Online-Crowdfunding stellt eine neuartige, ĂŒber das Internet erfolgende Finanzierungsform zur Realisierung von Projektkampagnen dar. Sie fördert das zentralisierte Sammeln von Geldern aus der allgemeinen Ăffentlichkeit ĂŒber eine Internet-Crowdfunding-Plattform und macht damit die lĂ€ngere Zeitdauer individueller FinanzierungsbemĂŒhungen entbehrlich. Kreative Projektentwickler bemĂŒhen sich durch von ihnen online aufgeschaltete Projekte um Finanzierung und um Kontakt mit Interessenten. Im Gegenzug kann sich jede Privatperson auf derselben Plattform registrieren und als Mitfinanzierer einzelne Projekte (mit beliebig gewĂ€hlten FinanzierungsbeitrĂ€gen) unterstĂŒtzen.
Obwohl Online-Crowdfunding zuerst bei kĂŒnstlerischen Projekten im Vordergrund stand, wird dieses zunehmend zur Realisierung rein kommerzieller GeschĂ€ftsideen eingesetzt. Auch in der Schweiz gewinnt diese Finanzierungs- und Projektrealisierungsform zunehmend an Bedeutung.
Bisher hat Online-Crowdfunding starken Eingang in der technischen und betriebswirtschaftlichen Literatur gefunden. Beim Betreiben einer Online-Crowdfunding-Plattform stellen sich aber mannigfaltige â bislang unbeantwortete â Rechtsfragen. Diese tangieren das Vertragsrecht, das ImmaterialgĂŒterrecht sowie das Finanzmarktrecht. Der Autor analysiert nachfolgend die rechtlichen Rahmenbedingungen und Risiken von Online-Crowdfunding nach schweizerischem Recht.
Le crowdfunding en ligne reprĂ©sente une nouvelle forme de financement par internet visant Ă rĂ©colter des fonds. Une plateforme internet de crowdfunding centralise les fonds Ă©manant du public et permet dâĂ©viter les efforts de recherche de fonds auprĂšs des individus. Usant de leur crĂ©ativitĂ© par le biais des projets quâils ont mis en ligne, les concepteurs de projets essaient de trouver un financement et de prendre contact avec les intĂ©ressĂ©s. En contrepartie, chaque donateur peut sâenregistrer sur la plateforme et co-financer les projets quâil souhaite avec les montants de son choix.
Bien que le crowdfunding en ligne soit apparu dâabord pour des projets artistiques, il est de plus en plus utilisĂ© dans des buts purement commerciaux. En Suisse Ă©galement, cette forme de financement et de rĂ©alisation de projet gagne en importance.
Jusquâici le crowfunding en ligne a Ă©tĂ© surtout repris dans la littĂ©rature technique et microĂ©conomique. Mais lâexploitation dâune telle plateforme soulĂšve diverses questions de droit qui nâont pas encore trouvĂ© de rĂ©ponse, notamment en matiĂšre de contrats, de propriĂ©tĂ© intellectuelle et de marchĂ©s financiers. Lâauteur en analyse ci-dessous le cadre juridique et les risques en droit suisse.
Dirk Spacek | 2013 Ausgabe 5
LâintĂ©rĂȘt public exige que le droit exclusif confĂ©rĂ© par une marque se limite aux produits et/ou services pour lesquels elle est rĂ©ellement utilisĂ©e et que le champ de protection ne sâĂ©tende pas au-delĂ de lâenregistrement tel quâil figure dans le registre. Toutefois, notamment lorsque la marque a acquis une certaine rĂ©putation, une protection qui va au-delĂ de lâusage rĂ©el de la marque peut ĂȘtre justifiĂ©e. La notion dâusage de la marque et la maniĂšre de dĂ©limiter le droit exclusif peuvent cependant varier dâun pays Ă lâautre. Une comparaison entre le droit suisse et le droit canadien permet dâaborder des aspects intĂ©ressants relatifs Ă cette question.
Das öffentliche Interesse verlangt eine BeschrĂ€nkung des ausschliesslichen Rechts der Marke auf die Ware und Dienstleistungen, fĂŒr welche sie tatsĂ€chlich verwendet wird, und eine BeschrĂ€nkung des Schutzumfangs auf die Marke, so wie sie eingetragen ist. Ein Schutzumfang, der ĂŒber die tatsĂ€chliche Nutzung der Marke hinausgeht, kann jedoch gerechtfertigt sein, wenn die Marke eine gewisse Bekanntheit erlangt hat. Der Begriff der Nutzung der Marke und die Begrenzung des ausschliesslichen Rechts können aber von einem Land zum andern unterschiedlich gestaltet sein. Ein Vergleich zwischen dem schweizerischen und dem kanadischen Recht erlaubt es, interessante Aspekte zu dieser Frage anzuschauen.
Pascal Fehlbaum | 2013 Ausgabe 4
ImmaterialgĂŒterrechtsprozesse am Bundesgericht sind Rechtsmittelverfahren. Es geht darum, die angefochtenen Entscheide auf ihre RechtmĂ€ssigkeit zu ĂŒberprĂŒfen. Auch fĂŒr Prozesse ĂŒber ImmaterialgĂŒter gelten die allgemeinen Verfahrensregeln der Rechtsmittel ans Bundesgericht; diese dienen der Rechtskontrolle. Sachverhaltsfeststellungen der gerichtlichen Vorinstanzen können nur auf WillkĂŒr oder Verletzung verfassungsmĂ€ssiger Verfahrensrechte ĂŒberprĂŒft werden. Dabei gilt fĂŒr behauptete Verletzungen verfassungsmĂ€ssiger Rechte eine strenge RĂŒgepflicht â das Bundesgericht ĂŒberprĂŒft nur die Auslegung gesetzlicher Normen des Bundes frei. Auch in dieser Hinsicht mĂŒssen die Rechtsuchenden freilich in Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Urteil darlegen, welche Rechtsregeln verletzt sein sollen. Der Streitfall kann im Rechtsmittelverfahren nicht von Grund auf neu aufgerollt werden. Einige neuere Entscheide zur verfassungsmĂ€ssigen Besetzung des Gerichts und zu vorsorglichen Massnahmen mögen insbesondere fĂŒr das Gebiet der ImmaterialgĂŒterrechte von Interesse sein und werden daher kurz dargestellt.
Les procĂšs en droit de la propriĂ©tĂ© intellectuelle portĂ©s devant le Tribunal fĂ©dĂ©ral constitutent des procĂ©dures de recours. Il sâagit dâexaminer la licĂ©itĂ© des dĂ©cisions attaquĂ©es. Les procĂšs en droit de la propriĂ©tĂ© intellectuelle sont Ă©galement soumis aux rĂšgles gĂ©nĂ©rales de procĂ©dure en matiĂšre de recours devant le Tribunal fĂ©dĂ©ral; elles sont destinĂ©es Ă assurer un contrĂŽle juridique. Les constatations de fait des instances judiciaires infĂ©rieures ne peuvent ĂȘtre examinĂ©es que sous lâangle de lâarbitraire ou de la violation des droits constitutionnels de procĂ©dure. A cet Ă©gard, les violations allĂ©guĂ©es des droits constitutionnels de procĂ©dure doivent ĂȘtre sĂ©rieusement motivĂ©es â le Tribunal fĂ©dĂ©ral nâexamine librement que lâinterprĂ©tation des lois fĂ©dĂ©rales. MĂȘme sur ce dernier point, les recourants doivent dĂ©montrer quelles sont les dispositions lĂ©gales qui auraient Ă©tĂ© violĂ©es par la dĂ©cision attaquĂ©e. En procĂ©dure de recours, le litige ne peut pas ĂȘtre rĂ©examinĂ© dans son intĂ©gralitĂ©. Quelques dĂ©cisions rĂ©centes rendues en matiĂšre de composition du Tribunal conforme Ă la constitution et de mesures provisionnelles prĂ©sentent un intĂ©rĂȘt particulier pour les droits de la propriĂ©tĂ© intellectuelle et font en consĂ©quence lâobjet dâune brĂšve prĂ©sentation.
Kathrin Klett | 2013 Ausgabe 3
Unternehmen können sich gegen den Vorwurf eines möglichen Kartellrechtsverstosses mit Hinweis auf das Bestehen eines Rechtfertigungsgrundes wehren. Die Bedeutung dieser Rechtfertigung hat in den letzten Jahren einen «Boom» erfahren. Dies ist darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass die Rechtsfolgen einer Kartellrechtswidrigkeit zusehends in hohen Bussgeldern sowie â in zahlreichen Jurisdiktionen â in GefĂ€ngnisstrafen bestehen. Mit dem vorliegenden Beitrag werden die Rechtfertigungsmöglichkeiten im Kartellrecht systematisch erfasst und deren Voraussetzungen besprochen. ZunĂ€chst erfolgt eine Systematisierung der gesetzlichen und ĂŒbergesetzlichen RechtfertigungsgrĂŒnde. Dabei wird auf volks- und betriebswirtschaftliche sowie politische RechtfertigungsgrĂŒnde gesondert eingegangen. Alsdann geht der Beitrag auf die Rechtfertigungsmöglichkeiten von unzulĂ€ssigen Wettbewerbsabreden («Kartellen») ein. In einem weiteren, spĂ€ter zu publizierenden Aufsatz wird die Rechtfertigung von unzulĂ€ssigen Verhaltensweisen marktbeherrschender Unternehmen sowie von wettbewerbsbeschrĂ€nkenden Zusammenschlussvorhaben dargestellt.
Les entreprises peuvent se dĂ©fendre contre le grief dâune violation possible de la loi sur les cartels en invoquant lâexistence dâun motif justificatif. Lâimportance de cette justification sâest accrue au cours de ces derniĂšres annĂ©es. Elle sâexplique par le fait que les consĂ©quences juridiques dâune violation du droit des cartels sâaccompagnent frĂ©quemment dâamendes trĂšs Ă©levĂ©es ainsi que de peines de prison prononcĂ©es par de nombreuses juridictions. Dans cet article, lâauteur prĂ©sente de maniĂšre systĂ©matique les motifs justificatifs envisageables en droit des cartels et les conditions de leur application. Le rĂ©gime des motifs justificatifs lĂ©gaux et extra lĂ©gaux est dâabord exposĂ© de maniĂšre systĂ©matique. A cet Ă©gard, lâaccent est mis en particulier sur les motifs justificatifs politiques et Ă©conomiques. Ensuite, lâarticle se penche sur les motifs permettant de justifier les ententes illicites en matiĂšre de concurrence («cartels»). Enfin, dans un article qui sera publiĂ© ultĂ©rieurement, lâauteur prĂ©sentera les faits justifiant les comportements illicites dâentreprises dominant le marchĂ© et la planification de concentrations visant Ă restreindre la concurrence.
Patrick L. Krauskopf / Oliver Kaufmann | 2013 Ausgabe 2
Seit der Inkraftsetzung des Bundesgesetzes betreffend die Verwertung von Urheberrechten vom 25. September 1940 sind die Verwertungsgesellschaften verpflichtet, Tarife fĂŒr ihre VergĂŒtungen aufzustellen. In den nachfolgenden Revisionen des Urheberrechtsgesetzes hat sich an dieser Verpflichtung nichts geĂ€ndert. Diese gesetzliche Konzeption im Schweizerischen Urheberrecht fĂŒhrt somit bis heute zum Erlass einer Vielzahl von Tarifen. Dabei fĂ€llt auf, dass es keinen Ăberblick ĂŒber die geltenden Tarife gibt. Vor allem fĂŒr die Nutzer, die Verwertungsgesellschaften und die beratenden AnwĂ€lte ist ein Ăberblick ĂŒber die bestehenden Tarife von zentraler Bedeutung. Nebst der Darstellung eines TarifĂŒberblicks sollen auch die möglichen Fallen im Zusammenhang mit den Urheberrechtstarifen konzis beleuchtet werden, so z.B. die Angemessenheit (insb. die 10%- und 3%-Regel), die Erhöhung/der Systemwechsel und die Auslegung des Tarifs sowie die Dauer der Tarife.
Depuis lâentrĂ©e en vigueur de la loi fĂ©dĂ©rale du 25 septembre 1940 concernant la perception de droits dâauteur, les sociĂ©tĂ©s de gestion sont tenues de fixer des tarifs en vue du recouvrement des rĂ©munĂ©rations. Cette obligation sâest maintenue au fil des rĂ©visions successives de la loi sur le droit dâauteur. Cette maniĂšre de concevoir la lĂ©gislation sur le droit dâauteur a entraĂźnĂ© jusquâĂ ce jour lâĂ©tablissement dâun nombre important de tarifs. Il y a lieu de relever Ă cet Ă©gard quâil nâexiste aucune vue dâensemble des tarifs en vigueur. Une telle vue dâensemble revĂȘt pourtant une importance cruciale pour les utilisateurs, les sociĂ©tĂ©s de gestion et les avocats appelĂ©s Ă conseiller dans ce domaine. Outre la prĂ©sentation des diffĂ©rents tarifs, cette contribution met en Ă©vidence de façon concise les piĂšges possibles tendus par les tarifs sur le droit dâauteur, notamment au regard du principe de la proportionnalitĂ© (en particulier la rĂšgle des 10% et 3%), lâaugmentation/le changement de systĂšme et lâinterprĂ©tation des tarifs et leur durĂ©e.
Salim Rizvi | 2012 Ausgabe 12
Dieser Beitrag erlĂ€utert einerseits zwei wegweisende und aktuelle Urteile aus dem Jahr 2011 zu den Patentierungsvoraussetzungen fĂŒr Gene und Gensequenzen, welche sich mit dem Erfindungsbegriff (USA) und der gewerblichen Anwendbarkeit (UK) befassen. Andererseits wird der richtungsweisende Entscheid Monsanto des EuGH von 2010 diskutiert und es wird fĂŒr einen zweckgebundenen Stoffschutz von Patenten auf Genen und Gensequenzen plĂ€diert.
Cette contribution explique deux jugements importants rendus en 2011 au sujet des conditions de brevetabilitĂ© des gĂšnes et des sĂ©quences gĂ©niques et qui traitent de la notion dâinvention (USA) et de lâutilisation industrielle (GB). En outre, en relation avec la dĂ©cision importante rendue par la CJUE en 2010 dans lâaffaire Monsanto, elle plaide pour une protection du produit liĂ©e Ă la fonction pour les brevets de gĂšnes et de sĂ©quences gĂ©niques.
Isabelle Wildhaber | 2012 Ausgabe 11
In July 2012 the fourth case under the GATS has led to a Panel Report, namely in the matter âChina â Electronic Payment Servicesâ. The Panel is convincingly adopting a very broad notion of the term âservicesâ encompassing all business models of making a payment. The actual measures introduced by China limiting market access of foreign services suppliers are not inconsistent with Article XVI of the GATS to a far extent since China did not assume respective commitments in its accession Schedule. However, several formal requirements to be observed in China are not in compliance with the national treatment principle of Article XVII of the GATS.
Im Juli 2012 fĂŒhrte der vierte Fall unter dem GATS zu einem Panelbericht, nĂ€mlich in der Sache «China â Electronic Payment Services». Das Panel geht ĂŒberzeugend von einer sehr breiten Bedeutung des Begriffs «Dienstleistungen» aus, die alle GeschĂ€ftsmodelle mit einer Zahlung umfasst. Die von China eingefĂŒhrten Massnahmen, die den Marktzugang fĂŒr auslĂ€ndische Dienstleistungserbringer einschrĂ€nken, sind zu einem grossen Teil nicht unvereinbar mit Artikel XVI des GATS, da China die betreffenden Verpflichtungen in seinem Beitritts-Fahrplan nicht ĂŒbernahm. Allerdings sind mehrere in China zu beachtende formelle Anforderungen nicht in Ăbereinstimmung mit dem Prinzip der InlĂ€nderbehandlung gemĂ€ss Artikel XVII des GATS.
QuatriĂšme diffĂ©rend traitĂ© sous lâempire de lâAGCS, lâaffaire «Chine â Certaines mesures affectant les services de paiement de Ă©lectronique» a fait lâobjet en juillet 2012 dâun rapport Ă©tabli par un Groupe spĂ©cial (Panel). Le Groupe spĂ©cial se base de maniĂšre convaincante sur une interprĂ©tation large de la notion de «services», qui englobe tous types de transaction avec paiement. Les mesures introduites par la Chine restreignant lâaccĂšs au marchĂ© des prestataires de service Ă©trangers ne sont pour lâessentiel pas incompatibles avec lâarticle XVI AGCS dans la mesure oĂč la Chine nâa pas respectĂ© ses engagements. Plusieurs exigences formelles devant ĂȘtre respectĂ©es en Chine sont assurĂ©ment incompatibles avec le principe du traitement national au sens de lâarticle XVII de lâAGCS.
Rolf H. Weber | 2012 Ausgabe 10
Der vorliegende Beitrag umschreibt die Entstehung des seit dem 1. Juli 2010 geltenden chinesischen Haftpflichtgesetzes und seine Auswirkungen auf die Haftung bei ImmaterialgĂŒterrechtsverletzungen. Es wird aufgezeigt, auf welche Fallkonstellationen von ImmaterialgĂŒterrechtsverletzungen das neue Haftpflichtgesetz angewendet werden kann und welche Neuerungen diese Regelungen mit sich bringen. Zudem werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum schweizerischen, vereinzelt auch zum europĂ€ischen Haftungssystem bei ImmaterialgĂŒterrechtsverletzungen aufgezeigt. Schliesslich werden die Durchsetzungsmechanismen der drei Rechtssysteme beschrieben und Schwierigkeiten und Hindernisse in der Durchsetzung von ImmaterialgĂŒterrechten in China erlĂ€utert. Der Beitrag gelangt zum Schluss, dass das neue chinesische Haftpflichtrecht den Berechtigten zwar verschiedene Instrumentarien in die Hand legt, um ihre Rechte durchzusetzen, welche die schweizerische Rechtsordnung nicht kennt oder deren Durchsetzungsmöglichkeiten noch nicht restlos geklĂ€rt sind. Solange die Rechte in China aber nicht effektiv durchgesetzt werden können, schĂŒtzen auch die neuen BekĂ€mpfungsinstrumentarien nicht vor Piraterie und FĂ€lschungen.
La prĂ©sente contribution dĂ©crit la genĂšse de la loi chinoise sur la responsabilitĂ© civile, entrĂ©e en vigueur le 1er juillet 2010, ainsi que les effets de celle-ci sur la responsabilitĂ© civile en cas dâatteinte Ă des droits de la propriĂ©tĂ© intellectuelle. Lâarticle prĂ©sente les diffĂ©rentes atteintes auxquelles peut sâappliquer cette nouvelle loi, ainsi que les nouveautĂ©s qui en rĂ©sultent. On mentionnera Ă©galement les diffĂ©rences et les points communs avec le systĂšme suisse et quelques rĂšgles europĂ©ennes. Finalement, on traitera des difficultĂ©s relatives Ă lâexĂ©cution des droits de propriĂ©tĂ© intellectuelle dans les trois ordres juridiques pris en considĂ©ration. En conclusion, on verra que la nouvelle loi chinoise met Ă disposition diffĂ©rents instruments qui nâexistent pas en droit suisse, ou du moins dont la mise en Ćuvre nây est pas totalement claire. Mais aussi longtemps que lâexĂ©cution de ces droits ne sera pas effective, ces nouveaux instruments ne pourront fournir une protection contre la piraterie et la contrefaçon.
Beda Bischof / Hussein Noureddine | 2012 Ausgabe 9
Vor rund 50 Jahren ist der Verfasser dieser Zeilen erstmals mit einer Arbeit zu einem Ă€hnlichen Thema an die Ăffentlichkeit getreten. Er möchte nunmehr seine publizistische TĂ€tigkeit mit einem Beitrag zu einem analogen Problem abrunden, das ihm schon lange unter den NĂ€geln brennt.
WĂ€hrend im Zivilrecht die Richter in der Regel an Entscheide der Verwaltungsbehörden gebunden sind, gilt im ImmaterialgĂŒterrecht anscheinend genau das Gegenteil. An einer einleuchtenden BegrĂŒndung fĂŒr diese Diskrepanz fehlt es. Daher wird den GrĂŒnden hierfĂŒr nachgespĂŒrt und versucht, eine plausible Arbeitsteilung zwischen RegisterĂ€mtern und Gerichten zu skizzieren.
Il y a 50 ans, lâauteur de ces lignes sâest fait connaĂźtre avec une thĂšse traitant dâun sujet similaire. Celui-ci souhaite dĂ©sormais complĂ©ter ses publications en traitant dâun problĂšme analogue qui lui tient Ă cĆur depuis longtemps.
Alors quâen droit civil, le juge civil est en principe liĂ© par les dĂ©cisions rendues par les autoritĂ©s administratives, il en va apparemment autrement en droit de la propriĂ©tĂ© intellectuelle. Une telle divergence ne trouve aucune justification convaincante. Lâauteur en analyse les raisons et tente dâesquisser une rĂ©partition pragmatique des tĂąches entre les offices dâenregistrement et les tribunaux.
Lucas David | 2012 Ausgabe 7-8
FĂŒr den Inhaber von ImmaterialgĂŒterrechten ist deren Durchsetzbarkeit von zentraler Bedeutung. Entsprechend wichtig sind in diesem Zusammenhang daher die Ausgestaltung des Zivilprozessrechts sowie eine bewusste und informierte Auswahl des KlĂ€gers zwischen verschiedenen GerichtsstĂ€nden. Mit der eidgenössischen ZPO wurden teils neue örtliche ZustĂ€ndigkeiten eingefĂŒhrt, welche bei immaterialgĂŒterrechtlichen Zivilprozessen von Bedeutung sind. Die sachliche ZustĂ€ndigkeit fĂŒr Streitigkeiten im Zusammenhang mit geistigem Eigentum wurde ebenfalls teilweise neu geregelt. In dieser Hinsicht wurden bisher bestehende Probleme gemildert und Stolpersteine fĂŒr die KlĂ€ger beseitigt. Allerdings bleiben gewisse Punkte offen, wie bspw. Themen der Kompetenzattraktion oder ob bei objektiver KlagenhĂ€ufung die sachliche ZustĂ€ndigkeit gemĂ€ss Art. 5 Abs. 1 lit. a ZPO analog zur örtlichen ZustĂ€ndigkeit (Art. 15 Abs. 2 ZPO) zu behandeln ist.
La mise en Ćuvre des droits de propriĂ©tĂ© intellectuelle revĂȘt une importance fondamentale pour leur titulaire. Par consĂ©quent, les rĂšgles de procĂ©dure civile et les choix que peut opĂ©rer le demandeur parmi les diffĂ©rents fors sont essentiels. Le code de procĂ©dure civile fĂ©dĂ©rale a introduit de nouvelles rĂšgles de compĂ©tence Ă raison du lieu qui peuvent avoir leur importance pour les procĂšs civils en matiĂšre de propriĂ©tĂ© intellectuelle. La compĂ©tence matĂ©rielle pour les litiges relevant de la propriĂ©tĂ© intellectuelle a Ă©galement Ă©tĂ© en partie revue. A cet Ă©gard, certains dĂ©fauts du systĂšme en vigueur jusquâalors ont Ă©tĂ© attĂ©nuĂ©s et certains obstacles que devait surmonter le demandeur ont Ă©tĂ© supprimĂ©s. Des questions demeurent toutefois ouvertes, comme par ex. celle de lâattraction de compĂ©tence ou celle de savoir si la compĂ©tence matĂ©rielle en cas de cumul dâactions selon lâart. 5 al. 1 let. a CPC doit ĂȘtre rĂ©glĂ©e par analogie avec les rĂšgles sur la compĂ©tence Ă raison du lieu (art. 15 al. 2 CPC).
Michael Widmer / Timo Leis | 2012 Ausgabe 6
Il est aujourdâhui admis quâun nom de domaine puisse ĂȘtre confondu avec un signe distinctif dĂ©tenu par un tiers et, de ce fait, porter atteinte aux droits de celui-ci. Cependant, la jurisprudence helvĂ©tique rendue en matiĂšre de noms de domaine laisse planer une incertitude: dans quelle mesure le contenu du site Internet a-t-il une incidence dans le cadre dâun litige liĂ© Ă un nom de domaine? La prĂ©sente contribution expose tout dâabord de quelle maniĂšre la jurisprudence suisse a apprĂ©hendĂ© la question du contenu du site Internet dans les actions ouvertes Ă lâencontre de titulaires de noms de domaine fondĂ©es sur le droit au nom, le droit des marques, le droit des raisons de commerce et le droit de la concurrence dĂ©loyale. Nous examinerons ensuite si la notion de risque de confusion implique une prise en considĂ©ration du contenu du site Internet auquel renvoie le nom de domaine trompeur. Nous dĂ©terminerons enfin quelles exigences propres aux diffĂ©rents signes distinctifs impliquent une prise en considĂ©ration du site Internet.
Es ist heute anerkannt, dass ein Domain-Name mit einem Kennzeichen verwechselt werden und dadurch Rechte eines Dritten verletzen kann. Indes lĂ€sst die schweizerische Rechtsprechung zu Domain-Namen die Frage ungeklĂ€rt, inwiefern der Inhalt einer Internetseite im Zusammenhang mit Domainstreitigkeiten eine Rolle spielt. Der vorliegende Beitrag erörtert zunĂ€chst die Rolle des Inhalts von Internetseiten bei Klagen gegen Inhaber von Domain-Namen gestĂŒtzt auf Namens-, Marken-, Firmenrecht und unlauteren Wettbewerb in der schweizerischen Rechtsprechung. Anschliessend wird untersucht, ob der Begriff der Verwechslungsgefahr die BerĂŒcksichtigung des Inhalts der Internetseite einbezieht, auf welche mit dem irrefĂŒhrenden Domain-Namen verwiesen wird. Zuletzt wird ermittelt, welche der verschiedenen kennzeichnungsrechtlichen Voraussetzungen eine Bezugnahme auf die Internetseite erfordern.
Alain Alberini / Kevin Guillet | 2012 Ausgabe 5
Die im Juni 2011 verabschiedete und am 1. April bzw. 1. Juli 2012 in Kraft tretende UWG-Revisionsvorlage ergĂ€nzt das Gesetz mit weiteren SpezialtatbestĂ€nden, verschĂ€rft die AGB-Inhaltskontrolle und fĂŒhrt prozedurale/verwaltungsrechtliche Ănderungen ein. Ob die Erweiterung der verwaltungsrechtlichen Elemente und die Konvertierung des UWG in ein Konsumentenschutzgesetz tatsĂ€chlich den Kernfunktionen des Wettbewerbsrechts dienen, erscheint indessen als zweifelhaft; die Institution Wettbewerb wird kaum gestĂ€rkt.
AdoptĂ© en juin 2011, le projet de rĂ©vision de la LCD est entrĂ© en vigueur le 1er avril resp. le 1er juillet 2012. Il complĂšte la loi en intĂ©grant de nouvelles dispositions, renforce le contrĂŽle du contenu des CGA et introduit des modifications sur le plan de la procĂ©dure et du droit administratif. On peut toutefois se demander si lâaccroissement des Ă©lĂ©ments de droit administratif et la transformation de la LCD en une loi visant la protection des consommateurs amĂ©liorent les fonctions fondamentales du droit de la concurrence; la concurrence en tant quâinstitution nâen ressort guĂšre renforcĂ©e.
Rolf H. Weber | 2012 Ausgabe 4
Nachdem es lange Zeit still um sie geworden war, hat die missbrauchsunabhĂ€ngige Entflechtung die deutsche Fachöffentlichkeit wie kaum ein anderes kartellrechtliches Thema in der jĂŒngeren Vergangenheit bewegt. So gerĂ€uschvoll wie es aufgekommen ist, so schnell ist es freilich wieder von der politischen Agenda verschwunden: Noch im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung von 2009 vorgesehen, sollte jenes Instrument ursprĂŒnglich gar noch vor der 8. GWB-Novelle implementiert werden. Im aktuellen Referentenentwurf findet es sich indes nicht mehr; in der Schweiz hat eine entsprechende Diskussion, soweit ersichtlich, praktisch ĂŒberhaupt nicht stattgefunden. Beides ist aus GrĂŒnden eines möglichst umfassenden Wettbewerbsschutzes bedauerlich. Der vorliegende Beitrag untersucht daher, unter Heranziehung der Erfahrungen im US-amerikanischen Recht, die missbrauchsunabhĂ€ngige Entflechtung als Instrument im schweizerischen Recht â de lege lata und de lege ferenda.
AprĂšs nâavoir pas fait parler dâelle pendant longtemps, la possibilitĂ© dâordonner le dĂ©mantĂšlement dâune entreprise en lâabsence dâabus de position dominante est rĂ©cemment redevenue un sujet de discussion dans les milieux spĂ©cialisĂ©s en Allemagne, plus que toute autre question de droit des cartels. Autant ce thĂšme avait fait grand bruit, autant il a rapidement disparu de lâagenda politique. Selon lâordre du jour du contrat de coalition de 2009 du gouvernement allemand, cet instrument devait ĂȘtre intĂ©grĂ© dans la 8e rĂ©vision du GWB. Or, on nâen trouve plus trace dans le projet de loi; en Suisse, la discussion sur ce sujet a Ă©tĂ© Ă peine amorcĂ©e. Cette situation est regrettable en termes de politique de la concurrence. En sâinspirant des expĂ©riences tirĂ©es du droit amĂ©ricain, lâarticle qui suit examine le dĂ©mantĂšlement dâentreprises en lâabsence dâabus de position dominante â en droit suisse de lege lata et de lege ferenda.
Franz Böni | 2012 Ausgabe 2
Der EigentĂŒmer eines (Sport-)Stadions hat die Möglichkeit, das Recht zur Benennung seines Stadions, das sog. Naming Right, entgeltlich an einen kommerziellen Werbepartner zu vergeben. Dieser Werbepartner hat ein betriebswirtschaftliches Interesse daran, dass die von ihm gewĂ€hlte Stadionbezeichnung in der Ăffentlichkeit möglichst hĂ€ufig in Erscheinung tritt. Insbesondere bei der Berichterstattung in den Medien ĂŒber die in den Sportstadien stattfindenden Sportveranstaltungen werden die kommerzialisierten Namen der Sportstadien in der Regel aber uneinheitlich verwendet, oder die Stadien werden weiter mit den historischen Bezeichnungen genannt (z.B. wird beim Berner Eishockey-Stadion weiterhin vom Allmendstadion und nicht von der PostFinance-Arena gesprochen). Im folgenden Beitrag wird geprĂŒft, ob und auf welche privat- und öffentlich-rechtlichen Normen sich ein Anspruch des StadioneigentĂŒmers oder dessen Werbepartners auf Nennung von kommerziellen Stadionnamen durch Medien stĂŒtzen liesse.
Le propriĂ©taire dâun stade a la possibilitĂ© dâaccorder Ă un partenaire commercial, contre rĂ©munĂ©ration, le droit de donner un nom Ă son stade («Naming Right»). Ce partenaire commercial a un intĂ©rĂȘt Ă©conomique Ă ce que le nom du stade apparaisse autant que possible en public. Notamment lors de reportages dans les mĂ©dias au sujet dâĂ©vĂ©nements sportifs organisĂ©s dans ces stades, les noms commercialisĂ©s sont frĂ©quemment utilisĂ©s de façon non uniforme; il arrive Ă©galement que les stades soient toujours dĂ©signĂ©s par leurs noms historiques (p. ex. le stade de hockey de Berne est rĂ©guliĂšrement appelĂ© «stade de lâAllmend» et non «arĂšne PostFinance»). La prĂ©sente contribution examine sâil existe un droit du propriĂ©taire ou de son partenaire commercial Ă lâutilisation correcte du nom de son stade par les mĂ©dias et, le cas Ă©chĂ©ant, quelles sont les dispositions de droit privĂ© et public qui pourraient fonder un tel droit.
Reto Arpagaus / Simon Osterwalder / Marcel BrĂŒlhart | 2012 Ausgabe 1
Art. 35 Abs. 4 URG enthĂ€lt als einzige Bestimmung im Urheberrechtsgesetz einen Gegenrechtsvorbehalt, der an die NationalitĂ€t des auslĂ€ndischen Interpreten anknĂŒpft. Dieses in den auslĂ€ndischen Gesetzen und den internationalen Abkommen nicht gebrĂ€uchliche AnknĂŒpfungskriterium bereitet in der Praxis Schwierigkeiten, weniger im Tonbereich, wo wegen des Rom-Abkommens und des WPPT der nationale Gegenrechtsvorbehalt wenig Bedeutung mehr hat, als vielmehr im audiovisuellen Bereich. Hier hĂ€ngt die Berechtigung des auslĂ€ndischen Interpreten allein von der Gesetzgebung seines Herkunftslandes ab, ob diese dem Schweizer KĂŒnstler dem Art. 35 URG entsprechende Rechte einrĂ€umt. Der vorzunehmende Rechtsvergleich ist mit mannigfaltigen Unsicherheiten verbunden, die dieser Aufsatz aufzeigen soll.
Seule disposition dans la loi sur le droit dâauteur Ă mentionner une rĂ©serve de rĂ©ciprocitĂ©, lâart. 35, al. 4 LDA se rattache Ă la nationalitĂ© des interprĂštes Ă©trangers. Ce critĂšre, qui nâest pas usuel dans les lois Ă©trangĂšres et les traitĂ©s internationaux, crĂ©e des difficultĂ©s en pratique, surtout dans le domaine de lâaudiovisuel, mais moins dans le domaine sonore, oĂč la clause de rĂ©ciprocitĂ© a une importance moindre en raison de la Convention de Rome et du WPPT. En matiĂšre audiovisuelle, les droits de lâinterprĂšte Ă©tranger dĂ©pendent de la question de savoir si la lĂ©gislation de son pays dâorigine accorde des droits correspondants aux ressortissants suisses, selon les termes de lâart. 35 LDA. Lâexamen comparatif des lĂ©gislations nâest pas exempt de multiples difficultĂ©s, comme cet article entend le montrer.
Yvonne Burckhardt | 2011 Ausgabe 11
Der vorliegende Beitrag setzt sich mit der Schutzschrift gemÀss Art. 270 ZPO auseinander und untersucht insbesondere, inwieweit die bisherige kantonale Rechtsprechung sich auf die Schutzschrift unter neuem Recht auswirken kann.
La prĂ©sente contribution traite du mĂ©moire prĂ©ventif au sens de lâart. 270 CPC et examine en particulier dans quelle mesure la jurisprudence cantonale antĂ©rieure peut avoir une incidence Ă ce sujet selon le nouveau droit.
Rosana Pfaffhauser | 2011 Ausgabe 10
Mit Aufnahme der TĂ€tigkeit des Bundespatentgerichts am 1. Januar 2012 stellen sich grundlegende ĂŒbergangsrechtliche Fragen, die von der einzigen Ăbergangsbestimmung des Patentgerichtsgesetzes (Art. 41 PatGG) nur teilweise erfasst und nicht hinreichend beantwortet werden. Von den Gerichten zu entscheiden sein wird namentlich, welche Patentprozesse vom Bundespatentgericht ĂŒbernommen werden und welche Verfahrensordnung auf diese Prozesse anwendbar ist. Der vorliegende Beitrag versucht, einen Ăberblick ĂŒber die offenen Fragen zu geben und mögliche Lösungen aufzuzeigen.
LâentrĂ©e en fonction du Tribunal fĂ©dĂ©ral des brevets le 1er janvier 2012 soulĂšve des questions fondamentales de droit transitoire. Elles sont en partie traitĂ©es par la disposition transitoire de la loi sur le Tribunal fĂ©dĂ©ral des brevets (art. 41 LTFB), qui ne fournit toutefois que des rĂ©ponses incomplĂštes. Les tribunaux devront notamment se demander quels seront les procĂšs en matiĂšre de brevets dont le Tribunal fĂ©dĂ©ral des brevets sera saisi et quelle est la procĂ©dure applicable Ă ces procĂšs. Cet article se propose dâapporter des rĂ©ponses Ă ces questions.
Florent Thouvenin | 2011 Ausgabe 9
Die Marktabgrenzung ist heute ein zentraler Bestandteil von Kartellrechtsverfahren. Erst nach der Bestimmung des relevanten Marktes könnten die konkreten WettbewerbsverhĂ€ltnisse ermittelt werden. Zentrale Frage bei Kartellrechtsverfahren ist indes, ob ein Unternehmen (oder mehrere Unternehmen gemeinsam) den Wettbewerb beschrĂ€nken können. Zur Beantwortung dieser Frage reicht es aus, Folgendes empirisch zu klĂ€ren: Falls das Unternehmen die Preise etwas erhöhen wĂŒrde, wĂŒrden seine Kunden in so grosser Anzahl zu anderen Unternehmen abwandern, dass sich die Preiserhöhung als unprofitabel herausstellen wĂŒrde? Eine Marktabgrenzung ist hiefĂŒr nicht notwendig. Es reicht aus, zu wissen, ob und in etwa wie viele Kunden abwandern wĂŒrden. Wohin diese Kunden gehen wĂŒrden, ist ausser bei Zusammenschlussverfahren und horizontalen Kooperationen ebenfalls nicht von Belang. Die Marktabgrenzung lenkt den Blick zudem auf Einzelheiten wie Konzentrationsmasse, gute und weniger gute Substitute und fördert ein etappenweises Vorgehen. Damit entsteht die Gefahr, dass von Einzelheiten, z.B. dem Konzentrationsmass, letztlich aufs Ganze geschlossen wird. Die Marktabgrenzung kann deshalb auch in die Irre fĂŒhren. Im Aufsatz werden zudem die Vorteile und Grenzen des eng mit der Marktabgrenzung verknĂŒpften, aber weit ĂŒber diese hinausgehenden SSNIP-Tests diskutiert. Schliesslich wird fĂŒr die Abschaffung der Marktabgrenzung plĂ€diert.
La dĂ©limitation du marchĂ© est aujourdâhui un Ă©lĂ©ment central en droit des cartels. Ce nâest quâune fois que lâon a dĂ©limitĂ© le marchĂ© concernĂ© que lâon peut dĂ©finir les conditions de la concurrence. La question centrale reste cependant de savoir si une ou plusieurs entreprises peuvent restreindre la concurrence. Pour y rĂ©pondre, il suffit de rĂ©soudre la question suivante de façon empirique: si lâentreprise venait Ă augmenter lĂ©gĂšrement ses prix, est-ce que les clients qui migreraient vers dâautres entreprises seraient si nombreux que lâaugmentation du prix apparaĂźtrait comme Ă©tant contre-productive? Il nâest pas nĂ©cessaire pour cela de dĂ©limiter le marchĂ©. Il suffit de savoir si et environ combien de clients partiraient. La question de savoir oĂč iraient ces clients est sans importance sauf pour ce qui concerne les concentrations dâentreprises et les cas de coopĂ©ration horizontale. Par ailleurs, la dĂ©limitation du marchĂ© conduit Ă sâattacher Ă des dĂ©tails tels que le degrĂ© de concentration ou lâexistence de substituts Ă©ventuels et favorise un procĂ©dĂ© par Ă©tapes. Ainsi, il existe un danger que lâon tire des conclusions dĂ©finitives Ă partir de certains dĂ©tails, p.ex. le degrĂ© de concentration. La dĂ©limitation du marchĂ© peut dĂšs lors Ă©galement induire en erreur. La prĂ©sente contribution discute des avantages et limites des tests SSNIP, qui sont Ă©troitement liĂ©s Ă la dĂ©limitation du marchĂ©, tout en allant bien au-delĂ . En conclusion, elle contient un plaidoyer en faveur de la suppression de la dĂ©limitation du marchĂ©.
Adrian Raass | 2011 Ausgabe 7-8
Am 8. MĂ€rz 2011 hat der EuGH sein Gutachten zum Entwurf fĂŒr ein Ăbereinkommen ĂŒber das Gericht fĂŒr europĂ€ische Patente und Gemeinschaftspatente veröffentlicht. Dabei macht er klar, dass der Ăbereinkommensentwurf in der vorliegenden Form mit Unionsrecht nicht kompatibel ist. Der folgende Beitrag setzt sich kritisch mit dem Gutachten auseinander und versucht, mögliche LösungsansĂ€tze aufzuzeigen, die den vom EuGH gesteckten institutionellen Rahmen berĂŒcksichtigen und gleichzeitig die BedĂŒrfnisse der Nutzer nach einer qualitativ hochstehenden Patentgerichtsbarkeit in einem Europa mit einem Einheitspatent befriedigen.
Dans son avis de droit publiĂ© le 8 mars 2011, la CJUE dĂ©montre clairement que le projet dâaccord visant Ă la crĂ©ation dâune juridiction du brevet europĂ©en et communautaire nâest pas compatible dans sa forme actuelle avec le droit de lâUnion europĂ©enne. La contribution qui suit analyse lâavis de droit sous un angle critique et propose des Ă©lĂ©ments de rĂ©ponse qui, tout en tenant compte du cadre institutionnel dĂ©fini par la Cour, satisferaient aux besoins des utilisateurs qui ont intĂ©rĂȘt Ă disposer en matiĂšre de brevets dâune juridiction de qualitĂ© dans une Europe qui connaĂźtra le brevet unitaire.
Dieter Stauder | 2011 Ausgabe 6
Bei klassischem VerstĂ€ndnis von Marken- und Lauterkeitsrecht koexistieren beide Rechtsregimes im Hinblick auf die Regelung der vergleichenden Werbung friedlich. Insoweit verlangen die einschlĂ€gigen lauterkeitsrechtlichen Regelungen das Vorliegen eines Werbevergleichs, der gleichzeitig dafĂŒr sorgt, dass die Verwendung eines geschĂŒtzten Kennzeichens im Rahmen des Werbevergleichs nicht kennzeichenmĂ€ssig erfolgt. Doch bereits mit der Markenrechtsrevision 1992 wurde das eng verstandene Erfordernis markenmĂ€ssigen Gebrauchs aufgegeben. Im EuropĂ€ischen Recht hat der EuGH mit aller Klarheit entschieden, dass die vergleichende Werbung vom Markenrecht erfasst wird. Auf der anderen Seite des Spektrums kann es dazu kommen, dass markenrechtlich geschĂŒtzte Zeichen oder zumindest schĂŒtzbare Formen durch Anlehnung der Produkt- oder Zeichengestaltung auch unter die Regelungen ĂŒber vergleichende Werbung fallen können.
Nachfolgend sollen zunĂ€chst die AnnĂ€herung von Lauterkeits- und Markenrecht in diesem Bereich nachgezeichnet (I.) und die rechtlichen AnknĂŒpfungspunkte der Konvergenz (II.) dargestellt werden, bevor typische Problemkonstellationen untersucht (III.) und LösungsansĂ€tze prĂ€sentiert (IV.) werden.
En ce qui concerne la rĂ©glementation de la publicitĂ© comparative, droit des marques et droit de la concurrence dĂ©loyale coexistent paisiblement, selon les conceptions classiques du moins. Ainsi, les rĂšgles du droit de la concurrence dĂ©loyale demandent lâexistence dâune comparaison publicitaire, ce qui suppose que le signe protĂ©gĂ© ne soit pas utilisĂ© comme marque. Avec la rĂ©vision du droit des marques de 1992, lâexigence de lâutilisation du signe comme marque a cependant Ă©tĂ© abandonnĂ©e. En droit europĂ©en, la CJCE a dĂ©cidĂ© trĂšs clairement que le droit des marques sâapplique Ă la publicitĂ© comparative. Par ailleurs, il est possible que lâimitation de signes protĂ©gĂ©s comme marques (ou de formes protĂ©geables) tombe dans le champ dâapplication de la rĂ©glementation relative Ă la publicitĂ© comparative.
Cette contribution traite tout dâabord du rapprochement du droit de la concurrence dĂ©loyale avec le droit des marques (I), puis des points de rattachements juridiques de la convergence (II). Ensuite, on examinera les problĂ©matiques typiques, avec une esquisse de solution.
Jochen Glöckner | 2011 Ausgabe 5
Page 4 sur 6 | 120 articles