Nachdem es lange Zeit still um sie geworden war, hat die missbrauchsunabhĂ€ngige Entflechtung die deutsche Fachöffentlichkeit wie kaum ein anderes kartellrechtliches Thema in der jĂŒngeren Vergangenheit bewegt. So gerĂ€uschvoll wie es aufgekommen ist, so schnell ist es freilich wieder von der politischen Agenda verschwunden: Noch im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung von 2009 vorgesehen, sollte jenes Instrument ursprĂŒnglich gar noch vor der 8. GWB-Novelle implementiert werden. Im aktuellen Referentenentwurf findet es sich indes nicht mehr; in der Schweiz hat eine entsprechende Diskussion, soweit ersichtlich, praktisch ĂŒberhaupt nicht stattgefunden. Beides ist aus GrĂŒnden eines möglichst umfassenden Wettbewerbsschutzes bedauerlich. Der vorliegende Beitrag untersucht daher, unter Heranziehung der Erfahrungen im US-amerikanischen Recht, die missbrauchsunabhĂ€ngige Entflechtung als Instrument im schweizerischen Recht â de lege lata und de lege ferenda.
Franz Böni | sic! 2012 Ausgabe 2