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AufsÀtze / Articles

Das Bundesgericht hatte in seiner Rechtsprechung zur markenrechtlichen SchutzfĂ€higkeit von Herkunftsangaben unter dem Gesichtspunkt der IrrefĂŒhrungsgefahr bis ins Jahr 1979 regelmĂ€ssig darauf verwiesen, dass eine geografische Angabe nach der Lebenserfahrung beim KĂ€ufer der damit bezeichneten Ware im Allgemeinen die Vorstellung weckt, sie stamme aus dem Land, auf das die Angabe hinweist. Nachdem in den seither bis zum Jahr 2008 ergangenen Urteilen dieser Erfahrungssatz nicht mehr ausdrĂŒcklich erwĂ€hnt worden ist, wurde er in leicht abgewandelter Form vom Bundesgericht im Jahr 2009 wieder ausdrĂŒcklich angefĂŒhrt – und zwar in allen vier zu Herkunftsangaben gefĂ€llten Entscheiden. Der vorliegende Beitrag nimmt dies zum Anlass, die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 2 lit. c i.V.m. Art. 47 ff. MSchG darzustellen und kritisch zu wĂŒrdigen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das methodische Vorgehen des Bundesgerichts gerichtet und es wird insbesondere gezeigt werden, dass der erwĂ€hnte Erfahrungssatz auch all jenen Urteilen der letzten Jahrzehnte zugrunde gelegen hat, in denen er vorĂŒbergehend nicht mehr ausdrĂŒcklich erwĂ€hnt worden ist.

Dans sa jurisprudence relative Ă  l’enregistrement de marques comportant une indication de provenance, le Tribunal fĂ©dĂ©ral a rĂ©guliĂšrement soulignĂ©, jusqu’en 1979, qu’une indication de provenance suscite chez le consommateur, selon l’expĂ©rience gĂ©nĂ©rale, l’attente que le produit ainsi dĂ©signĂ© provient du pays auquel elle renvoie. Par la suite et jusqu’en 2008, le Tribunal fĂ©dĂ©ral n’a plus basĂ© expressĂ©ment ses dĂ©cisions sur ce postulat. En 2009 toutefois, le Tribunal fĂ©dĂ©ral l’a rappelĂ© Ă  nouveau – sous une forme lĂ©gĂšrement modifiĂ©e – et ce dans chacune de ses quatre dĂ©cisions relatives aux indications de provenance gĂ©ographique. La prĂ©sente contribution vise Ă  exposer la jurisprudence du Tribunal fĂ©dĂ©ral relative aux art. 2 let. c en relation avec les art. 47 ss LPM et Ă  en faire une analyse critique. Une attention particuliĂšre est accordĂ©e Ă  la mĂ©thode suivie par le Tribunal fĂ©dĂ©ral et il est dĂ©montrĂ© que les dĂ©cisions des derniĂšres dĂ©cennies reposent toujours sur le mĂȘme postulat, mĂȘme lorsque, temporairement, il n’était plus mentionnĂ© expressĂ©ment.

Franziska Gloor Guggisberg | 2011 Ausgabe 1