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Berichte / Rapports

Ende MĂ€rz 2011 hat der Gerichtshof der EuropĂ€ischen Union ein weiteres Urteil zwischen den notorisch zerstrittenen Parteien Anheuser-Busch Inc. (Anheuser) und BudějovickĂœ Budvar, nĂĄrodnĂ­ podnik (Budvar) gefĂ€llt. Diesmal ging es um die Frage, ob sich die tschechische Brauerei Budvar in einem Widerspruchsverfahren gestĂŒtzt auf die von ihr in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten geltend gemachten Rechte an der Ursprungsbezeichnung «Bud» unter Art. 8 Abs. 4 Gemeinschaftsmarkenverordnung erfolgreich gegen den Schutz verschiedener von der amerikanischen Brauerei Anheuser hinterlegten Gemeinschaftsmarken mit dem Wortelement «Bud» zur Wehr setzen kann, auch wenn nicht nachgewiesen ist, dass Budvar die Bezeichnung «Bud» in den Staaten, in denen die geografische Angabe geschĂŒtzt ist, auch tatsĂ€chlich im geschĂ€ftlichen Verkehr gebraucht. Der Gerichtshof hiess das Rechtsmittel von Anheuser weitgehend gut und kam zum Schluss, dass die fĂŒr Budvar in einzelnen Mitgliedstaaten geschĂŒtzte geografische Angabe «Bud» der Eintragung der von Anheuser beantragten Gemeinschaftsmarken mit dem Wortbestandteil «Bud» nur dann entgegenstehen kann, wenn die Herkunftsangabe erstens in einem mehr als bloss örtlichen Gebiet geschĂŒtzt ist und zweitens in einem «bedeutenden Teil» dieses Gebiets im geschĂ€ftlichen Verkehr benutzt wird.

Fin mars 2011, la Cour de Justice de l’Union europĂ©enne a rendu un nouvel arrĂȘt dans le litige bien connu opposant Anheuser-Busch Inc. (Anheuser) Ă  BudějovickĂœ Budvar, nĂĄrodnĂ­ podnik (Budvar). Il s’agissait cette fois de savoir si Budvar pouvait s’opposer avec succĂšs, sur la base de l’art. 8 al. 4 du rĂšglement sur la marque communautaire, Ă  l’enregistrement de diverses marques communautaires comprenant l’élĂ©ment «Bud» appartenant Ă  la brasserie amĂ©ricaine Anheuser, en invoquant les droits Ă  l’indication de provenance «Bud», que la brasserie tchĂšque a fait valoir dans diffĂ©rents Etats membres, mĂȘme lorsqu’il n’est pas prouvĂ© que cette indication de provenance serait effectivement utilisĂ©e dans le commerce par Budvar dans les Etats oĂč elle est protĂ©gĂ©e. Admettant en principe le moyen soulevĂ© par Anheuser, la Cour a considĂ©rĂ© que la protection, dans les Etats membres concernĂ©s, de l’indication de provenance «Bud», pour Budvar, ne peut s’opposer Ă  l’enregistrement des marques communautaires dĂ©posĂ©es par Anheuser qu’à deux conditions: premiĂšrement, la dĂ©signation gĂ©ographique doit ĂȘtre protĂ©gĂ©e sur un territoire qui dĂ©passe le cadre local; deuxiĂšmement, elle doit ĂȘtre utilisĂ©e dans le commerce dans une «partie importante» de ce territoire.

Alexandra Linder / Simon Holzer | 2011 Ausgabe 10



Inkrafttreten des Abkommens mit Russland ĂŒber den Schutz der geographischen Angaben



Die jĂŒngste Tagung zur Praxis des ImmaterialgĂŒterrechts in der Schweiz fand im Anschluss an die jĂ€hrliche Mitgliederversammlung im Lake Side Casino ZĂŒrichhorn in ZĂŒrich statt und wurde von RA Dr. Christoph Gasser organisiert. RA Dr. Michael Ritscher, der die Tagungsleitung innehatte, wies eingangs darauf hin, dass der Fokus der Tagung nicht auf dem Patentprozessrecht liege, da am 22. November 2011 eine eigene Veranstaltung zu diesem Thema stattfinden wird.



Das Bundesverwaltungsgericht blickt auf sein viertes TĂ€tigkeitsjahr zurĂŒck. Eine Weiterentwicklung der Rechtsprechung ist insbesondere bei den sittenwidrigen Zeichen und bei den ErgĂ€nzenden Schutzzertifikaten fĂŒr Arzneimittel zu verzeichnen. Ins Auge fallen zwei WiderspruchsfĂ€lle, in denen die KennzeichnungsschwĂ€che der Widerspruchsmarke aus einem FreihaltebedĂŒrfnis abzuleiten war. Bemerkenswert ist ausserdem, dass die Gutheissungen des BVGer im Bereich der geografischen Herkunftsangaben nicht vor Bundesgericht angefochten wurden.

Le Tribunal administratif fĂ©dĂ©ral revient sur sa quatriĂšme annĂ©e d‘activitĂ©. Sa jurisprudence a notamment Ă©voluĂ© dans le domaine des signes contraires aux mƓurs et des certificats complĂ©mentaires de protection pour les mĂ©dicaments. Deux affaires en matiĂšre d’opposition, dans lesquelles la faiblesse du signe distinctif d‘une marque opposante a Ă©tĂ© dĂ©duite d’un besoin de libre disposition, sont particuliĂšrement frappantes. En outre, il est surprenant que les dĂ©cisions du TAF admettant des recours dans le domaine des indications de provenance n’ont pas Ă©tĂ© attaquĂ©es au Tribunal fĂ©dĂ©ral.

Miriam Sahlfeld / Kathrin Bigler Schoch | 2011 Ausgabe 9



Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)



Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)



Seit der Ausdehnung des Markenschutzes auf nicht konventionelle Markenformen im Jahr 1993 ist insbesondere fĂŒr Formmarken eine reiche Kasuistik zu deren MarkenfĂ€higkeit und den Eintragungsvoraussetzungen entstanden. Weniger Leitlinien findet der Praktiker dagegen zur Frage, was unter das Ausschliesslichkeitsrecht des Markeninhabers fĂ€llt bzw. welcher Gebrauch fremder Marken einem Dritten ohne Einwilligung erlaubt ist. Durch die aktuelle Entwicklung in der Informations- und Kommunikationstechnologie und die immer wichtiger werdende Nutzung von Online-Dienstleistungen wie Suchmaschinen oder Handelsplattformen sind zudem neue Formen von Kennzeichenrechtsverletzungen entstanden. Wo beim Gebrauch von Marken im Internet Stolpersteine liegen und wer bei Markenrechtsverletzungen haftet, ist sowohl fĂŒr Markeninhaber als auch fĂŒr Anbieter von Online-Angeboten von grossem Interesse.



FondĂ©e en 2003, l’AROPI est une association de langue française qui a pour buts l’étude et le dĂ©veloppement de la propriĂ©tĂ© intellectuelle et la reprĂ©sentation aux niveaux national et international des intĂ©rĂȘts de ses membres (avocats spĂ©cialisĂ©s, conseils en propriĂ©tĂ© industrielle, responsables de services de propriĂ©tĂ© intellectuelle en entreprise, enseignants et chercheurs exerçant leur activitĂ© principalement en Suisse et dans les rĂ©gions limitrophes). L’AROPI a obtenu le statut d’observateur permanent auprĂšs de l’OMPI en 2006.



Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)



Inkrafttreten des neuen Patentanwaltsgesetzes: Eintragung in das Register und Wegfall des Vertretungszwangs bei Auslandswohnsitz



Nach dem «Philips»-Entscheid im Jahr 2002 hatte der EuGH – diesmal in Bezug auf den achtnoppigen (4x2), roten Klemmbaustein von Lego – erneut ĂŒber die MarkenfĂ€higkeit eines bedeutenden dreidimensionalen Zeichens zu urteilen. Im Mittelpunkt der gerichtlichen Auseinandersetzung stand hierbei das Eintragungshindernis von Art. 7 Abs. 1 Buchst. e Ziff. ii VO (EG) Nr. 40/94. FĂŒr die in diesem Verfahren strittige Ware «Bauspielzeug» der Klasse 28 des Nizza-Abkommens hat der Gerichtshof das Rechtsmittel abgewiesen und damit die dreidimensionale EU-Gemeinschaftsmarke fĂŒr den Lego-Stein letztinstanzlich fĂŒr nichtig erklĂ€rt. Nicht einmal die rote Farbe des Bausteins, welche i.c. als nicht funktionelles Element galt, hat dieses Resultat verhindert.

Somit hat der EuGH auf europĂ€ischer Ebene entschieden, was in der Schweiz nach den Bundesgerichtsentscheiden «Lego III (3D)» von 2003 und «ErlĂ€uterungen zu Lego III (3D)» von 2004 (noch) nicht geklĂ€rt ist. Der vorliegende Entscheid dĂŒrfte fĂŒr Aufsehen sorgen. Denn mit dem absoluten Ausschlussgrund von Art. 2 Buchst. b 2. Teil MSchG lĂ€sst sich die eidgenössische Rechtslage im relevanten Bereich mit derjenigen der EU vergleichen. Hinzu kommt, dass im schweizerischen Markenregister bei den fĂŒnf dreidimensionalen Marken fĂŒr Lego-Steine keine FarbansprĂŒche vermerkt sind, mithin – im Gegensatz zum europĂ€ischen Sachverhalt – ein vor Gericht möglicherweise dienlicher, nicht funktioneller Bestandteil fehlt.

AprĂšs l’arrĂȘt «Philips» rendu en 2002, la CJUE devait Ă  nouveau – cette fois en relation avec les briques de construction rouges de Lego avec huit saillies cylindriques (4x2) – juger de la possibilitĂ© pour un signe en trois dimensions bĂ©nĂ©ficiant d’une notoriĂ©tĂ© importante d’ĂȘtre protĂ©gĂ© par le droit des marques. La Cour a principalement dĂ©battu de la restriction Ă  l’enregistrement prĂ©vue Ă  l’art. 7 al. 1 let. e ch. ii du RĂšglement (CE) no 40/94. S’agissant des «briques de construction» de la classe 28 de la Convention de Nice, qui Ă©taient au cƓur du litige, la Cour a rejetĂ© le recours et a constatĂ© en derniĂšre instance la nullitĂ© de la marque communautaire en trois dimensions pour les briques de Lego. MĂȘme la couleur rouge de la brique, qui n’était pas considĂ©rĂ©e en l’espĂšce comme fonctionnelle, n’y a rien changĂ©.

Ainsi, la CJUE a rendu une dĂ©cision au niveau europĂ©en sur un point qui n’était pas (encore) Ă©clairci en Suisse suite aux dĂ©cisions rendues par le Tribunal fĂ©dĂ©ral dans les causes «Lego III (3D)» de 2003 et «interprĂ©tation de Lego III (3D)» de 2004. L’arrĂȘt dont il est ici question devrait faire sensation. En effet, la situation juridique basĂ©e sur le motif d’exclusion de l’art. 2 let. b 2Ăšme partie LPM est comparable avec celle en vigueur au sein de l’UE pour le domaine concernĂ©. S’ajoute Ă  cela qu’aucune revendication de couleur ne figure dans le registre suisse des marques pour les cinq marques en trois dimensions concernant les briques Lego; contrairement Ă  l’état de fait jugĂ© en droit europĂ©en, il leur manque donc un Ă©lĂ©ment non fonctionnel qui aurait pu avoir son importance devant un tribunal.

Adrian M. Bienek | 2011 Ausgabe 5



Der EuGH verpflichtet die EU-Mitgliedsstaaten, das in Art. 17 der Richtlinie 89/71/EG festgeschriebene Kumulierungsprinzip zwischen Urheber- und Geschmacksmusterrecht einzuhalten. Ausnahmeregelungen, mit denen ein genereller Ausschluss des Urheberrechtsschutzes fĂŒr Werke der angewandten Kunst einhergeht, wie die in Italien zwischenzeitlich vorgesehene «ewige Schonfrist» fĂŒr Unternehmen, die bereits vor Implementierung der Richtlinie mit der Produktion nach Vorlage damals gemeinfreier Werke begonnen hatten, sind nicht zulĂ€ssig.

La CJUE oblige les Etats membres Ă  respecter le principe du cumul entre le droit d’auteur et le droit sur le dessin ou modĂšle communautaire, conformĂ©ment Ă  l’art. 17 de la Directive 89/71/CE. Contrevient Ă  ce principe une rĂ©glementation d’exception dont il rĂ©sulterait une exclusion gĂ©nĂ©rale de la protection du droit d’auteur pour les Ɠuvres d’arts appliquĂ©s, comme c’était le cas en Italie avec l’application d’«un dĂ©lai de grĂące perpĂ©tuel» pour les entreprises qui, dĂ©jĂ  avant la mise en vigueur de la Directive, avaient commencĂ© Ă  produire des copies d’Ɠuvres alors considĂ©rĂ©es comme faisant partie du domaine public.

Peter Schramm | 2011 Ausgabe 5



Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)



Die zehnte Urheberrechtstagung des Schweizer Forum fĂŒr Kommunikationsrecht, die dieses Jahr in Bern stattgefunden hat, drehte sich um das Zukunftsmodell einer Content Flatrate. Dass bis zur eventuellen Verwirklichung einer Content Flatrate noch viele Fragen zu klĂ€ren und HĂŒrden zu ĂŒberwinden sind, grundsĂ€tzlich aber durchaus Potenzial fĂŒr ein solches Modell besteht, stellte sich an dieser Veranstaltung deutlich heraus.



vom 6. November 1925 ĂŒber die internationale Eintragung gewerblicher Muster und Modelle, revidiert in London am 2. Juni 1934, in Den Haag am 28. November 1960 (ergĂ€nzt durch die Zusatzvereinbarung von Monaco [1961], die ErgĂ€nzungsvereinbarung von Stockholm [1967] und das Protokoll von Genf [1975], und geĂ€ndert 1979) und in Genf am 2. Juli 1999.

| 2011 Ausgabe 5



Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)



Auch die diesjĂ€hrige, dritte derartige Tagung war von RA Dr. Christoph Gasser organisiert worden und wurde von RA Dr. Michael Ritscher geleitet. Der Veranstaltung, die wieder hoch ĂŒber dem winterlichen ZĂŒrich stattfand, vorausgegangen war erneut ein gemeinsamer Skiausflug in kleinem Kreis mit gemĂŒtlichem Abendessen mit den Referenten. Neu wurde der Vormittag ganz dem Patentrecht gewidmet, was noch mehr Zeit fĂŒr Diskussionen liess.



Tarif Nutzungsbereich GĂŒltigkeitsdauer Beschluss der ESchK
Gemeinsame Tarife (GT) von ProLitteris, SSA, SUISA, Suissimage und Swissperform
GT 2a Weitersenden mittels Umsetzer 2011–2013 (–2015) 23.11.2010
GT 3a Empfang von Sendungen, AuffĂŒhrungen mit Ton- und TonbildtrĂ€gern zur Hintergrundunterhaltung 01.07.2010–31.12.2013 (VerlĂ€ngerung) 26.03.2010
GT 3b Hintergrundunterhaltung in Bahnen, Schiffen, Flugzeugen, Reisecars, SchaustellergeschÀften und mittels Reklame-Lautsprecherwagen 2011 (VerlÀngerung) 19.10.2010
GT 3c Empfang von Fernsehsendungen auf Grossbildschirmen («public viewing») 2011–2014 16.12.2010
GT 4a LeerkassettenvergĂŒtung 2011–2013 (VerlĂ€ngerung) 16.11.2010
GT 4b LeertrĂ€gervergĂŒtung auf CD-R/-RW data 2011–2013 (VerlĂ€ngerung) 16.11.2010
GT 4c LeertrĂ€gervergĂŒtung auf bespielbaren DVD 2011–2013 16.11.2010
GT 4d LeertrĂ€gervergĂŒtung auf digitalen Speichermedien wie Microchips oder Harddiscs in Audio- und audiovisuellen AufnahmegerĂ€ten 01.01.2011–30.06.2012 18.11.2010
GT 4e LeertrĂ€gervergĂŒtung auf digitalen Speichern in Mobiltelefonen 01.07.2010–31.12.2011 18.03.2010
GT 11 Nutzung von Archivaufnahmen von Sendeunternehmen 01.11.2010–31.10.2013 16.11.2010
Tarife der SUISA
A Sendungen der SRG (ohne Werbung) 2011 (VerlÀngerung) 16.11.2010
PI TontrĂ€ger, die ans Publikum abgegeben werden 2011–2012 (–2013) 01.12.2010
PN TontrĂ€ger, die nicht ans Publikum abgegeben werden 2011–2013 01.12.2010
VM TonbildtrĂ€ger, die zur Hauptsache Musikfilme enthalten und ans Publikum abgegeben werden (Musik-DVD) 2011–2012 (–2013) 01.12.2010
VN TonbildtrĂ€ger, die nicht ans Publikum abgegeben werden 2011–2013 (–2015) 19.10.2010
W Werbesendungen der SRG 2011 (VerlÀngerung) 16.11.2010
Gemeinsame Tarife (GT) von SUISA und Swissperform
GT Hb MusikauffĂŒhrungen zu Tanz und Unterhaltung 2011 (VerlĂ€ngerung) 23.11.2010
GT S Sender (ohne SRG) 2011–2013 04.11.2010
GT T TonbildtrĂ€ger-VorfĂŒhrungen gegen Eintritt (ohne Kinos), Telekiosk, Audio- und Videotext und Ă€hnliche Dienste, Empfang von Sendungen auf Grossbildschirmen 2011 (VerlĂ€ngerung) 19.10.2010
GT Z Zirkus 31.12.2010 (VerlÀngerung) 21.06.2010
GT Z Zirkus 2011–2014 02.11.2010
Die BeschlĂŒsse der ESchK sind auf der Website www.eschk.ch verfĂŒgbar. Gegen die BeschlĂŒsse der ESchK betreffend die GT 4e, 12 (Beschluss vom 16.12.2009, siehe sic! 2010, 229), Z sowie den Tarif A (Fernsehen) der Swissperform (Beschluss vom 9.11.2009, siehe sic! 2010, 230) wurden von Nutzerseite Beschwerden beim Bundesverwaltungsgericht erhoben, die zur Zeit der Abfassung dieses Berichts noch hĂ€ngig waren. Die Gemeinsamen Tarife 2a, 3a, 3b, 3c, 4a, 4b, 4c, 4d, 4e, 11, Hb, S, T und Z, die Tarife PI, PN, VM und VN wurden auch von der Aufsichtsbehörde des FĂŒrstentums Liechtenstein genehmigt (teilweise nur bis zum Ablauf der Konzession der SUISA am 22.07.2012). Ausserdem wurde von dieser Behörde am 20.12.2010 der nur in Liechtenstein gĂŒltige GT 6b (Verleihen von Werkexemplaren in Bibliotheken) mit einer GĂŒltigkeitsdauer von 1.1.2011 bis 22.7.2012 (Ablauf der Konzession der ProLitteris) genehmigt.


Der EuGH erhielt im Rahmen des vorliegenden Vorabentscheidungsverfahrens erstmals Gelegenheit, sich zur Vereinbarkeit nationaler Systeme der «Abgabe fĂŒr Privatkopie» mit der RL 2001/29/EG des EuropĂ€ischen Parlaments und des Rates vom 22. Mai 2001 zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft zu Ă€ussern. Zwar hat die EuropĂ€ische Kommission beim Erlass dieser Richtlinie darauf verzichtet, die «Abgabe fĂŒr Privatkopie» en dĂ©tail zu regeln; ĂŒber die Auslegung des Begriffs «gerechter Ausgleich» i.S.d. Art. 5 Abs. 2 lit. b RL 2001/29 lassen sich aber die unionsrechtlichen Grundlagen und Grenzen solcher Institute gleichwohl abstecken. Das Urteil ist – trotz fehlender Bindungswirkung – auch fĂŒr die Schweiz von Interesse. So stellt sich die Frage, ob das hiesige System der LeertrĂ€gervergĂŒtung im Lichte der AusfĂŒhrungen des EuGH ĂŒberdacht werden sollte.

A l’occasion de la question prĂ©judicielle qui fait l’objet de ce rapport, la CJUE s’est prononcĂ©e pour la premiĂšre fois sur la compatibilitĂ© des systĂšmes nationaux sur les redevances pour la copie privĂ©e au regard de la Directive 2001/29/CE du Parlement europĂ©en et du Conseil du 22 mai 2001 sur l’harmonisation de certains aspects du droit d’auteur et des droits voisins dans la sociĂ©tĂ© d’information. Lorsque cette directive a Ă©tĂ© rendue, la Commission europĂ©enne a renoncĂ© Ă  rĂ©gler en dĂ©tail ces redevances; toutefois, l’interprĂ©tation de la notion de «compensation Ă©quitable» au sens de l’art. 5 al. 2 lit. b de la Directive permet d’en dĂ©finir les contours et les bases juridiques. MĂȘme si cette dĂ©cision ne lie pas la Suisse, elle prĂ©sente Ă©galement un intĂ©rĂȘt pour notre pays. Il faut ainsi se demander si notre systĂšme national de redevance sur les supports vierges doit ĂȘtre repensĂ© Ă  la lumiĂšre des considĂ©rants de la CJUE.

Fabian Wigger | 2011 Ausgabe 3



La rĂ©glementation en matiĂšre de noms de domaine est succinte. En Suisse, leur gestion est dans une trĂšs large mesure traitĂ©e aux seuls art. 14 et suivants de l’Ordonnance sur les ressources d’adressage dans le domaine des tĂ©lĂ©communications (ORAT). Il en rĂ©sulte que l’organisme chargĂ© d’assurer la gestion du ccTLD «.ch» et l’attribution des noms de domaine sous ce ccTLD, soit la fondation Switch, jouit de prime abord de trĂšs larges pouvoirs en la matiĂšre. La question de savoir dans quelle mesure cette dĂ©lĂ©gation de compĂ©tence satisfait aux exigences constitutionnelles n’a jamais Ă©tĂ© tranchĂ©e en droit suisse. Elle a toutefois rĂ©cemment fait l’objet en France d’un arrĂȘt du Conseil constitutionnel, rendu le 6 octobre 2010, qui mĂ©rite de retenir l’attention.

Die Regelungsdichte im Bereich der Domainnamen ist bloss spĂ€rlich. In der Schweiz wird ihre Vergabe zu einem grossen Teil von Art. 14 ff. der Verordnung ĂŒber die Adressierungselemente im Fernmeldebereich (AEFV) geregelt. Daraus ergibt sich, dass die Organisation, die beauftragt wurde, die Verwaltung der ccTLD «.ch» und die Zuteilung von Domainnamen unter dieser ccTLD zu gewĂ€hrleisten, die Stiftung Switch, in diesem Bereich von vorneherein sehr weite Kompetenzen geniesst. Die Frage, inwieweit diese ZustĂ€ndigkeitsĂŒbertragung den verfassungsmĂ€ssigen Anforderungen genĂŒgt, ist im Schweizer Recht nie entschieden worden. Sie war allerdings kĂŒrzlich in Frankreich Gegenstand eines am 6. Oktober 2010 erlassenen Urteils des Verfassungsrats, das Aufmerksamkeit verdient.

Philippe Gilliéron | 2011 Ausgabe 3



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