Mit Urteil vom 1. Dezember 2011 hat sich der EuGH zu den Voraussetzungen geĂ€ussert, unter denen Zollbehörden Waren vorlĂ€ufig zurĂŒckhalten können, die sich in der EU auf der Durchfuhr in Drittstaaten oder in einem Zolllager befinden und die im Verdacht stehen, als «nachgeahmte» bzw. «unerlaubt hergestellte Waren» in der EU wirksame Schutzrechte Dritter zu verletzen. Sodann hat der EuGH auch erlĂ€utert, unter welchen Voraussetzungen in einem Erkenntnisverfahren festgestellt werden kann, dass derartige Waren die Schutzrechte eines Dritten tatsĂ€chlich verletzen.
Demnach können Zollbehörden solche Waren vorlĂ€ufig zurĂŒckhalten, wenn Anhaltspunkte fĂŒr einen begrĂŒndeten Verdacht auf eine mögliche Schutzrechtsverletzung vorliegen. Solche Verdachtsmomente können sich nicht nur auf einen diese Waren betreffenden Verkauf, eine Verkaufsofferte oder eine Werbung an Abnehmer in der EU beziehen. Auch Anhaltspunkte dafĂŒr, dass die an der Herstellung und am Versand der Ware Beteiligten entweder beabsichtigen, die Ware zu Verbrauchern in der EU umzuleiten oder aber ihre wahren Handelsabsichten verschleiern, vermögen eine vorlĂ€ufige ZurĂŒckhaltung zu rechtfertigen.
Der EuGH hĂ€lt weiter fest, dass eine Schutzrechtsverletzung dann vorliegt, wenn solche Waren bereits Gegenstand einer an die Verbraucher in der EU gerichteten geschĂ€ftlichen Handlung (wie eines Verkaufs, eines Verkaufsangebots oder einer Werbung) sind, oder wenn seitens der betreffenden Marktteilnehmer die Absicht besteht, diese Ware zu Verbrauchern in der EU umzuleiten. Solche UmstĂ€nde mĂŒssen vom Schutzrechtsinhaber bewiesen werden, damit eine Verletzung seiner Rechte festgestellt werden kann. Damit lehnt der EuGH die sogenannte Fiktionstheorie ab, nach der ein solches Sachurteil auch gestĂŒtzt auf die Fiktion möglich sein soll, wonach die betreffenden Waren in jenem Staat hergestellt wurden, in dem sie von den Zollbehörden vorlĂ€ufig zurĂŒckgehalten werden.
Dans une dĂ©cision rendue le 1er dĂ©cembre 2011, la CJUE sâest prononcĂ©e sur les conditions auxquelles les autoritĂ©s douaniĂšres peuvent retenir momentanĂ©ment des marchandises qui se trouvent dans un pays membre de lâUE en transit vers des Etats tiers ou dans des entrepĂŽts de douane et qui sont soupçonnĂ©es de porter atteinte Ă des droits de propriĂ©tĂ© intellectuelle. La CJUE a Ă©galement prĂ©cisĂ© Ă quelles conditions on peut faire constater que de telles marchandises portent effectivement atteinte Ă des droits de propriĂ©tĂ© intellectuelle de tiers.
Les autoritĂ©s douaniĂšres peuvent retenir de telles marchandises lorsquâil existe des indices permettant de soupçonner une atteinte Ă des droits de propriĂ©tĂ© intellectuelle. De tels soupçons peuvent se manifester non seulement en cas de mise en vente ou de publicitĂ© Ă destination de consommateurs de lâUE, mais aussi lorsquâil existe des indices dĂ©montrant soit que les tiers impliquĂ©s dans la fabrication et la distribution des marchandises envisagent de dĂ©tourner la marchandise vers des consommateurs de lâUE, soit quâils dissimulent leurs vĂ©ritables objectifs commerciaux.
La CJUE admet Ă©galement lâexistence dâune atteinte Ă des droits de propriĂ©tĂ© intellectuelle lorsque de telles marchandises font dĂ©jĂ lâobjet dâactivitĂ©s commerciales destinĂ©es aux consommateurs de lâUE (telles que vente, offre de vente ou publicitĂ©) ou lorsquâil existe une intention de dĂ©tourner ces marchandises vers des consommateurs de lâUE. De telles circonstances doivent ĂȘtre prouvĂ©es par le titulaire pour quâon puisse consta|ter une atteinte Ă ses droits. Ainsi, la CJUE rejette la thĂ©orie de la fiction selon laquelle une telle dĂ©cision au fond pourrait ĂȘtre rendue en considĂ©rant que les marchandises seraient rĂ©putĂ©es fabriquĂ©es dans lâEtat dans lequel elles ont Ă©tĂ© retenues.
Frédéric Brand | 2012 Ausgabe 4