zu einzelnen nationalen bedeutenden Verfahren, insbesondere wenn es Vorlagen zum EuGH betrifft. Dabei geht es um das VerstĂ€ndnis neuer drĂ€ngender Rechtsprobleme und Rechtsfragen die sich beim Vergleich zwischen der jeweiligen nationalen Beurteilung stellen. Dabei soll dem EuGH ein Harmonisierungsbedarf nahegelegt oder Vorlagen initiiert werden. In diesem Sinne fand auch ein Besuch beim CJEU statt. In Wien beschĂ€ftigte man sich nun vorrangig mit dem Problem der Anwendung von KI im gerichtlichen Verfahren des Markenrechts und prĂ€zisierte die Aussage, die bereits in RIGA im Jahr 2024 getroffen worden war (GRUR 2025,143): ein sicheres und klares Handlungskonzept ist zu
[âŠ]Marianne Grabrucker | sic! 2026 Ă©dition 3
Der CIPCO IGE Workshop 2025 widmete sich den Herausforderungen von KĂŒnstlicher Intelligenz und DatenflĂŒssen im Kontext des Urheberrechts. Diskutiert wurden technische Grundlagen wie Training, Transparenz und Herausforderungen bei der Weiterentwicklung von Sprachmodellen. Juristische BeitrĂ€ge beleuchteten die politische Debatte in der Schweiz und die Frage nach neuen Regeln im Urheberrecht. Besonders betont wurde die Spannung zwischen Innovationsförderung und Schutz der Kreativen. Industrievertreter stellten ihre GeschĂ€ftsmodelle und Erwartungen an rechtliche Rahmenbedingungen dar. Ăkonomische Analysen hinterfragten die traditionelle BegrĂŒndung des Urheberrechts und diskutierten neue Anreizsysteme fĂŒr Datenproduktion. Auch die Rolle internationaler Organisationen wie der WIPO sowie die Implikationen des EU AI Act fĂŒr die Schweiz wurden thematisiert. Insgesamt zeigte der Workshop die Notwendigkeit klarer, zukunftsfĂ€higer Regeln, um Innovation und Rechtssicherheit zu verbinden.
Le workshop CIPCO/IPI 2025 a Ă©tĂ© consacrĂ© aux dĂ©fis posĂ©s par lâintelligence artificielle et les flux de donnĂ©es dans le contexte du droit dâauteur. Les discussions ont portĂ© sur les fondements techniques tels que lâentraĂźnement, la transparence et les difficultĂ©s liĂ©es au perfectionnement des modĂšles linguistiques. Les contributions juridiques ont Ă©clairĂ© le dĂ©bat politique en Suisse et la question de nouvelles rĂšgles en matiĂšre de droit dâauteur. Lâaccent a Ă©tĂ© mis en particulier sur la tension entre la promotion de lâinnovation et la protection des crĂ©ateurs. Les reprĂ©sentants de lâindustrie ont prĂ©sentĂ© leurs modĂšles dâaffaires et leurs attentes en matiĂšre de cadre juridique. Des analyses Ă©conomiques ont remis en question la justification traditionnelle du droit dâauteur et discutĂ© de nouveaux mĂ©canismes dâincitation Ă la production de donnĂ©es. Le rĂŽle dâorganisations internationales telles que lâOMPI ainsi que les implications pour la Suisse de la loi europĂ©enne sur lâIA ont Ă©galement Ă©tĂ© abordĂ©s. Dans lâensemble, le workshop a montrĂ© la nĂ©cessitĂ© de rĂšgles claires et pĂ©rennes afin de concilier innovation et sĂ©curitĂ© juridique.
Peter Picht / Florent Thouvenin | sic! 2026 édition 3
Anders als oft behauptet verleiht die Eintragung einer Marke kein «ewiges» Ausschliessungsrecht. Unter europĂ€ischem Recht wird eine Marke, die nicht innert fĂŒnf Jahren tatsĂ€chlich benutzt worden ist, vielmehr löschungsreif. Neben der Erschöpfung ist die rechtserhaltende Benutzung von Marken eines der derzeit zentralen Themen des Markenrechts.
Unter der inhaltlichen Leitung von Dr. Michael Ritscher und der organisatorischen Leitung von Dr. Christoph Gasser widmete sich der diesjĂ€hrige zweitĂ€gige, dieses Mal gemeinsam mit dem Institut fĂŒr geistiges Eigentum IGE ausgerichtete Workshop den AusprĂ€gungen sowie dem Nachweis rechtserhaltender Markennutzung. Im Zentrum der Tagung stand die Frage, wie Markeninhaber in einer zunehmend digitalen und fragmentierten Markenwelt den rechtserhaltenden Gebrauch ihrer Marken nachweisen können. Durch Beleuchtung der Gesetzgebungen sowie der gelebten Praxis an den zentralen Behörden und Gerichten im nationalen und europĂ€ischen Kontext erfolgte eine interdisziplinĂ€re sowie rechtsvergleichende Auseinandersetzung mit den Herausforderungen des Markenrechts konfrontiert mit den dynamischen Entwicklungen der wirtschaftlichen RealitĂ€t. Die Tagung war Alexander von MĂŒhlendahl gewidmet, der sich wie wenige andere um die Entwicklung des internationalen und insbesondere des europĂ€ischen und deutschen Markenrechts verdient gemacht hat â und dies als regelmĂ€ssiger Teilnehmer des Ittinger Workshops weiterhin tut.
Contrairement Ă ce qui est souvent affirmĂ©, lâenregistrement dâune marque ne confĂšre pas un droit exclusif «éternel». En droit europĂ©en, une marque qui nâa pas fait lâobjet dâun usage effectif dans un dĂ©lai de cinq ans devient au contraire susceptible dâĂȘtre radiĂ©e. Ă cĂŽtĂ© de lâĂ©puisement, lâusage sĂ©rieux des marques figure parmi les thĂšmes actuellement centraux du droit des marques.
Sous la direction scientifique de Dr. Michael Ritscher et la direction organisationnelle de Dr. Christoph Gasser, la confĂ©rence de cette annĂ©e, dâune durĂ©e de deux jours et organisĂ©e cette fois conjointement avec lâInstitut FĂ©dĂ©ral de la PropriĂ©tĂ© Intellectuelle, Ă©tait consacrĂ©e aux diffĂ©rentes formes de lâusage sĂ©rieux des marques ainsi quâĂ la preuve de cet usage. Au cĆur des Ă©changes figurait la question de savoir comment, dans un univers des marques toujours plus numĂ©rique et fragmentĂ©, les titulaires de marques peuvent apporter la preuve dâun usage sĂ©rieux. Par lâexamen des lĂ©gislations et des pratiques suivies par les principales autoritĂ©s et juridictions dans un contexte national et europĂ©en, il en est rĂ©sultĂ© une rĂ©flexion interdisciplinaire et de droit comparĂ© sur les dĂ©fis du droit des marques, confrontĂ© aux Ă©volutions dynamiques de la rĂ©alitĂ© Ă©conomique. La confĂ©rence Ă©tait dĂ©diĂ©e Ă Alexander von MĂŒhlendahl, qui, comme peu dâautres, a contribuĂ© au dĂ©veloppement du droit international des marques, et en particulier du droit europĂ©en et allemand, et continue de le faire en tant que participant rĂ©gulier aux workshops dâIttingen.
Alexander Decadt / Kaan Tasdemir | sic! 2026 édition 3
Le 17 septembre dernier, la United States District Court for the Northern District of California a entiĂšrement rejetĂ© la seconde plainte modifiĂ©e des demandeurs dans lâaffaire Cavalleri, et al. v. HermĂšs International, et al., jugeant en particulier que ceux-ci nâavaient pas dĂ©montrĂ© lâexistence dâun marchĂ© de produits au sens des lois antitrust. Les demandeurs viennent toutefois dâannoncer leur intention de faire appel et rien nâest ainsi encore jouĂ© dans cette affaire qui teste les limites entre libertĂ© Ă©conomique et lois antitrust.
Stéphanie Chuffart-Finsterwald | sic! 2026 édition 2
Dr. Michael Ritscher, LL.M., nebenamtlicher Handelsrichter am Handelsgericht des Kantons ZĂŒrich, GrĂŒndungsmitglied und PrĂ€sident des Instituts fĂŒr den gewerblichen Rechtsschutz (INGRES), MitgrĂŒnder und ehemaliger Herausgeber der Zeitschrift fĂŒr ImmaterialgĂŒter-, Informations- und Wettbewerbsrecht (sic!), Lehrbeauftragter an der UniversitĂ€t ZĂŒrich und Partner einer Anwaltskanzlei in ZĂŒrich liebt den wissenschaftlichen Austausch zu immaterialgĂŒterrechtlichen Themen. Es lag deshalb auf der Hand, seinen 65. Geburtstag mit einer ihm gewidmeten Tagung zum ImmaterialgĂŒterrecht zu feiern.
Nadia Fiechter / Simon Holzer | sic! 2026 édition 2
Mischa Senn | sic! 2026 édition 2
Das vorliegende Urteil des Gerichtshofs der EuropĂ€ischen Union (EuGH) stellt klar, dass Alleinvertriebsvereinbarungen Dritte nicht automatisch binden. Eine wirksame BeschrĂ€nkung aktiver VerkĂ€ufe in ein exklusiv zugewiesenes Gebiet setzt voraus, dass der Anbieter seine Abnehmer ausdrĂŒcklich oder stillschweigend zur Unterlassung verpflichtet und deren Zustimmung nachweisbar vorliegt. Damit werden die Anforderungen an die Wirksamkeit von Alleinvertriebsvereinbarungen und deren Drittbindung prĂ€zisiert.
Le prĂ©sent arrĂȘt de la Cour de justice de lâUnion europĂ©enne (CJUE) prĂ©cise que les accords de distribution exclusive ne lient pas automatiquement les tiers. Une restriction effective des ventes actives dans un territoire attribuĂ© en exclusivitĂ© suppose que le fournisseur oblige expressĂ©ment ou tacitement ses clients Ă sâabstenir de telles ventes et quâil a obtenu, de maniĂšre dĂ©montrable, leur consentement. Cet arrĂȘt prĂ©cise ainsi les exigences relatives Ă lâefficacitĂ© des accords de distribution exclusive et Ă leur caractĂšre contraignant pour les tiers.
Cedric Cucinelli | 2026 Ausgabe 1
Cedric Cucinelli | sic! 2026 édition 1
Cet article rĂ©sume briĂšvement la rĂ©cente dĂ©cision no 2799/16 et la discute. Dans cette dĂ©cision, la Grande Chambre de la Cour europĂ©enne des Droits de lâHomme Ă©tait amenĂ©e Ă se prononcer sur la lĂ©galitĂ© du transfert dâinformations rĂ©coltĂ©es dans le cadre dâune enquĂȘte pĂ©nale aux Ă lâautoritĂ© de la concurrence nĂ©erlandaise (ci-aprĂšs: NMA). Dans lâexamen du respect de lâart. 8 de la Convention europĂ©enne des droits de lâHomme (ci-aprĂšs: CEDH ou Convention), la Cour devait examiner, comme lâexige cette disposition lĂ©gale, si le transfert des donnĂ©es litigieuses avait une base lĂ©gale en droit nĂ©erlandais, et si une ingĂ©rence Ă lâart. 8 de la Convention Ă©tait nĂ©cessaire dans une sociĂ©tĂ© dĂ©mocratique pour atteindre le but visĂ©. La Cour a rĂ©pondu Ă lâaffirmative Ă cette question. Elle a Ă©galement conclu quâil nây avait pas eu de violation Ă lâart. 13 CEDH, les recourantes ayant disposĂ© de voies de droit internes effectives.
Dâun point de vue purement lĂ©gal, lâauteur est toutefois dâavis que cette dĂ©cision est conforme Ă lâart. 8 de la Convention. Toutefois, loin de faire lâunanimitĂ©, cette dĂ©cision de la Cour a fait lâobjet dâopinions dissidentes (7), dont il sera traitĂ© briĂšvement.
Enfin, lâauteur examinera le cadre juridique existant en Suisse.
Dieser Artikel fasst die jĂŒngste Entscheidung Nr. 2799/16 kurz zusammen und erörtert sie. In dieser Entscheidung hatte die Grosse Kammer des EuropĂ€ischen Gerichtshofs fĂŒr Menschenrechte ĂŒber die RechtmĂ€ssigkeit der Weitergabe von Informationen zu befinden, die im Rahmen einer strafrechtlichen Untersuchung an die niederlĂ€ndische Wettbewerbsbehörde (im Folgenden: NMA) weitergegeben worden waren. Bei der PrĂŒfung der Einhaltung von Art. 8 der EuropĂ€ischen Menschenrechtskonvention (nachfolgend: EMRK oder Konvention) musste der Gerichtshof gemĂ€ss dieser Rechtsvorschrift prĂŒfen, ob die Ăbermittlung der streitigen Daten eine Rechtsgrundlage im niederlĂ€ndischen Recht hatte und ob ein Eingriff in Art. 8 der Konvention in einer demokratischen Gesellschaft zur Erreichung des angestrebten Ziels erforderlich war. Der Gerichtshof bejahte diese Frage. Er kam auch zum Schluss, dass kein Verstoss gegen Art. 13 EMRK vorlag, da den BeschwerdefĂŒhrerinnen wirksame innerstaatliche Rechtsbehelfe zur VerfĂŒgung standen.
Aus rein legalistischer Sicht ist der Verfasser jedoch der Ansicht, dass diese Entscheidung mit Art. 8 der Konvention vereinbar ist. Diese Entscheidung des Gerichtshofs war jedoch keineswegs einstimmig, sondern Gegenstand abweichender Meinungen (7), auf die kurz eingegangen werden soll.
Schliesslich untersucht der Verfasser den bestehenden Rechtsrahmen in der Schweiz.
Mathieu Marchal | sic! 2025 édition 11
The list of questions submitted by the AIPPI to the national groups for the reports on «AI and Copyright» is available at the following link: âčaippi.soutron.net/Portal/Default/en-GB/RecordView/Index/6152âș
Ana Andrijevic, Boris Catzeflis, Luca Dal Molin, Tania Germond, Markus Kaiser, Sébastien Ragot, Fabian Wigger and Raphael Zingg | sic! 2025 édition 11
Am 1. Juli 2025 versammelten sich im Lake Side in ZĂŒrich rund 200 Fachpersonen aus Wissenschaft, Justiz, Verwaltung, Industrie und Anwaltschaft. Diese Veranstaltung, die traditionsgemĂ€ss im Anschluss an die Mitgliederversammlung stattfand, wurde erneut von Michael Ritscher konzipiert und geleitet und von Christoph Gasser organisiert. In bewĂ€hrtem Rahmen bot die Tagung eine Plattform fĂŒr den Austausch ĂŒber aktuelle Entwicklungen und praxisrelevante Fragen des schweizerischen ImmaterialgĂŒterrechts. Abgerundet wurde der Anlass durch einen geselligen ApĂ©ro an Bord eines Schiffs der ZĂŒrichsee-Flotte.
Le 41 juillet 2025, environs 200 experts issus des milieux scientifiques, judiciaires, administratifs, industriels et juridiques se sont rĂ©unis au Lake Side Ă Zurich. Cet Ă©vĂ©nement, qui se tient traditionnellement Ă lâissue de lâassemblĂ©e gĂ©nĂ©rale, a Ă©tĂ© conçu et dirigĂ© par Michael Ritscher et organisĂ© par Christoph Gasser. Dans un cadre Ă©prouvĂ©, la confĂ©rence a offert une plateforme dâĂ©change sur les dĂ©veloppements actuels et les questions pratiques du droit suisse de la propriĂ©tĂ© intellectuelle. LâĂ©vĂ©nement sâest terminĂ© par un apĂ©ritif convivial Ă bord dâun bateau de la flotte du lac de Zurich.
Carla Bölsterli / Jennifer Watts | sic! 2025 édition 11
Mit dem Urteil BSH gegen Electrolux stĂ€rkt der Gerichtshof die ZustĂ€ndigkeit des Wohnsitzgerichts des Beklagten in grenzĂŒberschreitenden Patentverletzungsverfahren, selbst wenn der fehlende Rechtsbestand des Klagepatents einredeweise geltend gemacht wird. Die Entscheidung und deren Differenzierung zwischen Mitgliedstaats- und Drittstaatspatenten werden in diesem Aufsatz kommentiert (Kapitel I). Die gerichtliche Umsetzung dieser Rechtsprechung wird anhand eines Urteils der Lokalkammer Paris des Einheitlichen Patentgerichts veranschaulicht, in dem sowohl die Verletzung eines Einheitspatents als auch der schweizerischen, britischen und tĂŒrkischen Teile eines europĂ€ischen Patents verfolgt wurden (Kapitel II). Abschliessend wird ein Schweizer Akzent gesetzt und die ZustĂ€ndigkeit des schweizerischen Bundespatengerichts fĂŒr auslĂ€ndische Patente dargestellt (Kapitel III).
Avec lâarrĂȘt BSH contre Electrolux, la Cour de justice renforce la compĂ©tence du tribunal du domicile du dĂ©fendeur dans les procĂ©dures transfrontaliĂšres en contrefaçon de brevet, mĂȘme lorsque lâabsence de validitĂ© du brevet invoquĂ© est soulevĂ©e par voie dâexception. Le prĂ©sent article commente la dĂ©cision et la distinction quâelle opĂšre entre les brevets des Ătats membres et ceux des pays tiers (chapitre I). La mise en Ćuvre judiciaire de cette jurisprudence est illustrĂ©e par un arrĂȘt de la chambre locale de Paris de la juridiction unifiĂ©e du brevet, dans lequel ont Ă©tĂ© poursuivies Ă la fois la contrefaçon dâun brevet unitaire et celle des parties suisse, britannique et turque dâun brevet europĂ©en (chapitre II). Enfin, lâarticle met lâaccent sur la Suisse et prĂ©sente la compĂ©tence du Tribunal fĂ©dĂ©ral des brevets en matiĂšre de brevets Ă©trangers (chapitre III).
Jan Petrik / Raphael Zingg | 2025 Ausgabe 10
Jan Petrik / Raphael Zingg | sic! 2025 édition 10
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