sic!

Zeitschrift fĂŒr ImmaterialgĂŒter-, Informations- und Wettbewerbsrecht

Seit 1997 stellt die Zeitschrift sic! sicher, dass Schweizer ImmaterialgĂŒterrechtlerinnen und ImmaterialgĂŒterrechtler stets auf dem neuesten Stand der Rechtsprechung und der wissenschaftlichen Diskussion sind. DarĂŒber hinaus bietet die sic! dieselben hochwertigen Inhalte auch in den Bereichen Informationsrecht, Datenschutzrecht und Wettbewerbsrecht.

Unsere renommierten Expertinnen und Experten verfassen praxisnahe und wissenschaftlich fundierte BeitrĂ€ge, die sowohl dogmatische als auch rechtspolitische Fragestellungen beleuchten. ErgĂ€nzt wird das Angebot durch aktuelle Berichterstattungen aus den wichtigsten schweizerischen Fachorganisationen, die die sic! unterstĂŒtzen.
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AufsÀtze / Articles

Die Association Internationale pour la Protection de la PropriĂ©tĂ© Intellectuelle (AIPPI) widmet sich der Rechtsentwicklung des ImmaterialgĂŒterrechts. Das 100-jĂ€hrige JubilĂ€um ihrer Schweizer Landesgruppe bietet die Gelegenheit, ein Jahrhundert Schweizer ImmaterialgĂŒterrechtsgeschichte nachzuzeichnen und gleichzeitig auf dieser Grundlage in die Zukunft zu blicken.

L’Association Internationale pour la Protection de la PropriĂ©tĂ© Intellectuelle (AIPPI) s’investit dans le dĂ©veloppement du droit de la propriĂ©tĂ© intellectuelle. Le centenaire du Groupe suisse de l’AIPPI marque l’occasion de retracer un siĂšcle d’histoire du droit suisse de la propriĂ©tĂ© intellectuelle et de jeter un regard vers l’avenir.

Alfred FrĂŒh | sic! 2026 Ausgabe 7-8


Der urheberrechtliche Schutz von in der Berner Übereinkunft so genannten «Werken der angewandten Kunst» und insbesondere das VerhĂ€ltnis zwischen Urheberrecht und Designrecht beschĂ€ftigt Rechtsprechung und Lehre seit bald 100 Jahren. Der EuGH hat nun mit zwei im Dezember 2025 ergangenen Entscheiden zusĂ€tzliches Licht auf dieses VerhĂ€ltnis geworfen. Zudem hat er deutlich gemacht, wie wichtig die Hinterlegung von Designs und wie beschwerlich der Weg fĂŒr den urheberrechtlichen Schutz von Produktgestaltungen trotz Senkung der Schutzschwelle der OriginalitĂ€t bleibt.

La protection par le droit d’auteur des «Ɠuvres des arts appliquĂ©s» telles que dĂ©finies dans la Convention de Berne, et en particulier la relation entre le droit d’auteur et le droit des dessins et modĂšles, occupent la jurisprudence et la doctrine depuis prĂšs de 100 ans. La CJUE a dĂ©sormais apportĂ© un Ă©clairage supplĂ©mentaire sur cette relation dans deux arrĂȘts rendus en

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Michael Ritscher | sic! 2026 Ausgabe 7-8


Les ententes salariales et les accords de non-dĂ©bauchage peuvent constituer des restrictions Ă  la concurrence sur le marchĂ© du travail. Longtemps nĂ©gligĂ©es, ces pratiques font aujourd’hui l’objet d’une attention croissante des autoritĂ©s de concurrence, y compris en Suisse. Le prĂ©sent article examine leurs effets Ă©conomiques et les enjeux qu’elles soulĂšvent pour la politique de la concurrence.

Lohnvereinbarungen und Abwerbeverbote können den Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt einschrĂ€nken. Diese lange Zeit vernachlĂ€ssigten Praktiken stehen heute zunehmend im Fokus der Wettbewerbsbehörden – auch in der Schweiz. Der vorliegende Artikel befasst sich mit ihren wirtschaftlichen Auswirkungen und den damit verbundenen wettbewerbsrechtlichen Herausforderungen.

Philippe Jolliet | sic! 2026 Ausgabe 7-8



B
Berichte / Rapports

Die Weigerung eines Unternehmens in beherrschender Stellung, die InteroperabilitĂ€t seiner Plattform mit einer App eines anderen Unternehmens sicherzustellen, die dadurch attraktiver wĂŒrde, kann missbrĂ€uchlich sein, auch wenn die Plattform fĂŒr die kommerzielle Nutzung der App nicht unerlĂ€sslich ist.

Le refus d’une entreprise en position dominante d’assurer l’interopĂ©rabilitĂ© de sa plateforme avec une application d’une autre entreprise, qui deviendrait ainsi plus attractive, peut ĂȘtre abusif, mĂȘme si la plateforme n’est pas indispensable Ă  l’utilisation commerciale de l’application.

Claudia Walz | sic! 2026 Ausgabe 7-8


Das vorliegende Urteil des Gerichtshofs der EuropĂ€ischen Union (EuGH) stellt klar, dass die Einrede der Verwirkung durch Duldung im Markenrecht nicht greift, wenn die jĂŒngere Marke bösglĂ€ubig angemeldet wurde. Selbst wenn der Inhaber der Ă€lteren Marke die Benutzung ĂŒber mehrere Jahre hinnimmt oder in einer Abmahnung Fristen zur Klageerhebung setzt, bleibt die Geltendmachung der Nichtigkeit wegen BösglĂ€ubigkeit möglich. Damit prĂ€zisiert der EuGH das VerhĂ€ltnis zwischen Rechtssicherheit und Missbrauchsschutz und stellt klar, dass bösglĂ€ubig erlangte Markenrechte keinen Bestandsschutz durch Zeitablauf geniessen.

Le prĂ©sent arrĂȘt de la Cour de justice de l’Union europĂ©enne (CJUE) prĂ©cise que l’exception de dĂ©chĂ©ance par tolĂ©rance ne s’applique pas en droit des marques si la marque plus rĂ©cente a Ă©tĂ© dĂ©posĂ©e de mauvaise foi. MĂȘme si le titulaire de la marque antĂ©rieure tolĂšre l’usage pendant plusieurs annĂ©es ou fixe des

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Cedric Cucinelli | sic! 2026 Ausgabe 7-8


Mit Urteil vom 25. November 2025 hat das Berufungsgericht des Einheitlichen Patentgerichts im Verfahren Edwards vs. Meril eines der bislang wichtigsten Berufungsurteile des UPC gefĂ€llt. Es wies die Berufungen weitgehend ab, bestĂ€tigte die Aufrechterhaltung von EP 3 646 825 von Edwards in beschrĂ€nkter Fassung gemĂ€ss Hilfsantrag II und bejahte die Verletzung durch das Herzklappensystem von Meril. AbĂ€nderungen nahm das Berufungsgericht lediglich in einzelnen Punkten vor, namentlich bei den Unterlassungs- und Abhilfemassnahmen (Anordnungen I, V und VI) fĂŒr bestimmte XL-Produkte aus GrĂŒnden des Patienteninteresses sowie bei der vorlĂ€ufigen Kostenerstattung. Die Bedeutung des Urteils reicht deutlich ĂŒber den Einzelfall hinaus, weil es mehrere prozessuale und materiellrechtliche Kernfragen des EPGs in einer einzigen Berufungsentscheidung klĂ€rt, namentlich fĂŒr die Anspruchsauslegung, die unzulĂ€ssige Erweiterung und die erfinderische

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Philip Kerpen | sic! 2026 Ausgabe 7-8


In ihrem ersten Urteil in einem Nichtigkeitsverfahren ist die MĂŒnchner Zentralkammer des Einheitlichen Patentgerichts bei der Beurteilung der erfinderischen TĂ€tigkeit stark vom etablierten Aufgabe-Lösungs-Ansatz des EPA abgewichen und hat EP 3 666 797 mangels erfinderischer TĂ€tigkeit fĂŒr nichtig erklĂ€rt. Das Berufungsgericht des EPG hat nun in einer wegweisenden Entscheidung das erstinstanzliche Urteil korrigiert und umfassende Leitlinien zur Beurteilung der erfinderischen TĂ€tigkeit kodifiziert. WĂ€hrend der Ansatz des EPA und der nun vom Berufungsgericht festgelegte EPG-Ansatz in vielen Punkten ĂŒbereinstimmen, gibt es bei der zentralen Frage nach dem «objective problem» (der objektiven technischen Aufgabe) trotz begrifflicher Übereinstimmung wesentliche Unterschiede, mit denen sich Patentinhaberinnen und NichtigkeitsklĂ€gerinnen in Zukunft ernsthaft auseinandersetzen mĂŒssen.

Dans son premier jugement rendu dans le cadre d’une action en

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Andreas SchÀfers / Alfred Köpf | sic! 2026 Ausgabe 7-8




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Rechtsprechung / Jurisprudence