Im Prozess ĂŒber vorsorgliche Massnahmen ist die Verteilung der Glaubhaftmachungslast von zentraler Bedeutung. Bei gewerblichen Schutzrechten stellt sich die Frage, ob an die Glaubhaftmachung der Nichtigkeit höhere Anforderungen als an die Verletzung zu stellen sind. In der immaterialgĂŒterrechtlichen Spezialliteratur wird diese Frage mit unterschiedlicher BegrĂŒndung seit Jahrzehnten bejaht. Diese Auffassung beruht auf rechtlich nicht haltbaren Annahmen und steht in klarem Widerspruch zur Rechtsprechung des Bundesgerichts. Mit dem Inkrafttreten der neuen Schweizer ZPO ist der Zeitpunkt gekommen, um diese Auffassung kritisch zu hinterfragen.
Dans une procĂ©dure de mesures provisionnelles, la rĂ©partition du fardeau de la preuve de la vraisemblance est dâune importance capitale. Dans le domaine de la propriĂ©tĂ© intellectuelle se pose la question de savoir si les exigences en matiĂšre de vraisemblance de la nullitĂ© doivent ĂȘtre plus Ă©levĂ©es que celles concernant la violation des droits. Depuis plusieurs dĂ©cennies, la doctrine y rĂ©pond par lâaffirmative, pour diffĂ©rentes raisons. Cette position nâest juridiquement pas soutenable et contredit clairement la jurisprudence du Tribunal fĂ©dĂ©ral. LâentrĂ©e en vigueur du CPC donne lâoccasion de jeter un regard critique sur cette opinion.
Christoph Willi | 2011 Ausgabe 4