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Rechtsprechung / Jurisprudence


ZPO 138 III a.FĂŒr die Annahme der siebentĂ€gigen Zustellfiktion ist ein bestehendes ProzessrechtsverhĂ€ltnis vorausgesetzt, womit diese fĂŒr die erste Verfahrenshandlung ausser Betracht fĂ€llt (E. 1.1).

ZPO 53, 153 II, 223 II.Bei versÀumter Klageantwort trifft das Gericht einen Endentscheid soweit die Angelegenheit spruchreif ist, sprich das Klagebegehren hinreichend bestimmt und der Klagegrund im Hinblick auf die anwendbaren Rechtsnormen hinreichend substantiiert ist und das Gericht an der Richtigkeit der klÀgerischen Tatsachenbehauptungen keine erheblichen Zweifel hat (E. 1.2.).

OR 951, 956 I.Auch bei Übernahme gemeinfreier Bestandteile hat der Inhaber einer jĂŒngeren Firma – soweit er diese frei wĂ€hlen kann – mittels individualisierender ZusĂ€tze fĂŒr hinreichende Unterscheidbarkeit zu sorgen. Umgekehrt kann aber die blosse Mitverwendung gemeinfreier Bestandteile nicht verboten werden (E. 2.3–2.4, 4.3).

OR 956 II.Der Antrag auf Löschung einer rechtswidrigen Firma – also die Beseitigung der Störung – ist als Teil des Unterlassungsanspruchs zulĂ€ssig und (hier) verhĂ€ltnismĂ€ssig (E. 4.1–4.2).

CPC 138 III a.L’existence d’un rapport juridique procĂ©dural est une condition prĂ©alable Ă  la prise en considĂ©ration de la fiction de notification Ă  l’expiration d’un dĂ©lai de sept jours, ce qui signifie que ladite fiction de notification n’est pas applicable lorsqu’il s’agit de la premiĂšre Ă©tape de la procĂ©dure (consid. 1.1).

CPC 53, 153 II, 223 II.Si la rĂ©ponse n’est pas dĂ©posĂ©e dans le dĂ©lai imparti, le tribunal rend la dĂ©cision finale si la cause est en Ă©tat d’ĂȘtre jugĂ©e, c’est-Ă -dire que la demande est suffisamment dĂ©finie, que le motif de l’action en justice est suffisamment motivĂ© au regard des normes juridiques applicables et que le tribunal n’a pas de motifs sĂ©rieux de douter de la vĂ©racitĂ© des allĂ©gations du demandeur (consid. 1.2).

CO 951, 956 I.MĂȘme s’il reprend des Ă©lĂ©ments du domaine public, le propriĂ©taire d’une raison de commerce plus rĂ©cente doit veiller Ă  lui donner un caractĂšre distinctif suffisant en ajoutant des Ă©lĂ©ments individualisants – dans la mesure oĂč il est libre de choisir lesdits Ă©lĂ©ments. En revanche, la simple utilisation d’élĂ©ments du domaine public ne peut pas ĂȘtre interdite (consid. 2.3, 2.4, 4.3).

CO 956 II.La demande de radiation d’une raison de commerce illicite – soit l’élimination du trouble – est, dans le cadre d’une action en cessation, recevable et (ici) proportionnĂ©e (consid. 4.1, 4.2).

sic! 2021 Ausgabe 7-8



PatG 75 I.Eine ausschliessliche Lizenz liegt vor, wenn die Vergabe weiterer Lizenzen an Dritte fĂŒr denselben Gegenstand, dasselbe Vertragsgebiet und denselben Zeitraum nicht mehr möglich ist und der Lizenzgeber selbst auch nicht produzieren oder vertreiben darf (E. 21).

PatG 75 I.Das Bestehen einer ausschliesslichen Lizenz muss von der KlĂ€gerin behauptet und im Bestreitungsfalle bewiesen werden; die Behauptung der mĂŒndlichen EinrĂ€umung einer ausschliesslichen Lizenz und der Nachweis einer schriftlichen Vertriebserlaubnis, der kein Hinweis auf eine ExklusivitĂ€t zu entnehmen ist, genĂŒgen dafĂŒr nicht (E. 22 ff.).

PatG 69 I, 72.Die Vernichtung und der RĂŒckruf patentverletzender Produkte nach Ablauf der Schutzdauer sind unverhĂ€ltnismĂ€ssig. Der sich durch den vorzeitigen Aufbau eines Lagers oder entsprechender VertriebskanĂ€le ergebende Schaden kann in der zweiten Stufe der auf Schadenersatz gerichteten Stufenklage geltend gemacht werden, indem dargelegt wird, wie viel lĂ€nger die Beklagte ohne die patentverletzenden Handlungen nach Patentablauf gebraucht hĂ€tte, um dasselbe Verkaufsvolumen zu erreichen (E. 53 ff.).

LBI 75 I.Une licence est exclusive lorsque l’octroi d’autres licences Ă  des tiers pour le mĂȘme objet, la mĂȘme zone gĂ©ographique et la mĂȘme pĂ©riode n’est plus admis et que le donneur de licence lui-mĂȘme n’est plus non plus autorisĂ© Ă  produire ou Ă  distribuer le produit (consid. 21).

LBI 75 I.Le demandeur est tenu d’allĂ©guer l’existence d’une licence exclusive et, en cas de contestation, d’en fournir la preuve; l’allĂ©gation de l’octroi par oral d’une licence exclusive et la preuve d’une autorisation de distribution Ă©crite qui ne permet pas de dĂ©duire un caractĂšre exclusif ne sont pas considĂ©rĂ©es comme suffisantes (consid. 22 ss).

LBI 69 I, 72.La destruction et le rappel de produits violant le brevet aprĂšs l’échĂ©ance de la durĂ©e de la protection sont contraires au principe de la proportionnalitĂ©. Le prĂ©judice causĂ© par la construction prĂ©maturĂ©e d’un entrepĂŽt ou de canaux de distribution correspondants peut ĂȘtre invoquĂ© dans le cadre de la deuxiĂšme phase d’une action Ă©chelonnĂ©e tendant au paiement de dommages-intĂ©rĂȘts. À cet effet, il faut dĂ©montrer le temps supplĂ©mentaire dont la partie dĂ©fenderesse aurait eu besoin aprĂšs l’expiration de la protection, en l’absence des violations du brevet, pour atteindre le mĂȘme volume de ventes (consid. 53 ss).

sic! 2021 Ausgabe 7-8





UWG 9 I und II, 10 II a.Der Begriff der «Wahrung der wirtschaftlichen Interessen» geht weit und meint einerseits generell Interessen im wirtschaftlichen Umfeld, womit der Anwendungsbereich abgegrenzt wird von bloss ideellen, wissenschaftlichen oder sozialen Interessen. Andererseits muss es sich um Interessen der Mitglieder handeln, was eine gewisse KollektivitÀt der in Frage stehenden wirtschaftlichen Interessen voraussetzt; ein Verband kann nicht anstelle eines einzelnen Mitglieds dessen Individualinteressen vertreten (E. 2).

UWG 9 I.Es bedarf nicht der Behauptung und des Nachweises einer eigentlichen SchĂ€digung der wirtschaftlichen Interessen des Verbandsmitglieds, sondern es genĂŒgt, wenn eine Bedrohung (eine drohende Verletzung) substanziiert wird. Hat der Störer bereits gehandelt, ist aber eine aktuelle Störung (noch) nicht eingetreten, kommt es auf die objektive Eignung der Handlung zur Bewirkung einer Wettbewerbsstörung an (E. 3).

LCD 9 I et II, 10 II a.La notion de «dĂ©fense des intĂ©rĂȘts Ă©conomiques» est large. Elle vise d’une part les intĂ©rĂȘts dans le domaine Ă©conomique en gĂ©nĂ©ral, ce qui permet de dĂ©limiter le champ d’application par rapport Ă  des intĂ©rĂȘts purement idĂ©ologiques, scientifiques ou sociaux. D’autre part, les intĂ©rĂȘts dont il s’agit doivent ĂȘtre ceux des membres, ce qui implique une certaine collectivitĂ© des intĂ©rĂȘts Ă©conomiques en question. Une association ne peut pas reprĂ©senter les intĂ©rĂȘts individuels d’un membre (consid. 2)

LCD 9 I.Il n’est pas nĂ©cessaire d’allĂ©guer et de prouver une atteinte rĂ©elle aux intĂ©rĂȘts Ă©conomiques du membre de l’association: il suffit que la menace d’une atteinte illicite soit Ă©tayĂ©e. Si l’auteur du trouble a dĂ©jĂ  agi, mais que le trouble en question n’est pas (encore) survenu, il convient de dĂ©terminer si l’acte est objectivement apte Ă  causer une distorsion de concurrence (consid. 3).

sic! 2021 Ausgabe 6





LBI 24, 25 ; CPC 229. La renonciation partielle Ă  un brevet qui intervient devant le tribunal saisi d’une action en nullitĂ© est assimilĂ©e Ă  l’introduction de faits ou de moyens de preuves nouveaux dans le procĂšs civil. La renonciation partielle doit intervenir avant la clĂŽture de la phase de l’allĂ©gation (sauf exceptions de l’art 229 al. 1 let. a ou b), par exemple au moment de la duplique (consid. 3).

Sevan Antreasyan | sic! 2020 Ausgabe 12



PatG 26 I c; EPÜ 123, 138 I c. Das Herausgreifen einzelner Elemente aus mehreren Listen mit je mehreren alternativen AusfĂŒhrungsformen oder Merkmalen wĂ€hrend des patentrechtlichen Anmeldeverfahrens («singling out») ist unzulĂ€ssig, soweit es in der ursprĂŒnglichen Anmeldung nicht bereits Hinweise auf die gewĂ€hlte Kombination gab (E. 2.3, 3.1-3.6).

Andrea SchÀffler | sic! 2020 Ausgabe 12



IPRG 110 II i.V.m. 110 I. VorbehĂ€ltlich anderslautender Vereinbarung zwischen den Parteien nach Eintritt des schĂ€digenden Ereignisses beurteilen sich AnsprĂŒche aus Verletzungen von ImmaterialgĂŒterrechten nach dem Recht des Staates, fĂŒr den der Schutz der ImmaterialgĂŒter beansprucht wird (hier: deutsches Urheberrecht) (E. 1.2).

James Merz | sic! 2020 Ausgabe 12



KG 5, 7, 49a II; SVKG 8 f. Eine Selbstanzeige liegt vor, wenn der Selbstanzeiger der Wettbewerbsbehörde ein Dokument einreicht, das vor der kartellrechtlichen Untersuchung nicht existierte und vom Selbstanzeiger einzig mit dem Zweck erstellt wurde, die (mutmassliche) KartellaktivitÀt und die Beteiligung seines Unternehmens daran zu belegen (E. 4.1.1).

Daniel Alder | sic! 2020 Ausgabe 12





PatG 1 II, 26 I a; EPÜ 56 II. Informationen zu pharmazeutischen Wirkstoffen in verschiedenen Kapiteln eines Fachbuchs, die von unterschiedlichen Autoren verfasst wurden und eigenstĂ€ndige Werke darstellen, sind fĂŒr die Beurteilung der erfinderischen TĂ€tigkeit nicht zwingend zu kombinieren, selbst wenn die chemischen Formeln der beschriebenen Wirkstoffe ĂŒber strukturelle Ähnlichkeiten verfĂŒgen (E. 2.3.4).

Simon Holzer | sic! 2020 Ausgabe 11



MSchG 13; OR 956 II; ZGB 29 II; UWG 3 I d. In der blossen Abrufbarkeit einer Internetseite liegt noch kein rechtlich relevanter Gebrauch eines Kennzeichens in einem bestimmten Staat, vielmehr bedarf es zusÀtzlich einer qualifizierten Beziehung (E. 3.-3.3.1).

Stefan Hubacher | sic! 2020 Ausgabe 11



BGÖ 4b. Ob eine Verpflichtung zur aktiven behördlichen Information im Einzelfall erleichternde oder strengere Regeln ĂŒber den Zugang zu amtlichen Dokumenten aufstellt, ist durch Auslegung der betreffenden Normen zu ermitteln (E. 2.-3.2).

Michael Bircher | sic! 2020 Ausgabe 11



BGÖ 2 Ib, 10 I, 12; VBGÖ 11 I-V; DSG 16, 25 I; RVOV 8 I, Anhang 1 lit. B. Ziff. V.2.1.1. Ein Gesuch um Zugang zu amtlichen Dokumenten ist an die Behörde zu richten, die das Dokument erstellt hat. Ist eine Behörde im Auftrag einer anderen tĂ€tig, so ist die Verfasserin eines Untersuchungsberichts nicht unbedingt als deren Erstellerin zu qualifizieren. In solchen Konstellationen ist der Begriff des Erstellens nicht eindeutig; seine Tragweite hĂ€ngt vielmehr von den konkreten VerhĂ€ltnissen ab und ist durch Auslegung zu bestimmen (E. 2.2-3.3).

Alesch Staehelin | sic! 2020 Ausgabe 11





URG 22c. Eine zeitliche BeschrĂ€nkung des Rechts des ZugĂ€nglichmachens gesendeter musikalischer Werke gemĂ€ss Art. 22c URG lĂ€sst sich weder auf grammatikalische noch auf historische GrĂŒnde stĂŒtzen (E. 4.1-4.2).

Nadine Geelhaar | sic! 2020 Ausgabe 10



BV 9; HV 2 I, 2 II Ziff. 2. Auch Anwaltskosten, die z. T. bis zu drei Jahre vor der Klageerhebung entstanden sind, können grundsĂ€tzlich als vorprozessualer Aufwand entschĂ€digt werden, soweit sie unmittelbar mit dem gerichtlichen Verfahren in Zusammenhang stehen und die entsprechenden Rechnungspositionen hinreichend substanziiert sind (E. 3.3.1).

Alesch StÀhelin | sic! 2020 Ausgabe 10



LugÜ 23 I, 5 III; KG 7 II a. Eine in einem Letter of Intent abgeschlossene Gerichtsstandsvereinbarung findet auch auf einen kartellrechtlichen Anspruch aus unerlaubter Handlung (hier: Nichtabschluss des Werkstattvertrags) Anwendung, wenn dieser in einem engen zeitlichen und sachlichen Konnex zum Letter of Intent steht (E. 4.2.4, E.4.2.6).

Priska WerthmĂŒller | sic! 2020 Ausgabe 10



BGG 93 I. Das in einem Massnahmeentscheid ausgesprochene Verbot der Lagerung eines Streitgegenstands stellt einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil i.S.v. Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG dar, weshalb eine Beschwerde gegen den Entscheid prozessual zulÀssig ist (E. 1.3, 1.4).

Oliver Schmid | sic! 2020 Ausgabe 10



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