Weniger als ein Jahr nach dem viel beachteten Urteil «Cofemel» erhielt der EuGH erneut Gelegenheit, sich zum Urheberrechtsschutz von Werken der angewandten Kunst zu Ă€ussern. Er stellt klar, dass der Umstand, dass eine Formgebung auch technische Funktionen erfĂŒllt, dem Urheberrechtsschutz ebenso wenig entgegensteht wie ihr allfĂ€lliger Gebrauchszweck. Solange ein Urheber â trotz der durch den Gebrauchszweck oder die technische Funktion diktierten SachzwĂ€nge â ĂŒber Wahlmöglichkeiten verfĂŒgt und diese fĂŒr «freie kreative Entscheidungen» nutzt, sind die von ihm geschaffenen Formgebungen urheberrechtlich geschĂŒtzt. Dies grundsĂ€tzlich auch dann, wenn es sich dabei um AusfĂŒhrungsformen einst patentrechtlich geschĂŒtzter Lehren handelt.
Moins dâun an aprĂšs le trĂšs commentĂ© arrĂȘt «Cofemel», la CJUE a Ă nouveau eu lâoccasion de se prononcer sur la protection des Ćuvres des arts appliquĂ©s par le droit dâauteur. Elle prĂ©cise que le fait quâun design remplisse Ă©galement des fonctions techniques fait aussi peu obstacle Ă la protection du droit dâauteur que le fait quâil soit destinĂ© Ă un usage particulier. Tant quâun auteur dispose dâun Ă©ventail dâoptions â malgrĂ© les contraintes dictĂ©es par lâusage ou la fonction technique prĂ©vus â et quâil y recourt pour effectuer des «choix libres et crĂ©atifs», les designs quâil crĂ©e sont protĂ©gĂ©s par le droit dâauteur. Cela sâapplique en principe Ă©galement aux formes dâobjets qui Ă©taient auparavant protĂ©gĂ©s par un brevet dâinvention.
Fabian Wigger | sic! 2021 Ausgabe 4