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Forum – Zur Diskussion / A discuter

Die Gruppen sind ebenfalls eingeladen anzugeben, ob diese verschiedenen Formen der Verletzung von Markenrechten eine Wirkung auf die dem Markeninhaber zu leistende finanzielle Kompensation haben.



Die Schweizerische Lauterkeitskommission (SLK) hat den bisherigen einleitenden GrundsÀtzen neue Bestimmungen zum Geltungsbereich sowie Anwendungsregeln vorangestellt. Die GrundsÀtze zum Begriff und zu den Formen von kommerzieller Kommunikation erhalten damit eine Renummerierung in der Systematik.



Im Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 4. Dezember 2007 kommt dieses (in Übereinstimmung mit der Vorinstanz) zum Schluss, dass das Zeichen «Delight Aromas (fig.)» zwar eine anpreisende QualitĂ€tsangabe im Sinne von «genussvolle Aromen» darstellt. Es anerkennt dennoch auf Eintragung der Marke im Schweizerischen Register mit der BegrĂŒndung, dass der Begriff «Delight» vom breiten Publikum nicht verstanden wĂŒrde. Im vorliegenden Beitrag wird die bundesverwaltungsgerichtliche BegrĂŒndung kritisch beurteilt und die Praxis zur Ermittlung der VerstĂ€ndlichkeit einer Marke beim Publikum, insbesondere im Hinblick auf die Sonderstellung des Englischen im Vergleich zu anderen Fremdsprachen, beleuchtet.

Claudia Keller | 2008 Ausgabe 6



Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens)



Nach dem revidierten EuropĂ€ischen PatentĂŒbereinkommen und dem Londoner Übereinkommen treten am 1. Juli 2008 die Änderungen des Patentgesetzes vom 22. Juni 2007 sowie der Patentrechtsvertrag vom 1. Juni 2000 in Kraft. Zugleich wird auch das angepasste AusfĂŒhrungsrecht in Kraft gesetzt. Damit ist der substanzielle Teil der Patentgesetzreform abgeschlossen.



Ab 1. Juli 2008 werden Marken, Patente, Designs und Topographien nicht mehr im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB), im Schweizerischen Patentblatt (+pat+) und im Schweizerischen Designblatt (mod. dép.) veröffentlicht. Die rechtswirksame Publikation von Neueintragungen und RegisterÀnderungen erfolgt ab diesem Zeitpunkt ausschliesslich elektronisch, in der Schutzrechtsdatenbank des Instituts www.swissreg.ch.



Einst gegrĂŒndet zur Begleitung einer Novellierung des Urheberrechts kehre das Schweizer Forum fĂŒr Kommunikationsrecht (SF-FS) mit dieser Veranstaltung quasi zu seinen Wurzeln zurĂŒck; wegen der aktuellen Revision seien neue Fragen zu beantworten, leitet Prof. Dr. Reto M. Hilty, UniversitĂ€t ZĂŒrich und Max Planck Institut fĂŒr Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, MĂŒnchen, im ZĂŒrcher Zunfthaus zur Schneidern ein. Mit helvetischer Verzögerung habe der Gesetzgeber Anpassungen an das EU-Recht vorgenommen. Jener sei insofern Positives abzugewinnen, als man aus Fehlern habe lernen können.



Second Life est un monde virtuel, un univers persistant dans lequel Ă©voluent de nombreuses communautĂ©s et, surtout, de nombreux commerces. Il est en effet possible pour l’utilisateur de s’enrichir en Ă©changeant ses devises virtuelles contre des dollars Ă©tats-uniens. TrĂšs rapidement, de nombreuses marques renommĂ©es telles que Nike, Louis Vuitton et Chanel virent leurs produits imitĂ©s sans droit et mis sur le marchĂ© virtuel de Second Life. Or, le manque Ă  gagner pour ces marques est loin d’ĂȘtre nĂ©gligeable, puisqu’il peut ĂȘtre Ă©valuĂ© Ă  deux millions de dollars Ă©tats-uniens.

Nicolas Torrent | 2008 Ausgabe 5



Der vorliegende Beitrag setzt sich mit dem heilmittelrechtlichen Erstanmelderschutz als Ausschliesslichkeitsrecht sui generis auseinander. Ausgehend von der völkerrechtlichen Vorgabe im TRIPs-Agreement werden die schweizerischen Rechtsgrundlagen erlĂ€utert und ihre Anwendung in der Praxis untersucht. Dies erfolgt insbesondere unter Bezugnahme auf das in diesem Zusammenhang kĂŒrzlich ergangene «Wochentabletten»-Urteil (in diesem Heft auf Seite 369 ff. wiedergegeben). Schliesslich erörtert der Beitrag den Erstanmelderschutz mit Blick auf das EU-Recht und untersucht dessen Relevanz fĂŒr die Schweiz.

Die Autoren gelangen zum Ergebnis, dass das geltende schweizerische Recht und die diesbezĂŒgliche Praxis den Erstanmelderschutz zwar im Einklang mit den völkerrechtlichen Minimal-Vorgaben umsetzen, dabei aber gewisse SchutzlĂŒcken bestehen bleiben. Weiter stellen sie fest, dass der Erstanmelderschutz in der Schweiz konzeptionell von jenem in der EU zu unterscheiden ist, weshalb die europĂ€ische Rechtspraxis fĂŒr die Auslegung der schweizerischen Vorschriften nur sehr begrenzt herangezogen werden kann.



Im Vorfeld der 12. Sitzung des Zwischenstaatlichen Komitees fĂŒr ImmaterialgĂŒterrecht und genetische Ressourcen, traditionelles Wissen und Folklore (IGC) der Weltorganisation fĂŒr geistiges Eigentum (WIPO) organisierte das Eidg. Institut fĂŒr Geistiges Eigentum (IGE) zusammen mit dem International Center for Trade and Sustainable Development (ICTSD) einen zweitĂ€gigen Workshop. Diese Tagung hatte das Ziel, Vertreter indigener und lokaler Gemeinschaften verschiedener Nationen stĂ€rker in die IGC-Debatten ĂŒber «ImmaterialgĂŒterrechte und traditionelles Wissen» miteinzubeziehen. Zur Verfolgung dieses Ziels leistete das IGE zusĂ€tzlich einen zweiten Beitrag in den freiwilligen WIPO-Fonds. Neben den Indigenen-Vertretern partizipierten Vertreter der WIPO, CBD (Übereinkommen ĂŒber die biologische Vielfalt), WTO (Welt-Handelsorganisation), FAO (UN-ErnĂ€hrungs- und Landwirtschaftsorganisation) sowie Regierungsvertreter (u.a. der USA) und Vertreter verschiedener Nichtregierungsorganisationen.



Die INGRES-Tagung zum Thema «Die Marke «Schweiz» – eine Chance» stand im Zeichen der Vorlage zum Schutz der Bezeichnung «Schweiz» und des Schweizerkreuzes. Zuerst wurde die Vorlage von Dr. Felix Addor, dem Stellvertretenden Direktor des Eidgenössischen Institutes fĂŒr Geistiges Eigentum, vorgestellt, und anschliessend hatten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. Dr. Michael Ritscher, Rechtsanwalt, ZĂŒrich, wies in seiner EinfĂŒhrung darauf hin, dass die Schweiz zu den bekanntesten LĂ€ndern ĂŒberhaupt zĂ€hle und ĂŒber einen sehr guten Ruf verfĂŒge. Dies fĂŒhre zu einem erheblichen Wert der Marke «Schweiz», und dieser erhebliche Wert wiederum bringe ein gewisses Missbrauchspotenzial mit sich. Es bestehe die Gefahr einer Erosion der Marke «Schweiz». So seien zum Beispiel von den 6390 im Jahre 2007 in der Schweiz eingetragenen «Swissness-Marken» nicht weniger als 220 auf auslĂ€ndische Inhaber eingetragen gewesen. Ferner wĂŒrden zahlreiche «Swissness-Marken» durch AuslĂ€nder im Ausland fĂŒr Produkte beliebiger Herkunft benutzt und als Marken geschĂŒtzt, wie beispielsweise «K-Swiss» fĂŒr Turnschuhe, «Swiss Formula» fĂŒr Kosmetika, usw. Die Vorlage biete nun die Chance, den Schutz der Bezeichnung «Schweiz» zu stĂ€rken und einer Erosion der Marke «Schweiz» entgegenzuwirken.



In ihrem Beitrag vergleichen Christiane Thies und Philipp Spauschus das deutsche Urheberrecht des Architekten mit dem schweizerischen. In Bezug auf das Änderungsrecht des EigentĂŒmers bei Werken der Baukunst sowie das Urheberpersönlichkeitsrecht des Architekten gibt es Unterschiede, die vorliegend fĂŒr das Schweizer Recht prĂ€zisiert werden.

Sibylle Wenger Berger | 2008 Ausgabe 4



Deklaration, welche die Deklarationen Japans zu Art. 3(3) und 15(1) in dessen Beitrittsurkunden Àndern; bei fehlendem Widerspruch wird die Deklaration von der WIPO am 21. Juli 2008 als erhalten erachtet

Alexandra Grazioli / Barbara Schweizer | 2008 Ausgabe 4



On February 1, 2008 the International Geneva Conference: Economic Experts in Competition Law took place on the premises of the World Meteorological Organization. This conference was organized by the Swiss Association of Competition Law and Studienvereinigung Kartellrecht e.V. Speakers from European competition authorities, universities and the legal and economic practice gave insights to the role of economic experts in competition law proceedings. The conference was held in English and presented to an international auditorium of practitioners and scholars.



Die Seite des Instituts/La page de l’Institut Neue Mitgliedstaaten internationaler Konventionen (Datum des Inkrafttretens) Markenrechtsvertrag vom 27. Oktober 1994
Honduras 22. April 2008
Patentrechtsvertrag vom 1. Juni 2000
Ungarn 12. MĂ€rz 2008
Nouvelles adhĂ©sions Ă  des conventions internationales (date d’entrĂ©e en vigueur) TraitĂ© sur le droit des marques du 27 octobre 1994
Honduras 22 avril 2008
Traité sur le droit des brevets du 1er juin 2000
Hongrie 12 mars 2008
Internationale Konventionen (noch nicht in Kraft getreten) Vertrag von Singapur zum Markenrecht vom 27. MĂ€rz 2006
Bulgarien 21. Januar 2008; Deklaration betreffend Art. 19(2)
Alexandra Grazioli/Barbara Schweizer Conventions internationales (non encore en vigueur) Traité de Singapour sur le droit des marques du 27 mars 2006
Bulgarie 21 janvier 2008; dĂ©claration concernant l’art. 19(2)
Alexandra Grazioli/Barbara Schweizer EPÜ-SprachenĂŒbereinkommen tritt am 1. Mai 2008 in Kraft Das EPÜ-SprachenĂŒbereinkommen wurde am 17. Oktober 2000 in London abgeschlossen, um eine kostengĂŒnstige Übersetzungsregelung fĂŒr europĂ€ische Patente nach der Erteilung zu schaffen. Die Vertragsparteien des Übereinkommens verpflichten sich, auf die Einreichung von Übersetzungen europĂ€ischer Patente in ihre Landessprache ganz oder weitgehend zu verzichten. FĂŒr die Schweiz hat das Inkrafttreten des Übereinkommens zur Folge, dass ein vom EuropĂ€ischen Patentamt in englischer Sprache erteiltes Patent Wirkung in der Schweiz entfaltet, ohne dass es noch einer Übersetzung der Patentschrift in eine nationale Amtssprache bedarf. Die PatentansprĂŒche, welche den Schutzbereich eines Patents festlegen, werden aber auch nach Inkrafttreten des SprachenĂŒbereinkommens in allen drei Amtssprachen des EuropĂ€ischen Patentamts publiziert und liegen damit in den Landessprachen deutsch und französisch vor. Vom Anwendungsbereich des Übereinkommens unberĂŒhrt bleibt das Recht, den Patentinhaber im Falle gerichtlicher Streitigkeiten zu verpflichten, Übersetzungen des umstrittenen Patents in eine nationale Amtssprache nachzuliefern. WeiterfĂŒhrende Informationen: www.ige.ch, www.epo.org Simone Tichy L’Accord sur les langues entrera en vigueur le 1er mai 2008 L’Accord sur les langues a Ă©tĂ© conclu Ă  Londres le 17 octobre 2000 dans le but de mettre en place un rĂ©gime de traduction post-dĂ©livrance attrayant sur le plan des coĂ»ts pour les brevets europĂ©ens. Les parties Ă  l’accord s’engagent Ă  renoncer, en tout ou dans une large mesure, au dĂ©pĂŽt de traductions des brevets europĂ©ens dans leur langue nationale. Pour la Suisse, l’entrĂ©e en vigueur de l’Accord signifie qu’un brevet dĂ©livrĂ© en anglais par l’Office europĂ©en des brevets prendra effet en Suisse sans qu’il soit nĂ©cessaire de produire une traduction du fascicule du brevet dans une langue officielle suisse. Les revendications qui dĂ©finissent l’étendue de la protection d’un brevet continueront d’ĂȘtre publiĂ©es dans les trois langues officielles de l’Office europĂ©en des brevets mĂȘme aprĂšs l’entrĂ©e en vigueur de l’Accord sur les langues. Elles seront donc disponibles en allemand et en français. Le champ d’application de l’Accord n’altĂšre en rien le droit des tribunaux suisses d’exiger, en cas de litige, que le titulaire du brevet fournisse une traduction du brevet contestĂ© dans une langue officielle suisse. Informations complĂ©mentaires: www.ige.ch, www.epo.org Simone Tichy


Hintergrundunterhaltung in Bahnen, Schiffen, Flugzeugen, Reisecars, SchaustellergeschÀften mittels Reklame-Lautsprecherwagen



Dans un arrĂȘt «SOS Serruriers», le Tribunal fĂ©dĂ©ral a calculĂ© le dommage en multipliant la marge bĂ©nĂ©ficiaire du lĂ©sĂ© par le chiffre d’affaires rĂ©alisĂ© par l’auteur de la violation. Une telle approche est discutable, car elle ne tient pas compte des nombreux facteurs susceptibles d’influer sur la rĂ©alisation du chiffre d’affaires du dĂ©fendeur. Une mise en lumiĂšre critique s’impose.

Ralph Schlosser | 2008 Ausgabe 2



Das BGer musste vorliegend entscheiden, ob die Vorinstanz das Gesuch der BeschwerdefĂŒhrerin zu Recht ablehnte, der Beschwerdegegnerin bei der Bewerbung der «SUPERCARDplus» die Verwendung des Begriffes «Gratis-Kreditkarte» vorsorglich zu verbieten. Die Causa «SUPERCARDplus» wirft eine Reihe von Fragen auf, die nicht nur die quaestio iuris der willkĂŒrlichen (Nicht-)Anwendung des IrrefĂŒhrungsverbots von Art. 3 lit. b UWG betreffen, sondern auch den Sachverhalt selbst. Fragen, auf die das BGer Antworten schuldig blieb bzw. die sich fĂŒr das BGer anscheindend gar nicht erst stellten.

Christoph LĂŒscher | 2008 Ausgabe 2



Das Institut kann die Inhaber einer Marke oder eines Designs an das Datum des Ablaufs und die Möglichkeit einer VerlĂ€ngerung erinnern. Die Erinnerung erfolgte fĂŒr Marken bisher sechs Monate, fĂŒr Designs vier Monate vor FĂ€lligkeit. KĂŒnftig werden die Erinnerungsschreiben in diesen beiden Schutzrechten einheitlich drei Monate vor FĂ€lligkeit versandt. Von der Änderung betroffen sind Marken und Designs, deren Schutzfrist am 1. Juli 2008 oder spĂ€ter ablĂ€uft. Die Anpassung der Erinnerungsfrist erlaubt es dem Institut, GebĂŒhrenĂ€nderungen kĂŒnftig rascher nach der Genehmigung durch den Bundesrat umzusetzen. JĂŒrg Herren | 2008 Ausgabe 2


Die Problematik der finanziellen Wiedergutmachung bei ImmaterialgĂŒterrechtsverletzungen ist in der EU mit der Richtlinie zur Durchsetzung der Rechte des Geistigen Eigentums 2004/48/EG und in der Schweiz mit der jĂŒngsten Bundesgerichtspraxis (insbesondere dem «MilchschĂ€umer»-Entscheid, BGE 132 III 379) verstĂ€rkt in den Fokus der im ImmaterialgĂŒterrecht tĂ€tigen Forscher und Praktiker gerĂŒckt.



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