Das vorliegende Urteil des Gerichtshofs der EuropĂ€ischen Union (EuGH) stellt klar, dass die Einrede der Verwirkung durch Duldung im Markenrecht nicht greift, wenn die jĂŒngere Marke bösglĂ€ubig angemeldet wurde. Selbst wenn der Inhaber der Ă€lteren Marke die Benutzung ĂŒber mehrere Jahre hinnimmt oder in einer Abmahnung Fristen zur Klageerhebung setzt, bleibt die Geltendmachung der Nichtigkeit wegen BösglĂ€ubigkeit möglich. Damit prĂ€zisiert der EuGH das VerhĂ€ltnis zwischen Rechtssicherheit und Missbrauchsschutz und stellt klar, dass bösglĂ€ubig erlangte Markenrechte keinen Bestandsschutz durch Zeitablauf geniessen.
Le prĂ©sent arrĂȘt de la Cour de justice de lâUnion europĂ©enne (CJUE) prĂ©cise que lâexception de dĂ©chĂ©ance par tolĂ©rance ne sâapplique pas en droit des marques si la marque plus rĂ©cente a Ă©tĂ© dĂ©posĂ©e de mauvaise foi. MĂȘme si le titulaire de la marque antĂ©rieure tolĂšre lâusage pendant plusieurs annĂ©es ou fixe des
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Cedric Cucinelli | sic! 2026 Ausgabe 6
«Das war heute ganz grosses IP-Kino!», sagte Sven StĂŒrmann, PrĂ€sident der Beschwerdekammern des EUIPO am Schluss dieser Fachtagung. Bereits am Wochenende hatte ein gemeinsamer Ausflug ins Wintersportgebiet Flumserberg Gelegenheit zum informellen Austausch geboten und die Tagung «Praxis des ImmaterialgĂŒterrechts in der EU und in der Schweiz» setzte den fachlichen Schwerpunkt. Sie stand erneut unter der Leitung von Michael Ritscher und wurde von Christoph Gasser organisiert. In bewĂ€hrtem Rahmen brachte der Anlass Fachpersonen aus ganz Europa zusammen, um aktuelle Fragen des ImmaterialgĂŒterrechts praxisnah zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.
«CâĂ©tait aujourdâhui du grand cinĂ©ma de la PI !», a dĂ©clarĂ© Sven StĂŒrmann, prĂ©sident des chambres de recours de lâEUIPO, Ă la fin de cette confĂ©rence. DĂ©jĂ
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Janine GĂŒbeli / Julien Thalmann | sic! 2026 Ausgabe 6
Die Seite der Schweizerischen Lauterkeitskommission
Entscheid der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK) vom 21. Januar 2026 (III. Kammer)
sic! 2026 Ausgabe 6
Der Entscheidung des EuGH vom 19. Juni 2025 (Rs. C-17/24) liegt ein Vorabentscheidungsersuchen der «Cour de cassation», des höchsten Gerichts der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Frankreich, zugrunde. Im Zentrum der drei Vorlagefragen der «Cour de cassation» stehen das VerhĂ€ltnis und die Anwendungsbereiche der beiden absoluten NichtigkeitsgrĂŒnde des Art. 52 Abs. 1 Buchst. a) und b) VO Nr. 207/2009 und das absolute Eintragungshindernis i.S.d. Art. 7 Abs. 1 Buchst. e) Ziff. ii) VO Nr. 207/2009, auf das Art. 52 Abs. 1 Buchst. a) VO 207/2009 Bezug nimmt. Zudem hat der EuGH in diesem Urteil wesentliche Aussagen betreffend das fĂŒr Art. 52 Abs. 1 Buchst. b) VO Nr. 207/2009 relevante Merkmal der «BösglĂ€ubigkeit des Anmelders einer Marke» getroffen.
Kern des Rechtsstreits war die Anmeldung von Unionsmarken, die geeignet waren, die bereits durch ein Patent geschĂŒtzte
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Isabel Gabert-PIpersberg | sic! 2026 Ausgabe 6
Der Gerichtshof der EuropĂ€ischen Union hat mit seinem Urteil vom 4. September 2025, LEGO A/S v. PozitĂv EnergiaforrĂĄs Kft. (C-211/24), betont, dass die fĂŒr die Beurteilung von SchutzfĂ€higkeit und Schutzumfang eines Geschmacksmusters zentralen Begriffe «informierter Benutzer» und «Gesamteindruck» einheitlich auszulegen sind. Hiernach ist der «informierte Benutzer» eine besonders aufmerksame, mit dem Formenschatz des betreffenden Bereichs vertraute Person, die Unterschiede im Erscheinungsbild bewusst wahrnimmt, ohne diese wie ein Fachmann technisch zu prĂŒfen. Der «Gesamteindruck» ist die visuelle Gesamtwirkung, die ein Geschmacksmuster beim informierten Benutzer hervorruft, ohne technische Analyse. Dies gilt trotz der zugrundeliegenden technischen Merkmale und des Ausnahmecharakters von Art. 8 Abs. 3 Verordnung (EG) Nr. 6/2002 auch fĂŒr Geschmacksmuster modularer Systeme.
Auch bei den «guten GrĂŒnden»
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Birgit Weil | sic! 2026 Ausgabe 6
Der Entscheidung des EuGH vom 19. Juni 2025 (Rs. C-17/24) liegt ein Vorabentscheidungsersuchen der «Cour de cassation», des höchsten Gerichts der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Frankreich, zugrunde. Im Zentrum der drei Vorlagefragen der «Cour de cassation» stehen das VerhĂ€ltnis und die Anwendungsbereiche der beiden absoluten NichtigkeitsgrĂŒnde des Art. 52 Abs. 1 Buchst. a) und b) VO Nr. 207/2009 und das absolute Eintragungshindernis i.S.d. Art. 7 Abs. 1 Buchst. e) Ziff. ii) VO Nr. 207/2009, auf das Art. 52 Abs. 1 Buchst. a) VO 207/2009 Bezug nimmt. Zudem hat der EuGH in diesem Urteil wesentliche Aussagen betreffend das fĂŒr Art. 52 Abs. 1 Buchst. b) VO Nr. 207/2009 relevante Merkmal der «BösglĂ€ubigkeit des Anmelders einer Marke» getroffen.
Kern des Rechtsstreits war die Anmeldung von Unionsmarken, die geeignet waren, die bereits durch ein Patent geschĂŒtzte
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Isabel Gabert-PIpersberg | sic! 2026 Ausgabe 6
Der Gerichtshof der EuropĂ€ischen Union hat mit seinem Urteil vom 4. September 2025, LEGO A/S v. PozitĂv EnergiaforrĂĄs Kft. (C-211/24), betont, dass die fĂŒr die Beurteilung von SchutzfĂ€higkeit und Schutzumfang eines Geschmacksmusters zentralen Begriffe «informierter Benutzer» und «Gesamteindruck» einheitlich auszulegen sind. Hiernach ist der «informierte Benutzer» eine besonders aufmerksame, mit dem Formenschatz des betreffenden Bereichs vertraute Person, die Unterschiede im Erscheinungsbild bewusst wahrnimmt, ohne diese wie ein Fachmann technisch zu prĂŒfen. Der «Gesamteindruck» ist die visuelle Gesamtwirkung, die ein Geschmacksmuster beim informierten Benutzer hervorruft, ohne technische Analyse. Dies gilt trotz der zugrundeliegenden technischen Merkmale und des Ausnahmecharakters von Art. 8 Abs. 3 Verordnung (EG) Nr. 6/2002 auch fĂŒr Geschmacksmuster modularer Systeme.
Auch bei den «guten GrĂŒnden»
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Birgit Weil | sic! 2026 Ausgabe 6
Das vorliegende Urteil des Gerichtshofs der EuropĂ€ischen Union (EuGH) stellt klar, dass die Einrede der Verwirkung durch Duldung im Markenrecht nicht greift, wenn die jĂŒngere Marke bösglĂ€ubig angemeldet wurde. Selbst wenn der Inhaber der Ă€lteren Marke die Benutzung ĂŒber mehrere Jahre hinnimmt oder in einer Abmahnung Fristen zur Klageerhebung setzt, bleibt die Geltendmachung der Nichtigkeit wegen BösglĂ€ubigkeit möglich. Damit prĂ€zisiert der EuGH das VerhĂ€ltnis zwischen Rechtssicherheit und Missbrauchsschutz und stellt klar, dass bösglĂ€ubig erlangte Markenrechte keinen Bestandsschutz durch Zeitablauf geniessen.
Le prĂ©sent arrĂȘt de la Cour de justice de lâUnion europĂ©enne (CJUE) prĂ©cise que lâexception de dĂ©chĂ©ance par tolĂ©rance ne sâapplique pas en droit des marques si la marque plus rĂ©cente a Ă©tĂ© dĂ©posĂ©e de mauvaise foi. MĂȘme si le titulaire de la marque antĂ©rieure tolĂšre lâusage pendant plusieurs annĂ©es ou fixe des
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Cedric Cucinelli | sic! 2026 Ausgabe 6
«Das war heute ganz grosses IP-Kino!», sagte Sven StĂŒrmann, PrĂ€sident der Beschwerdekammern des EUIPO am Schluss dieser Fachtagung. Bereits am Wochenende hatte ein gemeinsamer Ausflug ins Wintersportgebiet Flumserberg Gelegenheit zum informellen Austausch geboten und die Tagung «Praxis des ImmaterialgĂŒterrechts in der EU und in der Schweiz» setzte den fachlichen Schwerpunkt. Sie stand erneut unter der Leitung von Michael Ritscher und wurde von Christoph Gasser organisiert. In bewĂ€hrtem Rahmen brachte der Anlass Fachpersonen aus ganz Europa zusammen, um aktuelle Fragen des ImmaterialgĂŒterrechts praxisnah zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.
«CâĂ©tait aujourdâhui du grand cinĂ©ma de la PI !», a dĂ©clarĂ© Sven StĂŒrmann, prĂ©sident des chambres de recours de lâEUIPO, Ă la fin de cette confĂ©rence. DĂ©jĂ
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Janine GĂŒbeli / Julien Thalmann | sic! 2026 Ausgabe 6
Die Seite der Schweizerischen Lauterkeitskommission
Entscheid der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK) vom 21. Januar 2026 (III. Kammer)
sic! 2026 Ausgabe 6
Der Gerichtshof der EuropĂ€ischen Union (EuGH) beantwortet in dem vorliegenden Urteil die Frage, ob die Marken-RL noch Raum fĂŒr allgemeine zivilrechtliche Verwirkungsvorschriften nach nationalem Recht lĂ€sst. Mit einer ausgesprochen kurzen BegrĂŒndung verneint er dies, womit er die Rechtsvereinheitlichung höher gewichtet als ein Handeln nach Treu und Glauben.
Dans le prĂ©sent arrĂȘt, la Cour de justice de lâUnion europĂ©enne (CJUE) pose la question de savoir si la directive sur les marques laisse encore place Ă lâapplication au niveau national de dispositions gĂ©nĂ©rales de dĂ©chĂ©ance en matiĂšre civile. Elle rĂ©pond par la nĂ©gative dans un exposĂ© des motifs extrĂȘmement succinct, qui montre quâelle accorde plus dâimportance Ă lâharmonisation juridique quâĂ un comportement de bonne foi.
Bendicht LĂŒthi | sic! 2026 Ausgabe 5
Bei Kollisionen zwischen geschĂŒtzten Weinbezeichnungen mit vorbestehenden Markenrechten ist die Rechtslage in der EU bereits im Jahr 2009 geĂ€ndert worden. In seinem Entscheid C-341/24 hat der EuGH nun geklĂ€rt, dass auf vor Inkrafttreten der Ănderung eingereichte AntrĂ€ge auf EU-weite Ausweitung einer bereits im Ursprungsland geschĂŒtzten Ursprungsbezeichnung fĂŒr Wein noch das alte Recht anwendbar ist. Die praktische Bedeutung liegt im vorliegenden Fall darin, dass unter altem EU-Recht bestehende Ă€ltere Marken noch kein relatives Schutzhindernis fĂŒr die Eintragung der Ursprungsbezeichnungen darstellten.
En cas de conflit entre des appellations viticoles protĂ©gĂ©es et des droits de marque prĂ©existants, la situation juridique dans lâUE a dĂ©jĂ Ă©tĂ© modifiĂ©e en 2009. Dans son arrĂȘt C-341/24, la CJUE a dĂ©sormais prĂ©cisĂ© que les demandes dĂ©posĂ©es avant lâentrĂ©e en vigueur de la modification visant Ă Ă©tendre Ă lâĂ©chelle europĂ©enne une appellation dâorigine dĂ©jĂ protĂ©gĂ©e dans le pays dâorigine restent soumises Ă lâancienne lĂ©gislation. Dans le cas prĂ©sent, cela signifie concrĂštement que les marques antĂ©rieures existant sous lâancien droit europĂ©en ne constituaient pas encore un obstacle relatif Ă lâenregistrement des appellations dâorigine.
Stephanie Stampfli | sic! 2026 Ausgabe 5
In der Entscheidung G 1/23 vom 2. Juli 2025 hatte sich die Grosse Beschwerdekammer (GBK) des EPA mit der Frage zu befassen, ob ein Produkt, das bereits vor dem Anmeldedatum des Patents öffentlich verfĂŒgbar ist, von der Fachperson reproduzierbar sein muss, um zum Stand der Technik zu gehören. Die GBK kam zum Ergebnis, dass die Voraussetzung der Reproduzierbarkeit nicht haltbar sei.
In der Entscheidung G 1/24 vom 18. Juni 2025 hatte sich die GBK mit der Frage zu befassen, ob bei der PrĂŒfung der Patentierbarkeit, namentlich der Neuheit und erfinderischen TĂ€tigkeit, die Beschreibung und Figuren auch dann heranzuziehen sind, wenn der Anspruchswortlaut fĂŒr sich genommen hinreichend klar ist. Die GBK kam zum Ergebnis, dass die Beschreibung und Figuren bei der Auslegung von PatentansprĂŒchen stets zu berĂŒcksichtigen sind â auch im PrĂŒfungs- und Einspruchsverfahren.
Dans la dĂ©cision G 1/23 du 2 juillet 2025, la Grande Chambre de recours de lâOEB a dĂ» se pencher sur la question de savoir si un produit dĂ©jĂ accessible au public avant la date de dĂ©pĂŽt du brevet doit ĂȘtre reproductible par un expert pour faire partie de lâĂ©tat de la technique. Elle est parvenue Ă la conclusion que la condition de reproductibilitĂ© nâĂ©tait pas valable.
Dans la dĂ©cision G 1/24 du 18 juin 2025, la Grande Chambre de recours a dĂ» se prononcer sur la question de savoir si, lors de lâexamen de la brevetabilitĂ©, Ă savoir de la nouveautĂ© et de lâactivitĂ© inventive, la description et les figures doivent Ă©galement ĂȘtre prises en considĂ©ration lorsque le libellĂ© des revendications est suffisamment clair en soi. Elle est parvenue Ă la conclusion que la description et les figures doivent toujours ĂȘtre prises en compte dans lâinterprĂ©tation des revendications de brevet, y compris dans les procĂ©dures dâexamen et dâopposition.
Stefan Kohler | sic! 2026 Ausgabe 5
Mit Urteil vom 4. September 2025 erlĂ€uterte der EuGH, wann die VerjĂ€hrungsfrist fĂŒr kartellrechtliche SchadenersatzansprĂŒche, die im Nachgang zu einer Entscheidung einer nationalen Wettbewerbsbehörde vor einem Zivilgericht erhoben werden (sog. follow on-Schadenersatzklagen), beginnt. Der EuGH stellte klar, dass der Fristenlauf erst einsetzt, sobald das angerufene Zivilgericht bei seinem Entscheid an die Feststellungen der nationalen Wettbewerbsbehörde gebunden ist. Dies setzte im vorliegenden Fall die Bestandeskraft des Entscheides der nationalen Wettbewerbsbehörde und damit die Erledigung ergriffener Rechtsmittel voraus.
Dans son arrĂȘt du 4 septembre 2025, la CJUE a prĂ©cisĂ© Ă quel moment commence Ă courir le dĂ©lai de prescription pour les actions en dommages-intĂ©rĂȘts fondĂ©es sur le droit de la concurrence, qui sont intentĂ©es devant un tribunal civil Ă la suite dâune dĂ©cision Ă©manant dâune autoritĂ© nationale de la concurrence (actions dites «follow on»). La CJUE a prĂ©cisĂ© que le dĂ©lai ne commence Ă courir quâĂ partir du moment oĂč le tribunal civil saisi est liĂ©, dans sa dĂ©cision, par les conclusions de lâautoritĂ© nationale de la concurrence. Dans le cas prĂ©sent, cela supposait que la dĂ©cision de lâautoritĂ© nationale de concurrence soit dĂ©finitive et donc que tous les recours aient Ă©tĂ© Ă©puisĂ©s.
Laura Borer | sic! 2026 Ausgabe 5
Lâaffaire C-2/24 qui a donnĂ© lieu Ă lâarrĂȘt de la Cour de Justice de lâUnion europĂ©enne du 23 octobre 2025 concerne un accord de rĂšglement entre deux acteurs du marchĂ© pharmaceutique. Cet accord prĂ©voyait notamment que le fabricant du mĂ©dicament gĂ©nĂ©rique ne rentrerait pas sur le marchĂ© et sâengageait Ă ne pas concurrencer le fabricant du princeps. AprĂšs analyse de lâaccord de rĂšglement conclu entre les parties, la Commission europĂ©enne a infligĂ© une amende Ă chacune dâelles, considĂ©rant quâil sâagissait dâune restriction de la concurrence par objet, contraire Ă lâart. 101 du TraitĂ© sur le fonctionnement de lâUnion europĂ©enne (TFUE) et lâart. 53 de lâaccord EEE. Le Tribunal de lâUnion europĂ©enne a rejetĂ© le recours des parties qui se sont donc pourvues par-devant la Cour de Justice de lâUnion europĂ©enne. Cette derniĂšre, amenĂ©e Ă se prononcer sur une Ă©ventuelle annulation de lâarrĂȘt de lâinstance infĂ©rieure, a constatĂ©, Ă lâaide de sa jurisprudence Ă©tablie â et importante â que lâexamen de lâaccord de rĂšglement qui avait Ă©tĂ© effectuĂ© Ă©tait exempt de tout reproche. Partant, la Cour a rejetĂ© le pourvoi des sociĂ©tĂ©s requĂ©rantes.
Die Rechtssache C-2/24, die zum Urteil des Gerichtshofs der EuropĂ€ischen Union (EuGH) vom 23. Oktober 2025 gefĂŒhrt hat, betrifft eine Vergleichsvereinbarung zwischen zwei Akteuren des Pharmamarktes. Diese sah insbesondere vor, dass der Hersteller des Generikums nicht auf dem Markt auftreten wĂŒrde und sich verpflichtete, nicht mit dem Hersteller des OriginalprĂ€parats zu konkurrieren. Nach PrĂŒfung der zwischen den Parteien geschlossenen Vergleichsvereinbarung verhĂ€ngte die EuropĂ€ische Kommission gegen beide Parteien eine Geldbusse, da sie der Ansicht war, es handle sich um eine bezweckte WettbewerbsbeschrĂ€nkung, die gegen Artikel 101 des Vertrags ĂŒber die Arbeitsweise der EuropĂ€ischen Union (AEUV) und Artikel 53 des EWR-Abkommens verstösst. Das Gericht der EuropĂ€ischen Union (EuG) wies die Klage der Parteien ab, die daraufhin beim EuGH Berufung einlegten. Dieser musste ĂŒber eine mögliche Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils entscheiden und stellte unter Berufung auf seine stĂ€ndige und umfangreiche Rechtsprechung fest, dass die PrĂŒfung der getroffenen Vergleichsvereinbarung völlig einwandfrei war. Entsprechend wies er die Berufung der klagenden Unternehmen ab.
Mathieu Marchal | sic! 2026 Ausgabe 5
23 Richterinnen und Richter des CET-J (Circle Of European Trademark Judges) trafen sich â wie bereits seit 26 Jahren â zum jĂ€hrlichen 2œ-tĂ€gigen Meeting, das jeweils in einer anderen Hauptstadt am örtlichen Obersten Gericht stattfindet. Es wird im Kollegium aus 19 LĂ€ndern â auch Nicht-EU-Mitgliedern â diskutiert zu einzelnen nationalen bedeutenden Verfahren, insbesondere wenn es Vorlagen zum EuGH betrifft. Dabei geht es um das VerstĂ€ndnis neuer drĂ€ngender Rechtsprobleme und Rechtsfragen die sich beim Vergleich zwischen der jeweiligen nationalen Beurteilung stellen. Dabei soll dem EuGH ein Harmonisierungsbedarf nahegelegt oder Vorlagen initiiert werden. In diesem Sinne fand auch ein Besuch beim CJEU statt. In Wien beschĂ€ftigte man sich nun vorrangig mit dem Problem der Anwendung von KI im gerichtlichen Verfahren des Markenrechts und prĂ€zisierte die Aussage, die bereits in RIGA im Jahr 2024 getroffen worden war (GRUR 2025,143): ein sicheres und klares Handlungskonzept ist zu
[âŠ]Marianne Grabrucker | sic! 2026 Ausgabe 3
Der CIPCO IGE Workshop 2025 widmete sich den Herausforderungen von KĂŒnstlicher Intelligenz und DatenflĂŒssen im Kontext des Urheberrechts. Diskutiert wurden technische Grundlagen wie Training, Transparenz und Herausforderungen bei der Weiterentwicklung von Sprachmodellen. Juristische BeitrĂ€ge beleuchteten die politische Debatte in der Schweiz und die Frage nach neuen Regeln im Urheberrecht. Besonders betont wurde die Spannung zwischen Innovationsförderung und Schutz der Kreativen. Industrievertreter stellten ihre GeschĂ€ftsmodelle und Erwartungen an rechtliche Rahmenbedingungen dar. Ăkonomische Analysen hinterfragten die traditionelle BegrĂŒndung des Urheberrechts und diskutierten neue Anreizsysteme fĂŒr Datenproduktion. Auch die Rolle internationaler Organisationen wie der WIPO sowie die Implikationen des EU AI Act fĂŒr die Schweiz wurden thematisiert. Insgesamt zeigte der Workshop die Notwendigkeit klarer, zukunftsfĂ€higer Regeln, um Innovation und Rechtssicherheit zu verbinden.
Le workshop CIPCO/IPI 2025 a Ă©tĂ© consacrĂ© aux dĂ©fis posĂ©s par lâintelligence artificielle et les flux de donnĂ©es dans le contexte du droit dâauteur. Les discussions ont portĂ© sur les fondements techniques tels que lâentraĂźnement, la transparence et les difficultĂ©s liĂ©es au perfectionnement des modĂšles linguistiques. Les contributions juridiques ont Ă©clairĂ© le dĂ©bat politique en Suisse et la question de nouvelles rĂšgles en matiĂšre de droit dâauteur. Lâaccent a Ă©tĂ© mis en particulier sur la tension entre la promotion de lâinnovation et la protection des crĂ©ateurs. Les reprĂ©sentants de lâindustrie ont prĂ©sentĂ© leurs modĂšles dâaffaires et leurs attentes en matiĂšre de cadre juridique. Des analyses Ă©conomiques ont remis en question la justification traditionnelle du droit dâauteur et discutĂ© de nouveaux mĂ©canismes dâincitation Ă la production de donnĂ©es. Le rĂŽle dâorganisations internationales telles que lâOMPI ainsi que les implications pour la Suisse de la loi europĂ©enne sur lâIA ont Ă©galement Ă©tĂ© abordĂ©s. Dans lâensemble, le workshop a montrĂ© la nĂ©cessitĂ© de rĂšgles claires et pĂ©rennes afin de concilier innovation et sĂ©curitĂ© juridique.
Peter Picht / Florent Thouvenin | sic! 2026 Ausgabe 3
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