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Berichte / Rapports

vom 15. Juni 1957 ĂŒber die internationale Klassifikation von Waren und Dienstleistungen fĂŒr die Eintragung von Marken, revidiert in Stockholm am 14. Juli 1967 und in Genf am 13. Mai 1977

sic! 2021 Ausgabe 9



Aufgrund der COVID-19 Pandemie konnte die alljĂ€hrliche, von Michael Ritscher konzipierte und geleitete Tagung zum europĂ€ischen ImmaterialgĂŒterrecht in diesem Jahr nicht im Jugendstil-Hotel «ZĂŒrichberg», sondern nur virtuell stattfinden. Leider musste aus diesem Grund auch der traditionelle Wochenendausflug in den Schnee ausfallen. Trotz der virtuellen DurchfĂŒhrung ĂŒber «Zoom» nahmen zahlreiche Vertreter von Gerichten und Behörden, der Industrie sowie der Anwaltschaft aus mehreren Staaten teil, um sich ĂŒber die neuesten Entwicklungen des ImmaterialgĂŒterrechts in Europa auszutauschen.

Louisa A. Galbraith | sic! 2021 Ausgabe 9



In seinem Entscheid vom 17. Dezember 2020 befasste sich der EuropĂ€ische Gerichtshof – soweit ersichtlich erstmals – mit der Auslegung des Art. 13 Abs. 1 der Verordnungen Nrn. 510/2006 und 1151/2012, welcher den Schutzumfang von geschĂŒtzten Ursprungsbezeichnungen umschreibt. Im Kern ging es um die Frage, wie weit der Schutz einer Ursprungsbezeichnung konkret reicht. Ist nur der eingetragene Name geschĂŒtzt, oder reicht der Schutz weiter und umfasst auch andere Eigenschaften des geschĂŒtzten Produktes? Strittig war insbesondere, ob es einer Bezugnahme auf den eingetragenen Namen bzw. die Ursprungsbezeichnung selbst bedarf oder ob die Vermarktung und der Vertrieb eines Drittproduktes untersagt werden können, wenn dieses zwar einen anderen Namen trĂ€gt, aber unter Verwendung derselben Methoden hergestellt wurde oder andere Merkmale oder Eigenschaften des unter dem eingetragenen Namen vertriebenen Produktes ĂŒbernimmt. Denn zahlreiche geschĂŒtzte Ursprungsbezeichnungen und geschĂŒtzte geografische Angaben weisen ausser ihrem Namen sehr charakteristische Merkmale auf, anhand derer man diese sofort erkennt. Zu denken ist in diesem Zusammenhang beispielsweise an den «Frankenwein», welcher stets in einem so genannten «Bocksbeutel» daherkommt, einer Flasche in angenĂ€herter Form eines flach gedrĂŒckten Ellipsoids speziell fĂŒr Weine aus dem Anbaugebiet «Franken», einer geschĂŒtzten geografischen Angabe.

Sind solche ausserhalb des eingetragenen Namens liegende Eigenschaften und Charakteristika auch durch Art. 13 der vorgenannten Verordnungen geschĂŒtzt? Dies behauptete der klagende Verband zur Verteidigung des französischen Morbier-KĂ€ses, einer geschĂŒtzten Ursprungsbezeichnung, welcher einem KĂ€sehersteller die Herstellung und Vermarktung des französischen KĂ€ses Montboissie verbieten wollte, weil dieser in der Mitte des Laibes einen «Aschestreifen» aufwies – ein charakteristisches Merkmal fĂŒr den als Ursprungsbezeichnung geschĂŒtzten «Morbier». Der EuGH teilte diese Auffassung und hielt in seinem Entscheid fest, dass Art. 13 Abs. 1 der Verordnungen Nrn. 510/2006 und 1151/2012 nicht nur die Verwendung des eingetragenen Namens durch einen Dritten verbietet, sondern auch die Wiedergabe der Form oder des Erscheinungsbilds eines Erzeugnisses, das von einer Ursprungsbezeichnung geschĂŒtzt wird. Dies ist nach Ansicht des EuGH jedenfalls dann der Fall, wenn ein charakteristisches Merkmal des Erzeugnisses ĂŒbernommen wird, dem eine besonders unterscheidungskrĂ€ftige Referenzeigenschaft zukommt, und die Übernahme zu einer IrrefĂŒhrung der Verbraucher fĂŒhrt. Wann genau dies der Fall ist, muss nach Ansicht des EuGH anhand sĂ€mtlicher UmstĂ€nde des Einzelfalls geprĂŒft werden.

Der vorliegende Bericht analysiert den Entscheid des EuGH und stellt ihn rechtsvergleichend der einschlĂ€gigen Rechtsprechung in der Schweiz gegenĂŒber.

Dans son arrĂȘt du 17 dĂ©cembre 2020, la Cour de justice de l’Union europĂ©enne (CJUE) a examinĂ© – apparemment pour la premiĂšre fois – l’interprĂ©tation faite de l’art. 13 paragr. 1 des rĂšglements No 510/2006 et 1151/2012 relatifs Ă  l’étendue de la protection Ă  accorder aux appellations d’origine protĂ©gĂ©es. Pour l’essentiel, il s’agit de dĂ©terminer jusqu’oĂč s’étend concrĂštement la protection des appellations d’origine. Cette protection s’applique-t-elle uniquement Ă  la dĂ©nomination enregistrĂ©e ou Ă©galement Ă  d’autres caractĂ©ristiques spĂ©cifiques du produit protĂ©gĂ©? Le dĂ©saccord porte en particulier sur les questions suivantes: une rĂ©fĂ©rence Ă  la dĂ©nomination enregistrĂ©e ou Ă  l’appellation d’origine elle-mĂȘme est-elle nĂ©cessaire? Y a-t-il lieu d’interdire la commercialisation et la distribution d’un produit tiers lorsque celui-ci porte certes un nom diffĂ©rent, mais est fabriquĂ© avec la mĂȘme mĂ©thode ou reprend d’autres caractĂ©ristiques ou propriĂ©tĂ©s spĂ©cifiques du produit commercialisĂ© sous la dĂ©nomination enregistrĂ©e? En effet, de nombreuses indications gĂ©ographiques et appellations d’origine protĂ©gĂ©es prĂ©sentent, outre leur nom, des caractĂ©ristiques spĂ©cifiques permettant de les reconnaĂźtre d’emblĂ©e. Dans ce contexte, pensons par exemple au «vin de Franconie» (Frankenwein) qui est toujours conditionnĂ© dans des fiasques aplaties en forme de petit sac (appelĂ© «Bocksbeutel»), une bouteille spĂ©cialement utilisĂ©e pour les vins provenant de la rĂ©gion de production de «Franconie», une indication gĂ©ographique protĂ©gĂ©e.

L’art. 13 des rĂšglements mentionnĂ©s plus haut protĂšge-t-il, outre la dĂ©nomination enregistrĂ©e, Ă©galement les caractĂ©ristiques spĂ©cifiques du produit? C’est ce que prĂ©tend l’association plaignante qui dĂ©fend le fromage français le «Morbier», une appellation d’origine protĂ©gĂ©e, et qui veut interdire Ă  un fromager français de fabriquer et de distribuer son «Montboissie», arguant que sa meule de fromage contient au milieu une couche de cendres constituant une caractĂ©ristique spĂ©cifique du fromage «Morbier». Dans son arrĂȘt, la CJUE partage ce point de vue et indique que l’art. 13 des rĂšglements No 510/2006 et 1151/2012 interdit non seulement l’emploi par un tiers de la dĂ©nomination enregistrĂ©e, mais Ă©galement la copie de la forme ou de l’apparence d’un produit protĂ©gĂ© par une appellation d’origine. Selon la CJUE, c’est assurĂ©ment le cas si une caractĂ©ristique spĂ©cifique du produit, possĂ©dant un pouvoir de rĂ©fĂ©rence particuliĂšrement fort, est reprise et que cette reprise tend Ă  induire le consommateur en erreur. La CJUE est d’avis qu’il convient d’examiner si tel est rĂ©ellement le cas en tenant compte de l’ensemble des circonstances de chaque cas d’espĂšce.

Le présent rapport analyse la décision de la CJUE et la met en regard de la jurisprudence qui prévaut dans le droit suisse.

Eva-Maria Strobel / Sandra Marmy-BrÀndli | sic! 2021 Ausgabe 7-8



ĂŒber die internationale Hinterlegung gewerblicher Muster oder Modelle revidiert in Den Haag am 28. November 1960

sic! 2021 Ausgabe 7-8



«Massenwerbung»

Entscheid der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLKE) vom 17. MĂ€rz 2021 (I. Kammer)

Mischa Senn | sic! 2021 Ausgabe 7-8



«Massenwerbung»
Entscheid der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLKE) vom 17. MĂ€rz 2021 (I. Kammer)

Mitgeteilt von Mischa Senn | sic! 2021 Augabe 7-8

Mischa Senn | sic! 2021 Ausgabe 7-8





Mitteilung der Änderungen der Kontaktdaten, der Anforderungen an die Hinterlegung, besonders der fĂŒr die Hinterlegung akzeptierten Arten von Mikroorganismen und der Vorlage von Proben, sowie der Empfehlungen fĂŒr Hinterleger der folgenden internationalen Hinterlegungsstelle:

sic! 2021 Ausgabe 6



Seit dem 1. Januar 2019 können pharmazeutische Hersteller eine SchutzverlĂ€ngerung beim Eidgenössischen Institut fĂŒr Geistiges Eigentum beantragen, wenn sie pĂ€diatrischen Studien im Hinblick auf die Zulassung von Arzneimitteln durchgefĂŒhrt haben. Nach einer kurzen EinfĂŒhrung zu diesen sogenannten pĂ€diatrischen VerlĂ€ngerungen widment sich dieser Beitrag der praktischen Umsetzung der zugehörigen neuen Regelungen des Patentgesetzes und der Patentverordnung am Institut.

Depuis le 1er janvier 2019, les fabricants de produits pharmaceutiques peuvent dĂ©poser une demande de prolongation de la durĂ©e de protection de leurs brevets auprĂšs de l’Institut FĂ©dĂ©ral de la PropriĂ©tĂ© intellectuelle (IPI) lorsqu’ils ont effectuĂ© des Ă©tudes pĂ©diatriques en vue de l’autorisation de mise sur le marchĂ© de mĂ©dicaments. AprĂšs une brĂšve introduction de ces prolongations pĂ©diatriques, la prĂ©sente contribution se penche sur la mise en Ɠuvre pratique des nouvelles dispositions y affĂ©rentes de la loi sur les brevets (LBI) et de l’ordonnance correspondante (OBI) au sein de l’Institut.

Beatrice Stirner / Renée Hansmann | sic! 2021 Ausgabe 6



Mit der Genehmigung des Strategieplans 2023 des EuropĂ€ischen Patentamts (EPA) im Jahre 2019 wurde beschlossen, GesprĂ€che ĂŒber die ZusammenfĂŒhrung von administrativen Praktiken im Patentbereich einzuleiten. WĂ€hrend rund eines Jahres haben sich zwei Arbeitsgruppen, zusammengesetzt aus interessierten Vertragsstaaten des EuropĂ€ischen PatentĂŒbereinkommens und dem EPA, mit der Möglichkeit der Schaffung einer gemeinsamen Praxis in den Themenbereichen «PrĂŒfung der Einheitlichkeit der Erfindung» und «Erfindernennung» auseinandergesetzt. Im Herbst haben die Arbeitsgruppen jeweils einen Vorschlag fĂŒr eine gemeinsame Praxis verabschiedet. Dieser hat der Verwaltungsrat der EuropĂ€ischen Patentorganisation im Dezember 2020 einstimmig angenommen. Ziel des Beitrags ist es, die auf einer freiwilligen Implementierungsbasis verabschiedete gemeinsame Praxis zu den beiden Themenbereichen darzulegen.

Suite Ă  l’approbation en 2019 du plan stratĂ©gique 2023 de l’Office europĂ©en des brevets (OEB), il a Ă©tĂ© dĂ©cidĂ© d’entamer des discussions au sujet de l’uniformisation des pratiques administratives dans le domaine des brevets. Pendant prĂšs d’une annĂ©e, deux groupes de travail composĂ©s d’États contractants intĂ©ressĂ©s de la Convention sur le brevet europĂ©en et de l’OEB ont collaborĂ© dans le but d’établir une pratique commune pour les domaines «Examen de l’unitĂ© de l’invention» et «DĂ©signation de l’inventeur». En automne, les groupes de travail ont approuvĂ© une proposition de pratique commune. Le Conseil d’administration de l’Organisation europĂ©enne des brevets l’a acceptĂ©e Ă  l’unanimitĂ© en dĂ©cembre 2020. Cet article vise Ă  prĂ©senter la pratique commune dĂ©finie, qui sera mise en Ɠuvre sur une base volontaire.

Stefan LuginbĂŒhl | sic! 2021 Ausgabe 6





Das EPÜ und die Paris VerbandsĂŒbereinkunft erfordern fĂŒr eine gĂŒltige Inanspruchnahme der PrioritĂ€t unter anderem, dass der Anmelder der Folgeanmeldung auch Anmelder der frĂŒheren, prioritĂ€tsbegrĂŒndenden Anmeldung oder dessen Rechtnachfolger ist. Das EPA hat bei der Beurteilung dieses Kriteriums eine besonders strenge Praxis entwickelt, welche verlangt, dass alle in der frĂŒheren PrioritĂ€tsanmeldung benannten Anmelder oder deren Rechtsnachfolger in der spĂ€teren Anmeldung als Anmelder genannt sein mĂŒssen. Obwohl dieser so genannte «Alle Anmelder»-Ansatz in den meisten nationalen Jurisdiktionen weitgehend ĂŒbernommen wurde, ist er Gegenstand kontroverser Diskussionen und heftiger Kritik. Das EPA hat seine strenge Praxis kĂŒrzlich in einem viel beachteten Fall im Zusammenhang mit der revolutionĂ€ren CRISPR/Cas9-Technologie bekrĂ€ftigt, fĂŒr die im Jahr 2020 der Nobelpreis fĂŒr Chemie verliehen wurde.

La CBE et la Convention d’Union de Paris requiĂšrent pour la validitĂ© d’une revendication de prioritĂ© notamment que le demandeur de la demande ultĂ©rieure soit Ă©galement le demandeur de la demande antĂ©rieure fondant la prioritĂ© ou son ayant cause. Dans son interprĂ©tation de ce critĂšre, l’OEB a dĂ©veloppĂ© une pratique particuliĂšrement stricte et requiert que tous les demandeurs mentionnĂ©s dans la demande antĂ©rieure fondant la prioritĂ© ou leurs ayants cause soient dĂ©signĂ©s en tant que demandeurs dans la demande ultĂ©rieure. Bien que l’approche «mention de tous les demandeurs» ait Ă©tĂ© reprise dans une large mesure par la plupart des juridictions nationales, elle fait l’objet de dĂ©bats et de vives critiques. L’OEB a rĂ©cemment affirmĂ© sa pratique stricte dans un cas trĂšs suivi concernant la technologie rĂ©volutionnaire CRISPR/Cas9, pour laquelle le prix Nobel de chimie a Ă©tĂ© dĂ©cernĂ© en 2020.

As stipulated by the EPC and the Paris Convention, a valid priority claim requires, among other criteria, that the applicant of a patent application claiming priority of an earlier application must be the applicant of that earlier application or the successor in title. The EPO has developed a particularly strict and formal practice in assessing this criterion, which requires that all applicants designated on the earlier priority application, or their successors in title, must be named as applicants on the subsequent application. Although this so-called “all applicants” approach has been largely consistently adopted in national and European case law, it has also been the subject of controversial debate and strong criticism. The EPO recently affirmed its strict practice in a high-profile case relating to the revolutionary CRISPR/Cas9 technology, for which the Nobel Prize in Chemistry was awarded in 2020.

Moritz Hönig / Alfred Köpf | sic! 2021 Ausgabe 5





«Kundenbeziehung»

Entscheid der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLKE) vom 20. Januar 2021 (III. Kammer)

Mischa Senn | sic! 2021 Ausgabe 5



«Kundenbeziehung»
Entscheid der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLKE) vom 20. Januar 2021 (III. Kammer)

Mitgeteilt von Mischa Senn | sic! 2021 Ausgabe 5





Weniger als ein Jahr nach dem viel beachteten Urteil «Cofemel» erhielt der EuGH erneut Gelegenheit, sich zum Urheberrechtsschutz von Werken der angewandten Kunst zu Ă€ussern. Er stellt klar, dass der Umstand, dass eine Formgebung auch technische Funktionen erfĂŒllt, dem Urheberrechtsschutz ebenso wenig entgegensteht wie ihr allfĂ€lliger Gebrauchszweck. Solange ein Urheber – trotz der durch den Gebrauchszweck oder die technische Funktion diktierten SachzwĂ€nge – ĂŒber Wahlmöglichkeiten verfĂŒgt und diese fĂŒr «freie kreative Entscheidungen» nutzt, sind die von ihm geschaffenen Formgebungen urheberrechtlich geschĂŒtzt. Dies grundsĂ€tzlich auch dann, wenn es sich dabei um AusfĂŒhrungsformen einst patentrechtlich geschĂŒtzter Lehren handelt.

Moins d’un an aprĂšs le trĂšs commentĂ© arrĂȘt «Cofemel», la CJUE a Ă  nouveau eu l’occasion de se prononcer sur la protection des Ɠuvres des arts appliquĂ©s par le droit d’auteur. Elle prĂ©cise que le fait qu’un design remplisse Ă©galement des fonctions techniques fait aussi peu obstacle Ă  la protection du droit d’auteur que le fait qu’il soit destinĂ© Ă  un usage particulier. Tant qu’un auteur dispose d’un Ă©ventail d’options – malgrĂ© les contraintes dictĂ©es par l’usage ou la fonction technique prĂ©vus – et qu’il y recourt pour effectuer des «choix libres et crĂ©atifs», les designs qu’il crĂ©e sont protĂ©gĂ©s par le droit d’auteur. Cela s’applique en principe Ă©galement aux formes d’objets qui Ă©taient auparavant protĂ©gĂ©s par un brevet d’invention.

Fabian Wigger | sic! 2021 Ausgabe 4









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