Patrick Schutteâ | sic! 2014 Ă©dition 11
Par un arrĂȘt du 27 mars 2014, la CJUE confirme le pouvoir des juridictions nationales de prononcer une injonction de blocage Ă lâencontre dâun fournisseur dâaccĂšs afin que celui-ci bloque lâaccĂšs Ă ses clients Ă un site Internet portant atteinte aux droits dâauteur.
Mit Urteil vom 27. MĂ€rz 2014 bestĂ€tigte der EuGH die Kompetenz der Gerichte der Mitgliedstaaten, gegenĂŒber einem Zugangsprovider eine Sperre auszusprechen, damit dieser den Zugang seiner Kunden zu einer urheberrechtsverletzenden Internetseite sperrt.
Lena Leuenberger | sic! 2014 édition 11
Patrick Schutte | sic! 2014 édition 11
Auf Ersuchen der spanischen Audiencia Nacional befand der EuGH im Rahmen eines Vorabentscheidungsverfahrens, dass der Betreiber einer Internetsuchmaschine fĂŒr personenbezogene Daten verantwortlich ist, die auf Internetseiten von Dritten erscheinen und vom Suchmaschinenbetreiber anhand einer Namenssuche und mittels entsprechender Links zugĂ€nglich gemacht werden. Die dahingehende TĂ€tigkeit einer Suchmaschine wird demnach als «Verarbeitung personenbezogener Daten» im Sinne von Art. 2 lit. b der Richtlinie 95/46 beurteilt und der Suchmaschinenbetreiber als fĂŒr diese TĂ€tigkeit «Verantwortlicher» nach deren Art. 2 lit. d. GestĂŒtzt auf Art. 7 und 8 der Grundrechtscharta kann die von der Datenbearbeitung betroffene Person verlangen, dass die jeweiligen Informationen einer breiten Ăffentlichkeit nicht mehr durch Einbezug in die Ergebnisliste einer Suchmaschine zur VerfĂŒgung gestellt werden. In diesem Fall ĂŒberwiegen die Interessen des Betroffenen nicht nur die wirtschaftlichen Interessen des Suchmaschinenbetreibers, sondern auch jene der breiten Ăffentlichkeit am Zugang zu diesen Informationen aufgrund einer anhand des Namens des Betroffenen durchgefĂŒhrten Suche.
Ă la demande de lâAudiencia Nacional espagnole, la Cour de justice europĂ©enne a jugĂ©, dans une procĂ©dure prĂ©judicielle, que lâexploitant dâun moteur de recherche Internet est responsable des donnĂ©es personnelles qui apparaissent sur les pages web de tiers et qui sont mises Ă disposition par le moteur de recherche au travers dâune recherche nominale et de liens correspondants. Cette activitĂ© dâun moteur de recherche est ainsi considĂ©rĂ©e comme un «traitement de donnĂ©es Ă caractĂšre personnel» au sens de lâart. 2 lit. b de la Directive 95/46; lâexploitant du moteur de recherche est pour sa part considĂ©rĂ© comme «responsable» de cette activitĂ© au sens de lâart. 2 lit. d de la Directive. Par ailleurs et sur la base des art. 7 et 8 de la Charte des droits fondamentaux, la personne touchĂ©e par le traitement de donnĂ©es peut demander que ces informations ne soient plus mises Ă disposition du grand public par leur inclusion dans la liste de rĂ©sultats dâun moteur de recherche. Dans un tel cas, les intĂ©rĂȘts de la personne concernĂ©e lâemportent non seulement sur les intĂ©rĂȘts Ă©conomiques de lâexploitant du moteur de recherche, mais Ă©galement sur ceux du grand public dâavoir accĂšs Ă cette information au moyen dâune recherche effectuĂ©e en utilisant le nom de la personne concernĂ©e.
Patrick Eggimann | sic! 2014 édition 10
Schrankenbestimmungen, die PrivatvervielfĂ€ltigungen von der urheberrechtlichen Verbietungsmacht ausnehmen, ohne danach zu differenzieren, ob diese ab rechtmĂ€ssig oder unrechtmĂ€ssig hergestellten Vorlagen angefertigt wurden, sind mit dem Unionsrecht nicht vereinbar. Zu diesem Schluss gelangt der EuGH in seiner nachstehend vorgestellten Entscheidung vom 10. April 2014. Die entsprechende schweizerische Schrankenbestimmung kennt diese Differenzierung zwischen rechtmĂ€ssigen und unrechtmĂ€ssigen Vorlagen nicht. Von einer (freiwilligen) Anpassung ans EU-Recht ist indes abzusehen, zumal der Entscheid des EuGH weder im Ergebnis noch in Bezug auf die BegrĂŒndung ĂŒberzeugt.
Les exceptions qui excluent le pouvoir dâinterdiction du droit dâauteur pour ce qui concerne les reproductions privĂ©es sans distinguer si cellesci ont Ă©tĂ© créées Ă partir de sources licites ou illicites ne sont pas compatibles avec le droit de lâUnion. Câest Ă cette conclusion que parvient la CJUE dans son arrĂȘt du 10 avril 2014 prĂ©sentĂ© ci-dessous. Lâexception suisse correspondante ne fait pas de distinction entre les sources lĂ©gitimes et illĂ©gitimes. Il faut toutefois sâabstenir dâadapter (de maniĂšre volontaire) le droit suisse au droit de lâUnion, dâautant plus que lâarrĂȘt de la CJUE ne convainc ni par son rĂ©sultat ni par sa motivation.
Fabian Wigger | sic! 2014 édition 10
sic! 2014 édition 10
Die Konkurseröffnung stellt keinen Grund fĂŒr eine sofortige Beendigung eines Lizenzvertrages an IP-Rechten, die zur Konkursmasse gehören, dar. DauerschuldverhĂ€ltnisse, u. a. Lizenzvereinbarungen, bleiben in Kraft fĂŒr die vereinbarte Vertragsdauer oder bis zum nĂ€chsten KĂŒndigungstermin. Nichtdestotrotz kann der Konkursverwalter entscheiden, die Lizenzverpflichtungen des Konkursiten, sei dieser Lizenzgeber oder Lizenznehmer, weiter zu erfĂŒllen. DarĂŒber hinaus, und soweit der Lizenzvertrag dies erlaubt, kann der Konkursverwalter die vertraglichen Rechte des Konkursiten an Dritte ĂŒbertragen.
sic! 2014 édition 9
Im schweizerischen Urheberrecht ist die Erschöpfung gesetzlich geregelt (Art. 12 URG). Sie knĂŒpft an die VerĂ€usserung eines Werkexemplars mit Zustimmung des Rechtsinhabers an. Erschöpft wird das Recht zur WeiterverĂ€usserung und zum weiteren Vertrieb (z.B. durch Vermietung) des Werkexemplars. Differenzierende Regeln finden sich fĂŒr audiovisuelle Werke, Computerprogramme und Werke der Baukunst. Sie lassen entweder die Erschöpfungswirkungen erst zeitlich aufgeschoben (audiovisuelle Werke) oder nur beschrĂ€nkt (Computerprogramme dĂŒrfen nicht vermietet werden) eintreten oder dehnen die Erschöpfungswirkung wegen der Natur des Werkes aus (Bauwerke dĂŒrfen auch verĂ€ndert werden). Ist das fragliche Werkexemplar rechtmĂ€ssig auf den Markt gelangt, kommt es nicht mehr auf den Fortbestand des Vertrags an, unter dem die ErstverĂ€usserung erfolgt ist. Auch kann die urheberrechtliche Erschöpfungswirkung nicht vertraglich wegbedungen werden.
sic! 2014 édition 9
Mit Urteil vom 8. April 2014 erklĂ€rte der EuGH die EuropĂ€ische Vorratsdatenspeicherungsrichtlinie 2006/24/EG fĂŒr ungĂŒltig. Damit beantwortete er zwei Vorabentscheidungsgesuche des High Court of Ireland (Rs. C-293/12) und des Verfassungsgerichtshofs Ăsterreich (Rs. C-594/12). Er hielt fest, die Richtlinie verletze die Grundrechte der Achtung des Privat- und Familienlebens (Art. 7) und des Schutzes personenbezogener Daten (Art. 8) der Charta der Grundrechte der EuropĂ€ischen Union. Der Eingriff durch die Vorratsdatenspeicherungsrichtlinie in diese Grundrechte sei unverhĂ€ltnismĂ€ssig, weshalb die Richtlinie ungĂŒltig sei. In der Folge erklĂ€rte auch der Ăsterreichische Verfassungsgerichtshof die Gesetze zur Vorratsdatenspeicherung in Ăsterreich fĂŒr verfassungswidrig. In der Schweiz wurden erste Gesuche um Einstellung der Vorratsdatenspeicherung demgegenĂŒber kĂŒrzlich abgewiesen. Eine abweichende Beurteilung durch den EuropĂ€ischen Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte bleibt jedoch möglich.
Par jugement du 8 avril 2014, la Cour de justice de lâUnion europĂ©enne a dĂ©clarĂ© invalide la directive europĂ©enne 2006/24 sur la conservation des donnĂ©es. Ce faisant, elle rĂ©pondait Ă deux demandes de dĂ©cisions prĂ©judicielles provenant de la High Court of Ireland (Rs. C-293/12) et de la Cour constitutionnelle de la RĂ©publique dâAutriche (Rs. C-594/12). Selon la Cour, la directive violait le droit au respect de la vie privĂ©e et de la vie familiale (art. 7) ainsi que le droit Ă la protection des donnĂ©es Ă caractĂšre personnel (art. 8) de la Charte des droits fondamentaux de lâUnion europĂ©enne. Lâatteinte Ă ces droits fondamentaux Ă©tant disproportionnĂ©e, la directive Ă©tait invalide. Par la suite, la Cour constitutionnelle dâAutriche a dĂ©clarĂ© contraires Ă la Constitution autrichienne les lois autrichiennes sur la conservation des donnĂ©es. En Suisse en revanche, les premiĂšres demandes concernant cette problĂ©matique ont rĂ©cemment Ă©tĂ© rejetĂ©es. Une apprĂ©ciation diffĂ©rente par la Cour europĂ©enne des droits de lâhomme reste cependant possible.
Simon Schlauri / Daniel Ronzani | sic! 2014 édition 9
Report of Swiss Group | sic! 2014 édition 9
Report of Swiss Group | sic! 2014 édition 9
Die Bereitstellung von anklickbaren Links auf einer Internetseite zu urheberrechtlich geschĂŒtzten Werken auf einer anderen Seite ist zulĂ€ssig i.S.d. Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29/EG, wenn die verlinkten BeitrĂ€ge frei zugĂ€nglich sind und daher kein neues Publikum geschaffen wird. Dies gilt selbst dann, wenn der Nutzer den Eindruck erlangt, dass der verlinkte Inhalt auf der Ausgangsseite erscheine. Anders wĂ€re der Fall zu beurteilen, wenn durch den Link ZugangsbeschrĂ€nkungen der Ursprungsseite umgangen wĂŒrden, dann sei die Erlaubnis des Urheberrechtsinhabers erforderlich.
Birgit Weil | sic! 2014 édition 7-8
Die rechtsvergleichende Bearbeitung von aktuellen immaterialgĂŒterrechtlichen Fragen ist eine der Kernkompetenzen von AIPPI: Jedes Jahr bereiten die nationalen Gruppen Berichte zu aktuellen Themen vor, den sog. Questions oder kurz Qs, welche dann auf internationaler Ebene diskutiert werden und Eingang in die Resolutionen von AIPPI International finden. Die Resolutionen haben in zahlreichen LĂ€ndern und Gremien Einfluss auf die Rechtsetzung, Weiterentwicklung und internationale Harmonisierung des Rechts des geistigen Eigentums. Alle LĂ€nderberichte, Zusammenfassungen und Resolutionen sind zudem auf www.aippi.org (unter Questions/Committees sowie Resolutions) verfĂŒgbar.
sic! 2014 édition 7-8
1 A patent may not be invoked against any person who, prior to the filing or priority date of the patent application, was commercially using the invention in good faith in Switzerland or had made special preparations for that purpose.
Report of Swiss Group | sic! 2014 édition 7-8
Page 27 sur 37 | 721 articles