WĂ€hrenddem sich der letztjĂ€hrige Ittinger Workshop dem VerhĂ€ltnis von Design- und Markenrecht widmete, stand die vom INGRES, dem IGE und dem Bundesverwaltungsgericht organisierte Tagung dieses Jahr wiederum ganz im Zeichen des Markenrechts. Thema bildete die Wechselwirkung zwischen Registereintrag und Benutzung einer Marke. Die Thematik wurde im Lichte der jĂŒngsten schweizerischen und europĂ€ischen Rechtsprechung prĂ€sentiert und diskutiert. Die Teilnehmer konnten sich dabei aktiv mit den unterschiedlichen TatbestĂ€nden, bei denen der tatsĂ€chliche Gebrauch eines Kennzeichens eine Rolle spielt, auseinandersetzen. Dabei zeigte sich, dass Fragen rund um die ZeichenbenĂŒtzung, z.B. bei der Beurteilung von Markenverletzungen, dem rechtserhaltenden Gebrauch, der Verkehrsdurchsetzung oder der berĂŒhmten Marke gleichermassen praxisrelevant wie komplex sind. So dĂŒrfte es kein Zufall sein, dass sich die Rechtsprechung gerade in letzter Zeit beachtlich hĂ€ufig mit Fragen des Markengebrauchs zu beschĂ€ftigen hatte, was dem Thema besondere AktualitĂ€t verlieh. Die Analyse der Entscheide zeigte aber nicht nur die praktische Relevanz des Themas, sondern auch, dass Detailfragen rund um den Markengebrauch den Ausgang eines Verfahrens zunehmend entscheidend beeinflussen.
Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)
Le 5 juin 2013, sâest tenu Ă GenĂšve le sĂ©minaire annuel organisĂ© conjointement par le Licensing Executive Society et lâInstitut FĂ©dĂ©ral de la PropriĂ©tĂ© Intellectuelle, ayant pour thĂšme les «DĂ©veloppements rĂ©cents en droit des marques».
Das Institut fĂŒr gewerblichen Rechtsschutz (INGRES) fĂŒhrte die mittlerweile traditionelle alljĂ€hrliche Tagung zur Praxis des ImmaterialgĂŒterrechts wie gewohnt im Anschluss an seine Mitgliederversammlung im Lake Side Casino ZĂŒrichhorn in ZĂŒrich durch. FĂŒr die Leitung der Tagung zeichnete sich RA Dr. Michael Ritscher, PrĂ€sident von INGRES, und fĂŒr die Organisation RA Dr. Christoph Gasser, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Instituts, verantwortlich. Wie in den vergangenen Jahren prĂ€sentierten auch an der diesjĂ€hrigen Veranstaltung hervorragende Fachleute die aktuellen Urteile und neuesten Entwicklungen in den Bereichen des Patent-, Urheber- und Kennzeichenrechts.
Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)
Depuis lâentrĂ©e en fonction du Tribunal administratif fĂ©dĂ©ral (TAF) le 1er janvier 2007, sa jurisprudence en matiĂšre de propriĂ©tĂ© intellectuelle fait chaque annĂ©e lâobjet dâun compte rendu dans la revue sic! ConsacrĂ©e aux arrĂȘts rendus entre le 1er janvier et le 31 dĂ©cembre 2012, la prĂ©sente publication est, pour la premiĂšre fois, rĂ©digĂ©e en français.
Seit der Inbetriebnahme des Bundesverwaltungsgerichts am 1. Januar 2007 bildet dessen Rechtsprechung im Bereich des geistigen Eigentums Gegenstand eines jĂ€hrlich erscheinenden Berichts in der Zeitschrift sic! Der vorliegend erstmals auf Französisch verfasste RĂŒckblick widmet sich der Rechtsprechung des Jahres 2012.
Pierre-Emmanuel Ruedin / Muriel Tissot | 2013 Ausgabe 9
Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)
Seit dem 3. Juli 2013 ist auf der IGE-Homepage die neue elektronische PrĂŒfungshilfe aufgeschaltet (vgl. https://ph.ige.ch). Dabei handelt es sich um eine Datenbank des Instituts mit ĂŒber 500 EintrĂ€gen. Sie löst die bisherige Datenbank «PrĂŒfungspraxis» ab und enthĂ€lt zudem Entscheide des Instituts zu Markeneintragungsgesuchen. Damit dient sie Ă€hnlich wie die Klassifikationshilfe (vgl. https://wdl.ige.ch) der Vorhersehbarkeit der Entscheide sowie einer einheitlichen Praxis.
Switzerland notified that it has opted to reject the criterion of first fixation in accordance with Art. 5 para. 3 and will apply the criterion of first publication.
Several forms of Relief (Additional Relief) other than injunctions or damages are available under Swiss civil law, among others (i) declaratory relief, (ii) delivery up/destruction, (iii) destruction of manufacturing means (iv) rectification by judgment, (v) corrective advertising, (vi) publication of judgment, (vii) order to provide information, (viii) account of profits as well as (ix) reasonable royalty and (x) reparation.
Fernsehprogramme werden seit LĂ€ngerem nicht mehr nur ĂŒber Antenne, Kabel und Satellit verbreitet, sondern in stetig zunehmendem Umfang auch via Internet. Mit dieser Rechtstatsache wurde jĂŒngst auch der EuGH konfrontiert. Antwortend auf die Vorlagefragen eines englischen Gerichts hĂ€lt er in vorliegendem Urteil fest, dass die öffentliche Wiedergabe nach Art. 3 Abs. 1 Info-RL auch das Livestreaming von Fernsehprogrammen ĂŒber das Internet erfasst. Dieses Verdikt ist als solches freilich wenig ĂŒberraschend, bietet aber Gelegenheit, um auf die zwischen dem schweizerischen und dem europĂ€ischen Urheberrecht bestehenden Unterschiede in der Ausgestaltung der urheberrechtlichen Erfassung des Livestreamings hinzuweisen.
Depuis longtemps, les programmes de tĂ©lĂ©vision ne sont plus seulement diffusĂ©s par antenne, cĂąble ou satellite, mais Ă©galement dans une large mesure par Internet. La CJUE sâest rĂ©cemment penchĂ©e sur la situation juridique qui en dĂ©coule. En rĂ©ponse aux questions prĂ©judicielles posĂ©es par un Tribunal anglais, la CJUE constate dans ce jugement que la notion de «communication au public» selon lâart. 3 al. 1 de la Directive sur les droits dâauteur dans la sociĂ©tĂ© dâinformation comprend Ă©galement le Live Streaming de programmes tĂ©lĂ©visĂ©s. Ce jugement est en tant que tel peu surprenant, mais permet de souligner les diffĂ©rences dans la mise en Ćuvre des droits dâauteur en matiĂšre de Live Streaming qui existent entre le droit dâauteur suisse et celui de lâUnion europĂ©enne.
Fabian Wigger / Martin Korrodi | 2013 Ausgabe 7-8
LâarrĂȘt traite de la portĂ©e du droit prioritaire du titulaire dâune marque antĂ©rieure Ă enregistrer un domaine de premier niveau .eu dans le cadre de lâouverture Ă lâenregistrement de ce domaine de premier niveau par Ă©tapes (art. 12 § 2 du rĂšglement (CE) n° 874/2004). La Cour se penche sur la question de lâoctroi de ce droit prioritaire non seulement au titulaire dâune marque antĂ©rieure, mais Ă©galement Ă ses licenciĂ©s. Elle dĂ©finit la notion de contrat de licence au regard des obligations caractĂ©ristiques des preneurs et donneurs de licence. Cela lâamĂšne Ă ne pas admettre se trouver en prĂ©sence dâun contrat de licence et dâun licenciĂ© dans le cas dâespĂšce, le dĂ©posant ayant Ă©tĂ© autorisĂ© par le titulaire de la marque Ă enregistrer Ă titre fiduciaire un nom de domaine .eu identique ou similaire Ă sa marque, mais pas Ă utiliser cette derniĂšre en tant que marque.
Der Fall befasst sich mit der Bedeutung des PrioritĂ€tsrechts des Inhabers einer Marke fĂŒr die Registrierung einer Top-Level-Domain .eu im Rahmen der gestaffelten Eröffnung des Registrierungsverfahrens dieser Top-Level-Domain (Art. 12 § 2 der Verordnung (EG) Nr. 874/2004). Das Gericht behandelt die Frage der GewĂ€hrung dieses Vorrechts nicht nur fĂŒr den Inhaber der Ă€lteren Marke, sondern auch fĂŒr den Lizenznehmer. Es definiert den Begriff des Lizenzvertrags unter BerĂŒcksichtigung der charakteristischen Pflichten des Lizenzgebers und des Lizenznehmers. Dies fĂŒhrt dazu, im vorliegenden Fall keinen Lizenzvertrag und keinen Lizenznehmer anzunehmen. Der Anmelder war vom Markeninhaber ermĂ€chtigt worden, treuhĂ€nderisch einen mit der Marke identischen oder Ă€hnlichen Domainnamen .eu anzumelden, die Marke aber nicht als solche benutzen zu dĂŒrfen.
Nathalie Tissot | 2013 Ausgabe 7-8
Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)
GebĂŒhrenerhöhung per 1. Januar 2014
Die rechtsvergleichende Erarbeitung von aktuellen immaterialgĂŒterrechtlichen Fragen ist eine der Kernkompetenzen der AIPPI: Jedes Jahr bereiten die nationalen Gruppen von AIPPI Berichte zu aktuellen Themen vor, den sog. Questions oder kurz Qs, welche dann auf internationaler Ebene diskutiert werden und Eingang in die Resolutionen von AIPPI International finden. Die Resolutionen, kurz Rs, werden anlĂ€sslich des jĂ€hrlichen Treffens der nationalen Gruppen verabschiedet und hatten bzw. haben in zahlreichen LĂ€ndern Einfluss auf die Weiterentwicklung und internationale Harmonisierung des Rechts des geistigen Eigentums. Alle Berichte und Resolutionen sind auf www.aippi.org (unter Questions/Committees sowie Resolutions) verfĂŒgbar.
Yes, for Swiss national patents (Article 7b Swiss Patent Act) as well as for European patents (Article 55 EPC).
Pursuant to a treaty between Switzerland and the Principality of Liechtenstein, the two countries form a single patent territory with the Swiss Patent Act as the governing substantive law. The following analysis is, therefore, also valid with respect to Liechtenstein.
Swiss law knows (a) famous trademarks pursuant to art. 15 of the Swiss Trademarks Act (TMA), (âberĂŒhmte Markenâ, âmarques de haute renommĂ©eâ, âmarchi famosiâ), (b) well-known marks (i.e., notorious marks pursuant to art. 6bis of the Paris Convention (PC), (ânotorisch bekannte Markenâ, âmarques notoirement connuesâ, âmarchi notoriamente conosciutiâ) and (c) reputed marks (âbekannte Markenâ, âmarques connuesâ, âmarchi conosciutiâ). The type âreputed marksâ is not specifically mentioned by the law but accepted by courts and scholars.
Le jugement rendu le 1er avril 2013 par la Cour suprĂȘme de lâInde dans lâaffaire Novartis/Gleevec a eu un important retentissement. Il a Ă©tĂ© saluĂ© par les uns, critiquĂ© par les autres. Les premiers y voient une victoire pour les droits de lâhomme en gĂ©nĂ©ral et les droits des patients en particulier, pour les pays en voie de dĂ©veloppement, pour lâindustrie des gĂ©nĂ©riques et pour lâĂ©conomie indienne. Les autres, surtout lâindustrie pharmaceutique, y voient un danger pour le progrĂšs de la recherche, pour lâinvestissement novateur en Inde, et Ă plus long terme pour les patients Ă travers le monde. Les perspectives des uns et des autres sont largement irrĂ©conciliables. Cependant, quelle que soit leur validitĂ©, les points de vue exprimĂ©s donnent une image faussĂ©e de lâarrĂȘt indien; tout au plus ses partisans et ses dĂ©tracteurs ont-ils visĂ© ses implications. Il vaut dĂšs lors la peine de se pencher sur son objet.
Das Urteil des Obersten Gerichtshofs Indiens vom 1. April 2013 in der Sache Novartis/Gleevec sorgte fĂŒr grosses Aufsehen und hat ebenso viele BefĂŒrworter wie Kritiker gefunden. Die BefĂŒrworter sehen darin einen Sieg fĂŒr die Menschenrechte im Allgemeinen und fĂŒr die Rechte von Patienten im Besonderen ebenso wie fĂŒr EntwicklungslĂ€nder, fĂŒr die Generika-Industrie und die indische Wirtschaft. Die Kritiker, wozu insbesondere die pharmazeutische Industrie zĂ€hlt, sehen darin eine Gefahr fĂŒr den Fortschritt in der Forschung, fĂŒr innovative Investitionen in Indien und langfristig fĂŒr Patienten weltweit. Die Ansichten beider Seiten sind weitgehend unversöhnlich. UnabhĂ€ngig von ihrer BegrĂŒndetheit zeichnen die Ansichten der BefĂŒrworter und Kritiker jedoch ein verfĂ€lschtes Bild vom indischen Urteil, beziehen sie sich doch einzig auf dessen mögliche Auswirkungen. Es lohnt sich indessen, sich vertieft mit seinem Inhalt auseinanderzusetzen.
Valérie Junod | 2013 Ausgabe 6
Die Winterveranstaltung des INGRES zur Praxis des ImmaterialgĂŒterrechts in der EuropĂ€ischen Union fand unter der Leitung von RA Dr. Michael Ritscher und der Organisation von RA Dr. Christoph Gasser im ZĂŒrichberg Sorell Hotel in ZĂŒrich statt. Das aus den vergangenen Veranstaltungen bekannte Format hat sich bewĂ€hrt und wurde auch in diesem Jahr beibehalten. Der Vormittag war somit dem Patentrecht gewidmet, wĂ€hrend die ĂŒbrigen ImmaterialgĂŒterrechte einschliesslich Wettbewerbsrecht am Nachmittag besprochen wurden.
Im Rahmen seiner zwölften Urheberrechtstagung ging das Schweizer Forum fĂŒr Kommunikationsrecht SFâąê»Æ§ der Frage nach, ob und gegebenenfalls mit welcher Konsistenz der EuropĂ€ische Gerichtshof (EuGH) die UntĂ€tigkeit des europĂ€ischen Gesetzgebers in Bezug auf die Modernisierung des EU-SekundĂ€rrechts im Bereich des harmonisierten Urheberrechts mittels rechtsfortbildender Rechtsprechung zu kompensieren vermag. Ausgehend von thematischen Gruppen analysierten die Fachreferenten, was die Kernaussagen der bislang ergangenen Rechtsprechung des EuGH sind, ob diesbezĂŒglich Divergenzen zur Rechtslage in der Schweiz bestehen und gegebenenfalls welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Die jeweiligen Themenblöcke wurden durch Publikumsdiskussionen unter der FĂŒhrung des Tagungsleiters, Prof. Dr. Reto M. Hilty, Ordinarius an der UniversitĂ€t ZĂŒrich und Direktor am Max-Plank-Institut fĂŒr ImmaterialgĂŒter- und Wettbewerbsrecht in MĂŒnchen, abgerundet.
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