Die Berner Dissertation von Matthias Rey widmet sich dem dogmatischen Thema der Rechtsscheinslehre und des Gutglaubenserwerbs im Immaterialgüterrecht. Die Fachwelt darf sich glücklich schätzen, dass es diese vorzügliche Abhandlung gibt, und der Rezensent schämt sich nicht zu gestehen, dass er dieses Buch gerne selber geschrieben hätte. In sämtlichen zentralen Themen ist den Ansichten von Rey zuzustimmen. Dies gilt insbesondere für die Bejahung der gutgläubigen Erwerbsmöglichkeit basierend auf dem Registeranschein (vgl. sic! 2008, 271 ff.). Rey geht jedoch über diesen klassischen Anwendungsfall des Prinzips «Hand wahre Hand» hinaus und stellt die Registerpublizität in den grösseren Zusammenhang des zivilrechtlichen Vertrauensschutzes und der Vertrauenshaftung (22 ff.). Die von Rey vorgeschlagenen Lösungen überzeugen auch vor dem Hintergrund der rechtspolitischen Tendenz, die Bedeutung der Registereintragungen aufzuwerten und die Wirkungen der verschiedenen Register möglichst zu vereinheitlichen (vgl. E. Marbach, SIWR III/1, 2. Aufl., Basel 2009, N 1238; vgl. Botschaft zum MSchG, BBl 1990 I 23; Botschaft zum DesG, BBl 2000, 2746; Botschaft zum PatG, BBl 2006, 131).
Gregor Wild / Matthias Rey | 2012 Ausgabe 1