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Bibliographie

Seit die geheimen Abhörprogramme «Prism» und «Tempora» im Juni diesen Jahres bekannt wurden, ist der Datenschutz wieder einmal in aller Munde. Dass der US-amerikanische Auslandsgeheimdienst NSA seit 2007 massenhaft Zugriff auf Kundendaten von Internetgrössen wie Yahoo, Google, Microsoft, Apple und Skype erhielt (Prism) und der britische Nachrichten- und Sicherheitsdienst GCHQ über 200 Glasfaserleitungen zur Überwachung des transatlantischen Datenverkehrs angezapft haben soll (Tempora), hat sowohl in einer breiten Öffentlichkeit als auch in der Politik die schlimmsten Befürchtungen bestätigt oder sogar übertroffen. Enthüllungen wie diese sind Wasser auf die Mühlen der Befürworter eines effektiveren und stärkeren Datenschutzes. Der von den Proff. Weber (Universität Zürich) und Thouvenin (Universität St. Gallen) herausgegebene Sammelband zum Thema «Neuer Regulierungsschub im Datenschutzrecht?» ist nicht erst im Lichte dieser Entwicklungen von grosser Aktualität. Der Band bespricht die im Rahmen einer Veranstaltung des Zentrums für Informations- und Kommunikationsrecht der Universität Zürich, der Forschungsstelle für Informationsrecht der Universität St. Gallen sowie des Schweizer Forums für Kommunikationsrecht behandelten Themen vertieft und ermöglicht es dem Leser, die unterschiedlichen Auffassungen zur vielschichtigen Thematik der Frage der Reformbedürftigkeit des Datenschutzrechts zu verstehen und sich eine eigene Meinung darüber zu bilden. Als sehr gelungen zu bezeichnen ist dabei die Wahl der Autoren, welche sich aus Exponenten der Wissenschaft, der Praxis und der Datenschutzbehörden zusammensetzen.

Philipp Frech / Rolf H. Weber / Florent Thouvenin (Hg.) | 2013 Ausgabe 12