B
Berichte / Rapports

Mit dem Urteil vom 25. Oktober 2012, C-553/11, «Proti» hat der Gerichtshof der EuropÀischen Union (EuGH) entschieden, dass der Nachweis der Benutzung (in der Terminologie des Schweizer Markenschutzgesetzes: des Gebrauchs) grundsÀtzlich auch durch den Nachweis der Benutzung einer anderen Marke erfolgen kann. Vorausgesetzt wird dabei, dass die entsprechenden Abweichungen keinen Einfluss auf die Unterscheidungskraft der Marke haben. Vorliegend wurde die Benutzung der Wortmarke «Proti» durch den Nachweis des (unstreitigen) Gebrauchs der Marken «Protiplus» oder «Proti Power» als zulÀssig beurteilt.

Par son jugement du 25 octobre 2012, C-553/11, «Proti», la Cour de justice de l’Union europĂ©enne (CJUE) a dĂ©cidĂ© que la preuve de l’usage d’une marque peut en principe Ă©galement ĂȘtre apportĂ©e par la preuve de l’usage d’une autre marque, Ă  la condition que les diffĂ©rences correspondantes n’aient aucune influence sur le caractĂšre distinctif de la marque. En l’espĂšce, l’usage de la marque verbale «Proti» a Ă©tĂ© admis par la preuve de l’usage non contestĂ© des marques «Protiplus» ou «Proti Power».

Stefan BĂŒrge | 2013 Ausgabe 5



Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)



Die bereits traditionelle alljĂ€hrliche Veranstaltung des INGRES zu immaterialgĂŒterrechtsspezifischen Themen des Prozessrechts fand dieses Mal im neuen GebĂ€ude des Bundesverwaltungsgerichts in St. Gallen statt und erfreute sich wiederum ausgesprochen regen Zulaufs. Nebst dem INGRES fungierten der Schweizer Verband der Richter in Handelssachen (SVRH) und das Schweizer Forum fĂŒr Kommunikationsrecht (SF‱FS) als Veranstalter, wobei sich Dr. Michael Ritscher fĂŒr die Konzeption und Leitung und Dr. Christoph Gasser fĂŒr die Organisation der Veranstaltung verantwortlich zeichneten. Ritscher wĂŒrdigte in seiner BegrĂŒssung den Umstand, dass vielleicht zum ersten Mal die fĂŒr das ImmaterialgĂŒterrecht in der Schweiz wichtigsten Gerichte vertreten und alle Referenten Berufsrichter sind. Die Richter des gastgebenden Bundesverwaltungsgerichts eröffneten die Vortragsreihe.





Die letzte UWG-Revision hat unter anderen TatbestÀnden eine Bestimmung zum Sterneintrag hervorgebracht (Art. 3 Abs. 1 lit. u UWG). Dieser neue Untertatbestand lÀsst allerdings viele Fragen offen. Die Schweizerische Lauterkeitskommission (SLK) sah sich daher veranlasst, diesen Tatbestand hinsichtlich verschiedener Punkte auszulegen.



Am 25. Oktober 2012 haben das EuropĂ€ische Parlament und der Rat eine «Richtlinie ĂŒber bestimmte zulĂ€ssige Formen der Nutzung verwaister Werke» erlassen. Sie will einen Rechtsrahmen schaffen, welcher die Digitalisierung und europaweite Verbreitung von urheberrechtlich geschĂŒtzten Werken ermöglicht, bei welchen die Berechtigten unbekannt oder nicht auffindbar sind. Angestrebt ist der Aufbau einer europaweiten Datenbank, in welcher alle als verwaist erkannten Werke und Tonaufzeichnungen registriert sind.

Le 25 octobre 2012, le Parlement europĂ©en et le Conseil ont adoptĂ© une «Directive sur certaines utilisations autorisĂ©es des Ɠuvres orphelines». Cette directive vise Ă  crĂ©er un cadre juridique qui facilite la numĂ©risation et la diffusion en Europe d’Ɠuvres protĂ©gĂ©es par le droit d’auteur mais dont l’auteur n’a pu ĂȘtre identifiĂ© ou localisĂ©. La crĂ©ation d’une base de donnĂ©es contenant les Ɠuvres et les enregistrements orphelins est prĂ©vue.

Willi Egloff | 2013 Ausgabe 3



Mit dem Urteil C-98/11 P – «Schokoladehase» vom 24. Mai 2012 hat der Gerichtshof der EuropĂ€ischen Union (EuGH) (erneut) bestĂ€tigt, dass nationale Markenregistrierungen mit Blick auf die Eintragung einer Gemeinschaftsmarke zwar berĂŒcksichtigt werden können, das HABM bei seiner PrĂŒfung durch die von den zustĂ€ndigen nationalen Behörden formulierten Anforderungen und vorgenommenen Beurteilungen jedoch nicht eingeschrĂ€nkt werde. Nach Ansicht des EuGH ginge es bezĂŒglich der durch Benutzung erworbenen Unterscheidungskraft zu weit, einen Nachweis fĂŒr jeden Mitgliedstaat zu verlangen. Hingegen sei ein quantitativ hinreichender Nachweis zu erbringen. Im konkreten Fall wurde der Nachweis anhand von drei Mitgliedstaaten als bereits quantitativ nicht hinreichend erachtet, so dass auf eine weitere PrĂŒfung verzichtet wurde. Der anwendbare Massstab blieb damit unbestimmt.

Avec la dĂ©cision C-98/11 P – «lapin en chocolat» du 24 mai 2012 la Cour de Justice de l’Union EuropĂ©enne (CJCE) a une nouvelle fois confirmĂ© que des enregistrements nationaux de marques peuvent ĂȘtre pris en considĂ©ration dans le contexte de l’enregistrement d’une marque communautaire, mais que les exigences formulĂ©es par les autoritĂ©s nationales compĂ©tentes et leurs apprĂ©ciations antĂ©rieures ne doivent pas restreindre la marge de manƓuvre de l’OHMI dans l’examen de la marque. Selon la CJCE il serait excessif d’exiger que la preuve de l’acquisition du caractĂšre distinctif suite Ă  l’usage de la marque soit apportĂ©e pour chaque Etat membre. Une preuve quantitativement suffisante doit toutefois ĂȘtre fournie. En l’occurrence, la preuve fournie par trois Etats membres a Ă©tĂ© jugĂ©e quantitativement suffisante, raison pour laquelle un examen n’a pas Ă©tĂ© nĂ©cessaire. Les critĂšres applicables sont dĂšs lors restĂ©s indĂ©finis.

Stefan BĂŒrge | 2013 Ausgabe 3



Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)



Die Beschwerdegegnerin fĂŒhrte auf ihrer Website u.a. die Aussage an, sie gehöre zu den 10 besten Hotelfachschulen («X ranked in the top 10 international hospitality schools favoured by international industry recruiters»). Die BeschwerdefĂŒhrerin machte sinngemĂ€ss geltend, diese Aussage sei irrefĂŒhrend, da die indirekt zitierte Studie keinerlei hinreichende Grundlage dazu biete. Die Beschwerdegegnerin beantragte aufgrund der fehlenden Passivlegitimation Nichteintreten; materiell fĂŒhrte sie aus, dass die Hinweise keine unlauteren TatbestĂ€nde erfĂŒllen wĂŒrden.



Im Rahmen zweier von den Parteien in gegenseitiger Absprache konstruierter TestfĂ€lle befasste sich die Technische Beschwerdekammer des EuropĂ€ischen Patentamtes mit dem Einfluss von Dokumenten im World Wide Web sowie von ĂŒber das Internet versandten E-Mails auf die Beurteilung des patentrechtlich relevanten Standes der Technik i.S.v. Art. 54 Abs. 2 EPÜ. WĂ€hrend die Beschwerdekammer betreffend Dokumente im World Wide Web einen PrĂŒfungskatalog mit den massgebenden Voraussetzungen definierte, schloss sie in Bezug auf E-Mails grundsĂ€tzlich aus, dass diese einzig wegen ihres Versandes ĂŒber das Internet – sowohl in verschlĂŒsselter wie in unverschlĂŒsselter Form – öffentlich zugĂ€nglich werden. Bemerkenswert ist schliesslich, dass die Technische Beschwerdekammer ĂŒberhaupt TestfĂ€lle wie die vorliegenden beurteilt, ist doch das Vorhandensein eines Rechtsschutzinteresses i.S.v. Art. 107 EPÜ in derartigen Konstellationen zumindest fraglich.

Dans le cadre de deux cas tests construits d’un commun accord par les parties, la chambre de recours technique de l’Office europĂ©en des brevets a traitĂ© de l’influence des documents publiĂ©s sur le world wide web et des courriels envoyĂ©s par internet sur l’évaluation de l’état de la technique du point de vue du droit des brevets au sens de l’art. 54 al. 2 CBE. Tout en dĂ©finissant un catalogue des conditions d’examen dans le domaine des documents, la chambre de recours a en principe exclu quant aux courriels que leur seul envoi par internet, sous une forme cryptĂ©e ou non, les rende accessibles au public. Enfin, il faut signaler qu’en gĂ©nĂ©ral elle juge ce genre de cas tests pour autant que, dans de telles constellations, on puisse au moins douter de l’existence d’un intĂ©rĂȘt juridique au sens de l’art. 107 CBE.

Adrian M. Gautschi | 2013 Ausgabe 2



Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)



Die Tagungsleiter Prof. Dr. Rolf H. Weber, Ordinarius an der UniversitĂ€t ZĂŒrich und Leiter des Zentrums fĂŒr Informations- und Kommunikationsrecht der UniversitĂ€t ZĂŒrich sowie Prof. Dr. Florent Thouvenin, Assistenzprofessor fĂŒr ImmaterialgĂŒter- und Informationsrecht und Direktor der Forschungsstelle fĂŒr Informationsrecht an der UniversitĂ€t St. Gallen, eröffneten die Tagung in einem vollen Saal des Zunfthauses zur Schmiden in der ZĂŒrcher Altstadt.



Auf Ersuchen des deutschen Bundesgerichtshofs befand der EuGH im Rahmen eines Vorabentscheidungsverfahrens, dass das Herunterladen einer Kopie eines Computerprogramms aus dem Internet mit Zustimmung des Urheberrechtsinhabers zur Erschöpfung des Rechts zur Verbreitung dieser Kopie fĂŒhrt. Damit können auch nicht körperliche Programmkopien Gegenstand der Erschöpfung bilden. Online heruntergeladene Programmkopien dĂŒrfen folglich weiterverĂ€ussert werden, und zwar ungeachtet dessen, ob die ursprĂŒnglich erworbene Programmkopie als Folge eines Wartungsvertrags spĂ€ter repariert oder aktualisiert worden ist. Der Ersterwerber muss aber im VerĂ€usserungszeitpunkt seine eigene Programmkopie unbrauchbar machen, ansonsten eine unzulĂ€ssige VervielfĂ€ltigung vorliegt. Daran anschliessend befand der EuGH, dass der Erwerber gebrauchter Lizenzen als «rechtmĂ€ssiger Erwerber» im Sinne von Art. 5 Abs. 1 der Richtlinie 2009/24 anzusehen ist, was dazu fĂŒhrt, dass auch dem zweiten sowie jedem weiteren Erwerber einer Nutzungslizenz das Recht zusteht, das betreffende Computerprogramm zu vervielfĂ€ltigen, um es bestimmungsgemĂ€ss nutzen zu können. Damit gelangte der EuGH in diesen Fragen zu weitgehend deckungsgleichen Resultaten wie das KGer ZG im Rahmen eines Massnahmeverfahrens aus dem Jahre 2011.

Suite Ă  une demande de dĂ©cision prĂ©judicielle prĂ©sentĂ©e par la Cour suprĂȘme fĂ©dĂ©rale allemande, la CJEU a prĂ©cisĂ© que le tĂ©lĂ©chargement via Internet d’une copie d’un programme d’ordinateur avec l’accord du titulaire du droit d’auteur a pour consĂ©quence l’épuisement du droit exclusif de distribution. Par consĂ©quent, des copies virtuelles d’un programme d’ordinateur peuvent Ă©galement faire l’objet de l’épuisement du droit. La revente des copies tĂ©lĂ©chargĂ©es via Internet est dĂšs lors admise et ce indĂ©pendamment de la question de savoir si la copie acquise initialement a Ă©tĂ© ultĂ©rieurement rĂ©parĂ©e ou actualisĂ©e sur la base d’un contrat de maintenance. Le premier acquĂ©reur doit cependant rendre inutilisable sa propre copie au moment de la revente, afin d’éviter une reproduction illicite. La CJEU a par ailleurs prĂ©cisĂ© que l’acquĂ©reur d’une licence «d’occasion» doit ĂȘtre considĂ©rĂ© comme acquĂ©reur lĂ©gitime au sens de l’art. 5 al. 1 de la directive 2009/24 et que par consĂ©quent le deuxiĂšme acquĂ©reur ainsi que tout futur acquĂ©reur d’une licence d’utilisation a le droit de reproduire le programme d’ordinateur en question afin de pouvoir l’utiliser d’une maniĂšre conforme Ă  sa destination. Ainsi, la CJEU est globalement arrivĂ©e aux mĂȘmes conclusions que le TC ZG dans le cadre d’une procĂ©dure en matiĂšre de mesures provisionnelles datant de 2011.

Roland Fischer / Flavio Delli Colli | 2012 Ausgabe 12



Der EuGH kommt in einem Entscheid zur Frage der Auslegung des Wortlauts von Waren- und Dienstleistungsverzeichnissen zum Schluss, dass Produkte in einer Markenanmeldung so klar und eindeutig anzugeben sind, dass der Schutzumfang des Zeichens allein auf dieser Grundlage bestimmt werden kann (Antwort auf die Vorlagefrage 1). Bei der Antwort auf die Frage nach den Wirkungen einer Verwendung der vollstĂ€ndigen KlassenĂŒberschrift stellt er aber nicht nur auf den Wortlaut der in der Überschrift enthaltenen Oberbegriffe ab. Vielmehr soll es dem Anmelder offenstehen, durch eine geeignete Klarstellung Schutz fĂŒr sĂ€mtliche in der alphabetischen Liste dieser Klasse enthaltenen Produkte zu beanspruchen (Antwort auf die Vorlagefrage 3). BezĂŒglich der Umsetzung dieser Vorgaben innerhalb der EU ist zum heutigen Zeitpunkt noch vieles unklar, weshalb es sich bei nachfolgender Besprechung eher um eine Zusammenfassung erster Gedanken zum Urteil handelt. UnabhĂ€ngig vom Urteil gewinnt das Klassifikationswesen international an Dynamik, worauf ebenfalls kurz eingegangen wird.

Dans un arrĂȘt qu’elle vient de rendre, la CJUE s’est penchĂ©e sur l’interprĂ©tation du contenu des listes des produits et services et en a dĂ©duit que les produits revendiquĂ©s lors de l’enregistrement d’une marque doivent ĂȘtre dĂ©signĂ©s de maniĂšre claire et sans Ă©quivoque, de sorte que l’étendue de la protection du signe puisse ĂȘtre dĂ©terminĂ©e sur cette seule et unique base (rĂ©ponse Ă  la question prĂ©judicielle 1). S’agissant des effets de l’usage de l’intitulĂ© complet de la classe des produits et services en cause, la CJUE ne se base pas seulement sur la teneur des notions gĂ©nĂ©riques contenues dans l’intitulĂ©. Bien au contraire, celui qui dĂ©pose une marque doit avoir la possibilitĂ© de revendiquer la protection pour tous les produits faisant partie de la liste alphabĂ©tique de cette classe au moyen d’une clarification appropriĂ©e (rĂ©ponse Ă  la question prĂ©judicielle 3). Quant Ă  l’application de ces dispositions au sein de l’UE, beaucoup de questions demeurent actuellement encore ouvertes, raison pour laquelle le prĂ©sent article fait plutĂŽt une synthĂšse des premiĂšres rĂ©flexions sur la dĂ©cision rendue. IndĂ©pendamment de cet arrĂȘt, le systĂšme de classification prĂ©sente une dynamique sur le plan international qui mĂ©rite Ă©galement qu’on s’y arrĂȘte briĂšvement.

Alexander Pfister | 2012 Ausgabe 12



Mit seiner Entscheidung «Solvay» hat der EuGH seine frĂŒhere Rechtsprechung «Roche» und «GAT» im Zusammenhang mit dem Anwendungsbereich von Art. 6 Ziff. 1 und Art. 22 Ziff. 4 EU-Verordnung 44/2001 in grenzĂŒberschreitenden europĂ€ischen Patentstreitigkeiten weiterentwickelt und wieder ein StĂŒck weit geöffnet. Solchen Streitigkeiten, die seit den vorgenannten letzteren Entscheidungen weitgehend zur Theorie wurden, dĂŒrfte damit wieder neues Leben eingehaucht werden.

En matiĂšre de conflits transfrontaliers europĂ©ens portant sur des brevets, la dĂ©cision «Solvay» de la CJUE a Ă  nouveau lĂ©gĂšrement ouvert et fait Ă©voluer la jurisprudence «Roche» et «GAT» sur le champ d’application de l’art. 6 ch. 1 et l’art. 22 ch. 4 du rĂšglement CE 44/2001. Devenus purement thĂ©oriques depuis ces dĂ©cisions, de tels conflits devraient ainsi renaĂźtre.

Stefan LuginbĂŒhl | 2012 Ausgabe 12



Bei schönstem Wetter haben sich rund 25 LES-Freunde im Hotel Flora Alpina in Vitznau zum traditionellen LES-Rigi-Wochenende, dieses Jahr unter dem Thema «Lizenzvertragspraxis mit besonderem Fokus auf den Wert der lizenzierten IP», getroffen. Wie jedes Jahr war es Ziel, im bewusst persönlich gehaltenen Workshop-Rahmen Lizenzbeispiele durchzuspielen und sich immaterialgĂŒterrechtlich auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Besonders erfreulich war, dass auch junge LES-Mitglieder und solche aus der Romandie den Weg nach Vitznau fanden! Grosser Dank gilt den Referenten, die sich am Freitagnachmittag bzw. am Samstagmorgen Zeit genommen haben, um die «LES-Gemeinde» mit ihrem Wissen zu bereichern.



Das Bundesverwaltungsgericht blickt auf sein fĂŒnftes TĂ€tigkeitsjahr zurĂŒck. Auffallend viele FĂ€lle in den Bereichen Marken- und Urheberrecht hatten die Beantwortung verfahrensrechtlicher Fragen zum Inhalt. Bei den Markeneintragungen sind drei FĂ€lle herauszuheben, nĂ€mlich zum einen zwei Formmarken sowie zum anderen eine olfaktorische Marke. Weiter befasste sich das Gericht auch in diesem Jahr mit einigen englischsprachigen Zeichen und diversen Herkunftsangaben, woraus geschlossen werden kann, dass sich deren Verwendung als Markenbestandteile ungebrochener Beliebtheit erfreut. Ein weiterer Schwerpunkt im Markenrecht war die Beurteilung der Verkehrsdurchsetzung bzw. des rechtserhaltenden Gebrauchs.

Le Tribunal administratif fĂ©dĂ©ral fait le bilan de sa cinquiĂšme annĂ©e d’activitĂ©. Dans les domaines du droit des marques et du droit d’auteur, le nombre de cas portant sur des questions de nature procĂ©durale Ă©tĂ© Ă©tonnamment Ă©levĂ©. En ce qui concerne les enregistrements de marques, le TAF a notamment a Ă©tĂ© confrontĂ© Ă  deux marques de forme et Ă  une marque olfactive. Il a aussi a Ă©tĂ© amenĂ© Ă  se prononcer sur des signes en langue anglaise et sur diverses indications de provenance, ce qui dĂ©montre que ceux-ci sont toujours apprĂ©ciĂ©s comme Ă©lĂ©ments de marques. Enfin, il a frĂ©quemment eu l’occasion d’examiner des questions relatives aux marques imposĂ©es et Ă  l’usage d’une marque.

Sabine BĂŒttler / Philipp J. Dannacher | 2012 Ausgabe 11



Mitte 2011 hat die EuropĂ€ische Kommission ein GrĂŒnbuch ĂŒber den Online-Vertrieb von audiovisuellen Werken vorgestellt, das Massnahmen anregt, um den Chancen und Herausforderungen fĂŒr den digitalen Binnenmarkt besser gerecht zu werden. Die Überlegungen diskutieren die Problematik des Urheberrechts im Internetzeitalter sehr breit und gehen damit ĂŒber die audiovisuellen Werke hinaus; neben spezifischen Anpassungen von Regulierungen kommt die Schaffung eines unionsweiten Urheberrechtskodexes oder eines fakultativen Urheberrechtstitels zur Sprache. Weil diese Themen kontrovers beurteilt werden, ist es bisher noch nicht zu konkreten FolgevorschlĂ€gen gekommen.

A la fin du second semestre 2011, la Commission europĂ©enne a prĂ©sentĂ© un livre vert sur l’exploitation en ligne d’Ɠuvres audiovisuelles. Incitant Ă  prendre des mesures afin de mieux tenir compte des chances et des dĂ©fis du marchĂ© unique numĂ©rique, le livre vert ouvre, par-delĂ  l’audiovisuel, une large discussion sur la problĂ©matique du droit d’auteur Ă  l’ùre d’internet; outre des adaptations spĂ©cifiques des rĂ©glementations, il Ă©voque la crĂ©ation d’un Code europĂ©en du droit d’auteur ou d’un titre de droit d’auteur facultatif. Manifestement, ces thĂšmes sont controversĂ©s, raison pour laquelle la discussion n’aboutit pas encore Ă  des propositions concrĂštes.

Rolf H. Weber | 2012 Ausgabe 11



Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)



Der von INGRES und dem IGE unter der Verantwortung von Dr. Christoph Gasser organisierte Ittinger Workshop vom 7./8. September 2012 in der Kartause Ittingen stand im Lichte des VerhĂ€ltnisses zwischen Designrecht und Markenrecht, das sowohl aus der Sicht des schweizerischen als auch des europĂ€isch harmonisierten und vereinheitlichten Rechts betrachtet wurde. Die provokante Titelthese des Workshops konnte nicht eindeutig beantwortet werden. Die angeregten Diskussionen zeigten jedoch deutlich, dass das Designrecht aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist und in der Praxis immer mehr eine eigenstĂ€ndige, vom Markenschutz unabhĂ€ngige Bedeutung erlangt. Dies vor allem auch deshalb, weil Formmarken immer restriktiver gehandhabt und die Vorteile des Schutzes durch Designrecht zunehmend erkannt werden. Der Workshop zeigte darĂŒber hinaus, dass im Designrecht zentrale Fragen noch ihrer Beantwortung harren.



Seite 16 von 22  |  435 BeitrĂ€ge