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Berichte / Rapports
Mitteilung zu einer Änderung (PrĂ€zisierung) der Liste der Mikroorganismustypen, welche durch die Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH (DSMZ) akzeptiert wurden.

sic! 2015 Ausgabe 2



Der von Dr. Michael Ritscher in inhaltlicher und von Dr. Christoph Gasser in organisatorischer Hinsicht geleitete, traditionelle Ittinger Workshop war diesmal dem Thema «Freihalteinteressen im Markenrecht» gewidmet.

Agnieszka Taberska | sic! 2015 Ausgabe 2



UWG 3 I b, e; SLK-GS 3.3, 1.1.2. Die Werbung mit Testergebnissen darf nicht irrefĂŒhrend oder tĂ€uschend sein. Ob dies vorliegt, beurteilt sich nach dem VerstĂ€ndnis der angesprochenen, durchschnittlich verstĂ€ndigen, aufgeklĂ€rten und informierten Durchschnittsadressaten (E. 4).

UWG 3 I b, e; SLK-GS 3.3, 1.1.2. Diesem Durchschnittsadressaten ist klar, dass die MarktverhĂ€ltnisse in Deutschland nicht identisch sein mĂŒssen mit denjenigen in der Schweiz. Insofern ist das Werben mit auslĂ€ndischen Testergebnissen nicht per se unzulĂ€ssig, soweit genĂŒgend klar ersichtlich ist, dass es sich um ein auslĂ€ndisches Testergebnis handelt (hier: «Testsieger in Deutschland») und nicht nachweisbar ist, dass dieses auslĂ€ndische Testergebnis in gravierender Weise von den schweizerischen VerhĂ€ltnissen abweicht oder das auslĂ€ndische Testverfahren den Anforderungen der Testrichtlinie der Lauterkeitskommission nicht zu genĂŒgen vermag (E. 5).

UWG 3 I b, e; SLK-GS 3.3, 1.1.2. FĂŒr den Durchschnittsadressaten ist zudem klar, dass es bei einem Wettbewerb durchaus mehr als einen Sieger geben kann. Solche gemeinsamen Gewinner werden je als Sieger bezeichnet (E. 7).

LCD 3 I b, e; RĂšgles CSL 3.3, 1.1.2. La publicitĂ© basĂ©e sur des rĂ©sultats de tests ne doit pas induire en erreur ou ĂȘtre trompeuse. Ceci est Ă©valuĂ© en fonction de la comprĂ©hension du public visĂ©, soit la comprĂ©hension moyenne, Ă©clairĂ©e et informĂ©e du destinataire moyen (consid. 4).

LCD 3 I b, e; RĂšgles CSL 3.3, 1.1.2. Il est clair pour le destinataire moyen que les conditions du marchĂ© allemand n’ont pas Ă  ĂȘtre identiques Ă  celles du marchĂ© suisse. A cet Ă©gard, la publicitĂ© se rĂ©fĂ©rant aux rĂ©sultats d’un test Ă©tranger n’est pas en soi inadmissible, pour autant (i) qu’il ressorte clairement que le test a Ă©tĂ© effectuĂ© Ă  l’étranger (en l’espĂšce: meilleur produit de sa catĂ©gorie en Allemagne [«Testsieger in Deutschland»]) et (ii) qu’il ne soit pas dĂ©montrĂ© que le rĂ©sultat du test effectuĂ© Ă  l’étranger diverge notablement des conditions suisses ou que la procĂ©dure du test Ă©tranger ne satisfait pas aux exigences des lignes directrices de la Commission suisse pour la loyautĂ© (consid. 5).

LCD 3 I b, e; RĂšgles CSL 3.3, 1.1.2. Pour les destinataires moyens, il est clair qu’il peut exister plusieurs gagnants Ă  un concours. De tels gagnants collectifs peuvent ainsi chacun ĂȘtre dĂ©signĂ© comme gagnant (consid. 7).

Mischa Senn | sic! 2015 Ausgabe 2







vom 20. MĂ€rz 1883 zum Schutz des gewerblichen Eigentums, revidiert in BrĂŒssel am 14. Dezember 1900, in Washington am 2. Juni 1911, in Den Haag am 6. November 1925, in London am 2. Juni 1934, in Lissabon am 31. Oktober 1958 und in Stockholm am 14. Juli 1967 und geĂ€ndert am 28. September 1979

sic! 2014 Ausgabe 12







Par un arrĂȘt du 27 mars 2014, la CJUE confirme le pouvoir des juridictions nationales de prononcer une injonction de blocage Ă  l’encontre d’un fournisseur d’accĂšs afin que celui-ci bloque l’accĂšs Ă  ses clients Ă  un site Internet portant atteinte aux droits d’auteur.

Mit Urteil vom 27. MĂ€rz 2014 bestĂ€tigte der EuGH die Kompetenz der Gerichte der Mitgliedstaaten, gegenĂŒber einem Zugangsprovider eine Sperre auszusprechen, damit dieser den Zugang seiner Kunden zu einer urheberrechtsverletzenden Internetseite sperrt.

Lena Leuenberger | sic! 2014 Ausgabe 11





Die diesjĂ€hrige Tagung des Instituts fĂŒr gewerblichen Rechtsschutz (INGRES) zur Praxis des ImmaterialgĂŒterrechts in der Schweiz fand wie gewohnt im Anschluss an seine Mitgliederversammlung im Lake Side Casino ZĂŒrichhorn in ZĂŒrich statt. Geleitet wurde die Tagung von Dr. Michael Ritscher, LL.M., wĂ€hrend Dr. Christoph Gasser, LL.M., die Verantwortung fĂŒr die Organisation ĂŒbernahm. Auch dieses Jahr prĂ€sentierten herausragende Fachleute die neuesten Entwicklungen und die aktuelle Rechtsprechung im Patent-, Urheber- und Kennzeichenrecht.

Patrick Schutte | sic! 2014 Ausgabe 11





Auf Ersuchen der spanischen Audiencia Nacional befand der EuGH im Rahmen eines Vorabentscheidungsverfahrens, dass der Betreiber einer Internetsuchmaschine fĂŒr personenbezogene Daten verantwortlich ist, die auf Internetseiten von Dritten erscheinen und vom Suchmaschinenbetreiber anhand einer Namenssuche und mittels entsprechender Links zugĂ€nglich gemacht werden. Die dahingehende TĂ€tigkeit einer Suchmaschine wird demnach als «Verarbeitung personenbezogener Daten» im Sinne von Art. 2 lit. b der Richtlinie 95/46 beurteilt und der Suchmaschinenbetreiber als fĂŒr diese TĂ€tigkeit «Verantwortlicher» nach deren Art. 2 lit. d. GestĂŒtzt auf Art. 7 und 8 der Grundrechtscharta kann die von der Datenbearbeitung betroffene Person verlangen, dass die jeweiligen Informationen einer breiten Öffentlichkeit nicht mehr durch Einbezug in die Ergebnisliste einer Suchmaschine zur VerfĂŒgung gestellt werden. In diesem Fall ĂŒberwiegen die Interessen des Betroffenen nicht nur die wirtschaftlichen Interessen des Suchmaschinenbetreibers, sondern auch jene der breiten Öffentlichkeit am Zugang zu diesen Informationen aufgrund einer anhand des Namens des Betroffenen durchgefĂŒhrten Suche.

À la demande de l’Audiencia Nacional espagnole, la Cour de justice europĂ©enne a jugĂ©, dans une procĂ©dure prĂ©judicielle, que l’exploitant d’un moteur de recherche Internet est responsable des donnĂ©es personnelles qui apparaissent sur les pages web de tiers et qui sont mises Ă  disposition par le moteur de recherche au travers d’une recherche nominale et de liens correspondants. Cette activitĂ© d’un moteur de recherche est ainsi considĂ©rĂ©e comme un «traitement de donnĂ©es Ă  caractĂšre personnel» au sens de l’art. 2 lit. b de la Directive 95/46; l’exploitant du moteur de recherche est pour sa part considĂ©rĂ© comme «responsable» de cette activitĂ© au sens de l’art. 2 lit. d de la Directive. Par ailleurs et sur la base des art. 7 et 8 de la Charte des droits fondamentaux, la personne touchĂ©e par le traitement de donnĂ©es peut demander que ces informations ne soient plus mises Ă  disposition du grand public par leur inclusion dans la liste de rĂ©sultats d’un moteur de recherche. Dans un tel cas, les intĂ©rĂȘts de la personne concernĂ©e l’emportent non seulement sur les intĂ©rĂȘts Ă©conomiques de l’exploitant du moteur de recherche, mais Ă©galement sur ceux du grand public d’avoir accĂšs Ă  cette information au moyen d’une recherche effectuĂ©e en utilisant le nom de la personne concernĂ©e.

Patrick Eggimann | sic! 2014 Ausgabe 10



Schrankenbestimmungen, die PrivatvervielfĂ€ltigungen von der urheberrechtlichen Verbietungsmacht ausnehmen, ohne danach zu differenzieren, ob diese ab rechtmĂ€ssig oder unrechtmĂ€ssig hergestellten Vorlagen angefertigt wurden, sind mit dem Unionsrecht nicht vereinbar. Zu diesem Schluss gelangt der EuGH in seiner nachstehend vorgestellten Entscheidung vom 10. April 2014. Die entsprechende schweizerische Schrankenbestimmung kennt diese Differenzierung zwischen rechtmĂ€ssigen und unrechtmĂ€ssigen Vorlagen nicht. Von einer (freiwilligen) Anpassung ans EU-Recht ist indes abzusehen, zumal der Entscheid des EuGH weder im Ergebnis noch in Bezug auf die BegrĂŒndung ĂŒberzeugt.

Les exceptions qui excluent le pouvoir d’interdiction du droit d’auteur pour ce qui concerne les reproductions privĂ©es sans distinguer si cellesci ont Ă©tĂ© créées Ă  partir de sources licites ou illicites ne sont pas compatibles avec le droit de l’Union. C’est Ă  cette conclusion que parvient la CJUE dans son arrĂȘt du 10 avril 2014 prĂ©sentĂ© ci-dessous. L’exception suisse correspondante ne fait pas de distinction entre les sources lĂ©gitimes et illĂ©gitimes. Il faut toutefois s’abstenir d’adapter (de maniĂšre volontaire) le droit suisse au droit de l’Union, d’autant plus que l’arrĂȘt de la CJUE ne convainc ni par son rĂ©sultat ni par sa motivation.

Fabian Wigger | sic! 2014 Ausgabe 10



FĂŒr nĂ€here Informationen betreffend die vom Eidgenössischen Institut fĂŒr Geistiges Eigentum anerkannten Sammelstellen (Art. 45c Abs. 3 PatV) siehe die Webseite des Instituts: www.ige.ch/D/jurinfo/j10005.shtm.

sic! 2014 Ausgabe 10



Die Konkurseröffnung stellt keinen Grund fĂŒr eine sofortige Beendigung eines Lizenzvertrages an IP-Rechten, die zur Konkursmasse gehören, dar. DauerschuldverhĂ€ltnisse, u. a. Lizenzvereinbarungen, bleiben in Kraft fĂŒr die vereinbarte Vertragsdauer oder bis zum nĂ€chsten KĂŒndigungstermin. Nichtdestotrotz kann der Konkursverwalter entscheiden, die Lizenzverpflichtungen des Konkursiten, sei dieser Lizenzgeber oder Lizenznehmer, weiter zu erfĂŒllen. DarĂŒber hinaus, und soweit der Lizenzvertrag dies erlaubt, kann der Konkursverwalter die vertraglichen Rechte des Konkursiten an Dritte ĂŒbertragen.

sic! 2014 Ausgabe 9



Im schweizerischen Urheberrecht ist die Erschöpfung gesetzlich geregelt (Art. 12 URG). Sie knĂŒpft an die VerĂ€usserung eines Werkexemplars mit Zustimmung des Rechtsinhabers an. Erschöpft wird das Recht zur WeiterverĂ€usserung und zum weiteren Vertrieb (z.B. durch Vermietung) des Werkexemplars. Differenzierende Regeln finden sich fĂŒr audiovisuelle Werke, Computerprogramme und Werke der Baukunst. Sie lassen entweder die Erschöpfungswirkungen erst zeitlich aufgeschoben (audiovisuelle Werke) oder nur beschrĂ€nkt (Computerprogramme dĂŒrfen nicht vermietet werden) eintreten oder dehnen die Erschöpfungswirkung wegen der Natur des Werkes aus (Bauwerke dĂŒrfen auch verĂ€ndert werden). Ist das fragliche Werkexemplar rechtmĂ€ssig auf den Markt gelangt, kommt es nicht mehr auf den Fortbestand des Vertrags an, unter dem die ErstverĂ€usserung erfolgt ist. Auch kann die urheberrechtliche Erschöpfungswirkung nicht vertraglich wegbedungen werden.

sic! 2014 Ausgabe 9



Mit Urteil vom 8. April 2014 erklĂ€rte der EuGH die EuropĂ€ische Vorratsdatenspeicherungsrichtlinie 2006/24/EG fĂŒr ungĂŒltig. Damit beantwortete er zwei Vorabentscheidungsgesuche des High Court of Ireland (Rs. C-293/12) und des Verfassungsgerichtshofs Österreich (Rs. C-594/12). Er hielt fest, die Richtlinie verletze die Grundrechte der Achtung des Privat- und Familienlebens (Art. 7) und des Schutzes personenbezogener Daten (Art. 8) der Charta der Grundrechte der EuropĂ€ischen Union. Der Eingriff durch die Vorratsdatenspeicherungsrichtlinie in diese Grundrechte sei unverhĂ€ltnismĂ€ssig, weshalb die Richtlinie ungĂŒltig sei. In der Folge erklĂ€rte auch der Österreichische Verfassungsgerichtshof die Gesetze zur Vorratsdatenspeicherung in Österreich fĂŒr verfassungswidrig. In der Schweiz wurden erste Gesuche um Einstellung der Vorratsdatenspeicherung demgegenĂŒber kĂŒrzlich abgewiesen. Eine abweichende Beurteilung durch den EuropĂ€ischen Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte bleibt jedoch möglich.

Par jugement du 8 avril 2014, la Cour de justice de l’Union europĂ©enne a dĂ©clarĂ© invalide la directive europĂ©enne 2006/24 sur la conservation des donnĂ©es. Ce faisant, elle rĂ©pondait Ă  deux demandes de dĂ©cisions prĂ©judicielles provenant de la High Court of Ireland (Rs. C-293/12) et de la Cour constitutionnelle de la RĂ©publique d’Autriche (Rs. C-594/12). Selon la Cour, la directive violait le droit au respect de la vie privĂ©e et de la vie familiale (art. 7) ainsi que le droit Ă  la protection des donnĂ©es Ă  caractĂšre personnel (art. 8) de la Charte des droits fondamentaux de l’Union europĂ©enne. L’atteinte Ă  ces droits fondamentaux Ă©tant disproportionnĂ©e, la directive Ă©tait invalide. Par la suite, la Cour constitutionnelle d’Autriche a dĂ©clarĂ© contraires Ă  la Constitution autrichienne les lois autrichiennes sur la conservation des donnĂ©es. En Suisse en revanche, les premiĂšres demandes concernant cette problĂ©matique ont rĂ©cemment Ă©tĂ© rejetĂ©es. Une apprĂ©ciation diffĂ©rente par la Cour europĂ©enne des droits de l’homme reste cependant possible.

Simon Schlauri / Daniel Ronzani | sic! 2014 Ausgabe 9





According to Article 10 (2) (b) Federal Copyright Act (“CA”), the rightholder enjoys the exclusive right to offer for sale, sell or otherwise distribute copies of the work. In principle, this exclusive right relates to any act of offering or putting copies of the work into circulation, either in tangible form/on a tangible media or as electronic copies through the Internet (see Question 7 below).

Report of Swiss Group | sic! 2014 Ausgabe 9



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