Dieser Aufsatz untersucht den rechtlichen Rahmen fĂŒr den Datenaustausch in der Schweiz. Er konzentriert sich auf den Austausch nicht personenbezogener Daten zwischen Unternehmen (B2B) und geht gleichzeitig auf weitere Modelle ein, wie den Austausch zwischen Behörden und Unternehmen (G2B) oder zwischen Unternehmen via Verwaltung (B2G2B). Er analysiert die rechtlichen und praktischen Folgen nicht vorhandener Eigentumsrechte an nicht personenbezogenen Daten und insbesondere inwiefern dies dazu fĂŒhrt, dass man sich auf vertragliche und technische Mechanismen stĂŒtzt, um den Zugang zu Daten und deren Nutzung zu organisieren. Der Aufsatz bespricht auch Strukturen wie Data Trusts, Datenvermittler, vertrauenswĂŒrdige DatenrĂ€ume (Data Spaces) sowie Open Data Lizenzen und bewertet ihre Integrierbarkeit ins schweizerische Recht. Die Analyse stĂŒtzt sich auf eine Recherche des Autors im Auftrag des Eidgenössischen Instituts fĂŒr geistiges Eigentum (IGE), die zur Erstellung eines öffentlichen Verzeichnisses der Regeln fĂŒr den Datenaustausch gefĂŒhrt hat. Dieses ist unter folgender Adresse abrufbar: âčwww.data-sharing.châș.
Alexandre Jotterand | sic! 2025 Ausgabe 9
Lorenz von Arx | sic! 2025 Ausgabe 7-8
Retrieval-Augmented Generation (RAG) wird verwendet, um die ZuverlĂ€ssigkeit und AktualitĂ€t des Outputs von Sprachmodellen zu erhöhen. RAG ist weit verbreitet, wurde aber noch kaum urheber-rechtlich untersucht. Dieser Beitrag vermittelt einen Ăberblick ĂŒber die Rechtsfragen und nimmt eine erste Einordnung vor.
La gĂ©nĂ©ration augmentĂ©e de rĂ©cupĂ©ration (RAG, Retrieval-Augmented Generation) est utilisĂ©e pour augmenter la fiabilitĂ© et lâactualitĂ© des rĂ©ponses fournies par les modĂšles de langage. La RAG est trĂšs rĂ©pandue, mais elle nâa guĂšre Ă©tĂ© Ă©tudiĂ©e sous lâangle du droit dâauteur. Cet article donne un aperçu des questions juridiques et procĂšde Ă une premiĂšre classification.
Florent Thouvenin | sic! 2025 Ausgabe 7-8
Die schweizerischen Gerichte stehen im ImmaterialgĂŒterrecht vor der Herausforderung, nationale Bestimmungen auszulegen und anzuwenden, die in unterschiedlichem Masse von europĂ€ischen (Vorbild-)Regelungen beeinflusst sind. Wie stark orientieren sie sich dabei an der europĂ€ischen Rechtspraxis? In welchen Bereichen folgen sie dem EuGH oder dem EPA und seinen Beschwerdekammern und wo entwickeln sie eigenstĂ€ndige AuslegungsansĂ€tze? Dieser Beitrag geht diesen Fragen anhand einer Analyse dreier Bereiche des ImmaterialgĂŒterrechts nach.
Lorenz von Arx | sic! 2025 Ausgabe 7-8
Im Entscheid 4A_171/2023 vom 19. Januar 2024 (BGE 150 III 188) hat sich das Bundesgericht mit der rechtlichen ZulÀssigkeit der sogenannten «Customization» von Markenwaren befasst. Konkret ging es um die Frage, ob die gewerbliche Dienstleistung, im Auftrag von Kunden Luxusuhren der Marke ROLEX zu personalisieren, gegen das Markenschutzgesetz oder das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verstösst. Das Bundesgericht verneinte dies und stellte fest, dass ein solches Angebot zulÀssig sei, solange die individualisierten Produkte, auf denen die Originalmarke angebracht ist, nicht vermarktet, also verkauft, werden. Der Entscheid wirft grundlegende Fragen zur Reichweite der markenrechtlichen Schutzrechte auf, welche in diesem Beitrag nÀher beleuchtet werden.
Simone Huser / Markus Kaiser / Michael Noth | sic! 2025 Ausgabe 6
2016 hat Deutschland ein zentrales, elektronisches Schutzschriftenregister eingefĂŒhrt. In der Schweiz existiert kein solches Register. Dieser Beitrag behandelt ausgewĂ€hlte Aspekte der Schutzschrift unter Schweizer Recht und bietet eine Ăbersicht zum deutschen Schutzschriftenregister, bevor im Rahmen eines Ausblicks Ăberlegungen zur Schaffung eines zentralen Schutzschriftenregisters auch in der Schweiz angestellt werden.
Philipp Groz / Adrienne Hennemann / Leon Dorn | sic! 2025 Ausgabe 6
Rudolf A. Rentsch / Raphael Zingg | sic! 2025 Ausgabe 5
Peter Georg Picht / Benjamin Zerbe / Leander D. Loacker | sic! 2025 Ausgabe 5
En Suisse, la souplesse du droit des contrats permet aux parties de façonner librement leurs accords de licence. Mais cette libertĂ© a un prix: en nĂ©gligeant certaines clauses essentielles, les entreprises sâexposent Ă des incertitudes juridiques et Ă des conflits coĂ»teux. Que se passe-t-il en cas dâamĂ©lioration du produit, de litige ou de faillite? Trop souvent, ces points cruciaux sont oubliĂ©s, laissant le champ libre Ă des interprĂ©tations imprĂ©vues. Pour Ă©viter les mauvaises surprises, mieux vaut anticiper et verrouiller son contrat dĂšs le dĂ©part.
Laurent Muhlstein | sic! 2025 Ausgabe 4
Ăber die rechtliche Qualifikation des Lizenzvertrags ist viel geschrieben worden. WĂ€hrend dieser Vertragstypus heute in der Rechtsprechung und der Lehre praktisch einhellig als Innominatvertrag sui generis angesehen wird, ist noch in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts die NĂ€he zum Pachtvertrag betont worden, lassen sich doch ImmaterialgĂŒter unter die Legaldefinition des Pachtvertrags (Art. 275 OR) subsumieren («ein nutzbares Recht»). Der vorliegende Beitrag soll den rechtshistorischen Werdegang des Lizenzvertrags vom Nominat- zum Innominatvertrag skizzieren.
Nils Rogenmoser | sic! 2025 Ausgabe 4
Nachhaltige Entwicklung ist ein Kernziel unserer Gesellschaft und das Recht des geistigen Eigentums sollte ebenfalls zu diesem Ziel beitragen. Mit dem Schwerpunkt auf ökologischer Nachhaltigkeit bietet das von Jacques de Werra herausgegebene Buch «Intellectual Property & Sustainable Development» verschiedene Perspektiven darauf, wie das Recht des geistigen Eigentums, insbesondere das Patent- und Markenrecht, sowie Durchsetzungsmassnahmen Instrumente bieten, die den Technologietransfer, die Vermeidung von Greenwashing und die KreislauffĂ€higkeit von Produkten fördern können. Diese Rezension setzt sich kritisch mit den gemachten VorschlĂ€gen auseinander und macht weitere Ăberlegungen zu wichtigen EinschrĂ€nkungen, die das Recht des geistigen Eigentums fĂŒr die Nachhaltigkeit birgt.
Anke Moerland | sic! 2025 Ausgabe 4
KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler profitieren nicht nur vom Schutz ihrer Werke durch das Urheberrecht, sie stehen gelegentlich auch im Konflikt mit ihm. Bei referenzierendem Kunstschaffen ist der Verlauf der Grenze zwischen erlaubter (freier) Benutzung, zustimmungspflichtiger Bearbeitung und Schrankenbestimmung seit jeher schwer zu ziehen. Mit der in der digitalen Kunst verbreiteten Methode des Remixens und Sampelns rĂŒckt die Parodieschranke (Art. 11 Abs. 3 URG) und ihr allenfalls neu auszutarierender Anwendungsbereich in den Fokus der Aufmerksamkeit.
Annatina Menn | sic! 2025 Ausgabe 3
Das Landgericht Hamburg hatte im Rahmen einer Klage betreffend Urheberrechtsverletzung durch öffentliches ZurverfĂŒgungstellen eines Datensatzes zum Training von KI die Anwendbarkeit der deutschen Schrankenbestimmungen zum Text und Data Mining sowie zum Text und Data Mining zum Zweck der wissenschaftlichen Forschung zu prĂŒfen. Anhand der EntscheidungsgrĂŒnde des Landgerichts Hamburg zeigt der vorliegende Beitrag die Voraussetzungen der angewendeten Schranken des deutschen Rechts auf, vergleicht sie mit den urheberrechtlichen Schrankenbestimmungen in der Schweiz und zieht daraus Schlussfolgerungen zur Rechtslage bei einem entsprechenden Rechtsstreit in der Schweiz.
Claudia Marti | sic! 2025 Ausgabe 3
In ihrer Performance Saemann meets Schneemann aus dem Jahr 2004 reproduziert die Basler KĂŒnstlerin Andrea Saemann das SchlĂŒsselwerk Interior Scroll von Carolee Schneemann (1939â2019). Im Rahmen von Ankaufsverhandlungen stellte die interessierte Kunstkommission die Frage, ob diese Verwendung gesetzlich erlaubt ist oder nicht.
Sandra KĂŒnzi | sic! 2025 Ausgabe 2
Werbung fĂŒr rezeptfreie Medikamente (OTC-Produkte) ist in der Schweiz grundsĂ€tzlich erlaubt, doch auf Social-Media-Plattformen stossen Pharmaunternehmen auf erhebliche HĂŒrden. Dies liegt insbesondere an der strikten Haltung von Swissmedic zu Werbung auf Plattformen wie Facebook und YouTube, welche die Pharmaunternehmen daran hindert, das Potenzial dieser Plattformen vollumfĂ€nglich auszuschöpfen. Dieser Beitrag zeigt das gegenwĂ€rtige Werberegime fĂŒr OTC-Produkte auf und analysiert die Haltung von Swissmedic zu Werbung auf Social-Media-Plattformen. Er geht der Frage nach, ob das faktische Werbeverbot fĂŒr OTC-Produkte auf Social Media mit der Wirtschaftsfreiheit vereinbar ist oder ob es weniger einschrĂ€nkende Mittel gibt.
La publicitĂ© pour les mĂ©dicaments en vente libre est en principe autorisĂ©e en Suisse, mais les entreprises pharmaceutiques se heurtent Ă des obstacles considĂ©rables sur les plateformes de rĂ©seaux sociaux. Cela est notamment dĂ» Ă la position stricte de Swissmedic concernant la publicitĂ© sur des plateformes telles que Facebook et YouTube, qui empĂȘche les entreprises pharmaceutiques dâexploiter pleinement le potentiel de ces plateformes. Cet article prĂ©sente le rĂ©gime publicitaire actuel pour les mĂ©dicaments en vente libre et analyse la position de Swissmedic Ă lâĂ©gard de la publicitĂ© sur les rĂ©seaux sociaux. Il Ă©tudie la question de savoir si lâinterdiction de fait de la publicitĂ© pour les mĂ©dicaments OTC sur les rĂ©seaux sociaux est compatible avec la libertĂ© Ă©conomique ou sâil existe des moyens moins contraignants.
Advertising for over-the-counter (OTC) medicines is generally permitted in Switzerland, but pharmaceutical companies face significant hurdles on social media platforms. In particular, Swissmedic’s strict stance on advertising on platforms such as Facebook and YouTube prevents pharmaceutical companies from fully exploiting the potential of these platforms. This article outlines the current advertising regime for OTC products and analyses Swissmedic’s position on advertising on social media platforms. It examines whether the de facto ban on advertising OTC products on social media is compatible with economic freedom or whether there are less restrictive means.
Sarah Drukarch | sic! 2025 Ausgabe 2
Der Digital Markets Act (DMA) fĂŒhrt bedeutende neue Verpflichtungen fĂŒr «TorwĂ€chter» (Gatekeeper) ein, also fĂŒr grosse Digitalunternehmen in der EuropĂ€ischen Union, gilt aber nicht fĂŒr die Schweiz. Dieser Beitrag untersucht die allgemeinen GeschĂ€ftsbedingungen (AGB) ausgewĂ€hlter TorwĂ€chter, um zu ĂŒberprĂŒfen, ob und inwiefern die DMA-Vorgaben auch in der Schweiz eingehalten werden. Dabei zeichnen sich in Bezug auf die hier untersuchten zentralen Plattformdienste und die dabei behandelten Normen unterschiedliche Strategien ab: wĂ€hrend Meta und Microsoft die Erstreckung auf die Schweiz offenbar grundsĂ€tzlich vorsehen (de facto «Brussels Effect»), gilt dies offenbar nicht fĂŒr Apple und Alphabet/Google. Die selektive Nichtanwendung des alternativen Streitbeilegungsmechanismus durch Facebook und LinkedIn wirft weitere offene Fragen auf. Mit diesen Befunden und ihrer tentativen Bewertung leistet die Untersuchung einen Beitrag zu den Diskursen um den «BrĂŒssel-Effekt» sowie um mögliche Reaktionen der Schweiz auf den DMA.
Le Digital Markets Act (DMA) introduit des obligations nouvelles et significatives pour les «gatekeepers», câest-Ă -dire les grandes entreprises numĂ©riques de lâUnion europĂ©enne, mais cette lĂ©gislation sur les marchĂ©s numĂ©riques ne sâapplique pas Ă la Suisse. Le prĂ©sent article examine les conditions gĂ©nĂ©rales (CG) dâune sĂ©lection de gatekeepers afin de vĂ©rifier si et dans quelle mesure les prescriptions du DMA sont Ă©galement respectĂ©es en Suisse. Des stratĂ©gies diffĂ©rentes se dessinent en ce qui concerne les services fournis par les grandes plateformes numĂ©riques Ă©tudiĂ©s ici et les normes traitĂ©es dans ce cadre : alors que Meta et Microsoft prĂ©voient apparemment son extension Ă la Suisse par principe («effet Bruxelles» de facto), ce nâest apparemment pas le cas dâApple et Alphabet/Google. La non-application sĂ©lective du mĂ©canisme alternatif de rĂšglement des litiges par Facebook et LinkedIn soulĂšve dâautres questions. GrĂące Ă ces rĂ©sultats et Ă leur dĂ©but dâĂ©valuation, lâĂ©tude apporte une contribution aux discussions sur lâ«effet Bruxelles» ainsi que sur les rĂ©actions possibles de la Suisse face au DMA.
Peter Georg Picht / Luka Nenadic / Octavia Barnes / Nicolas Eschenbaum / Yannick Kuster | sic! 2025 Ausgabe 1
La prĂ©sente contribution tend Ă mettre en exergue deux effets non coordonnĂ©s caractĂ©ristiques du contrĂŽle des opĂ©rations de concentration, ainsi que les conditions de leur apprĂ©ciation; (a) la proximitĂ© concurrentielle de deux entitĂ©s parties Ă lâopĂ©ration et (b) la disparition dâun important moteur de la concurrence dans le cadre de lâopĂ©ration.
Dâune importance grandissante dans la pratique dĂ©cisionnelle des autoritĂ©s de la concurrence, ces deux effets unilatĂ©raux impliquent des caractĂ©ristiques Ă©conomiques particuliĂšres, lesquelles doivent faire lâobjet dâun examen approfondi.
Il sera ainsi, en premier lieu, procĂ©dĂ© Ă un dĂ©veloppement thĂ©orique des notions prĂ©citĂ©es, avant dâaborder leur prise en compte concrĂšte, sous lâangle du fardeau imputable aux autoritĂ©s de la concurrence. On cherchera de la sorte Ă dĂ©montrer les conditions de leur survenance, dans le cadre dâune opĂ©ration de concentration.
Dieser Beitrag fokussiert sich auf zwei fĂŒr die Fusionskontrolle charakteristische nicht-koordinierte Effekte sowie die Voraussetzungen fĂŒr deren Beurteilung; (a) die WettbewerbsnĂ€he zweier an der Fusion beteiligter RechtstrĂ€ger und (b) den Wegfall eines wichtigen Wettbewerbsfaktors im Rahmen der Fusion.
Diese beiden unilateralen Effekte gewinnen in der Entscheidungspraxis der Wettbewerbsbehörden zunehmend an Bedeutung und umfassen besondere wirtschaftliche Merkmale, die einer eingehenden PrĂŒfung unterzogen werden mĂŒssen.
ZunĂ€chst erfolgt eine theoretische Diskussion der genannten Begriffe, bevor ihre konkrete BerĂŒcksichtigung unter dem Gesichtspunkt der Beweislast der Wettbewerbsbehörden erörtert wird. Auf diese Weise soll versucht werden, die Voraussetzungen fĂŒr ihr Auftreten im Rahmen einer Fusion aufzuzeigen.
Luca Ruggiero | sic! 2025 Ausgabe 1
Neben den klassischen Sicherungsmitteln wie Immobilien und Mobiliareigentum kommen im Rahmen der Unternehmensfinanzierung auch ImmaterialgĂŒterrechte als GegenstĂ€nde einer VerpfĂ€ndung oder fiduziarischen SicherungsĂŒbertragung in Betracht. Wenngleich ImmaterialgĂŒterrechtsverpfĂ€ndungen bzw. -sicherungsĂŒbertragungen im Vergleich zu klassischen Sicherungsmitteln in der Schweiz bislang eher eine Randerscheinung bilden, hat sich in der Praxis basierend auf den gesetzlichen Regelungen eine Vertragspraxis herausgebildet, die im Folgenden beleuchtet werden soll.
Outre les moyens de garantie classiques tels que les biens immobiliers et la propriĂ©tĂ© mobiliĂšre, les droits de propriĂ©tĂ© intellectuelle peuvent Ă©galement faire lâobjet dâune mise en gage ou dâun transfert fiduciaire en garantie dans le cadre du financement des entreprises. Bien que la mise en gage ou le transfert de droits immatĂ©riels Ă titre de garantie soit jusquâĂ prĂ©sent un phĂ©nomĂšne plutĂŽt marginal en Suisse par rapport aux moyens de garantie classiques, une pratique contractuelle sâest dĂ©veloppĂ©e dans la pratique sur la base des dispositions lĂ©gales, que nous allons examiner ci-aprĂšs.
Markus Wang / Christine Schweikard | sic! 2025 Ausgabe 1
Vertiefte Analysen von Tatsachen, der Frage des anwendbaren Rechts, vom VervielfĂ€ltigungsbegriff und von Schranken de lege lata und de lege ferenda legen den Bedarf nach Transparenz, Kontrolle und VergĂŒtungslösungen beim KI-Training offen. Urheberrechtliche Qualifikationen des KI-Outputs sowohl zu SchutzfĂ€higkeit wie auch zu Verletzungen sind bei sorgfĂ€ltiger Subsumtion weitgehend aufgrund bestehender GrundsĂ€tze und Theorien zu lösen. Das Potenzial von generativer KI fĂŒr Automatisierungen von standardisierten Prozessen und Generierung vergangenheitsgestĂŒtzter Inhalte sowie die Dimension der wirtschaftlichen Bedrohung der urheberrechtlichen Auswertung laden aber zu neuen rechtspolitischen Bewertungen ein.
Des analyses approfondies des faits, de la question du droit applicable, de la notion de reproduction et des exceptions et limitations de lege lata et de lege ferenda rĂ©vĂšlent le besoin de transparence, de contrĂŽle et de solutions de rĂ©munĂ©ration pour lâentraĂźnement de lâIA. Les qualifications en matiĂšre de droit dâauteur de lâoutput de lâIA, quâil sâagisse de la protection ou de la violation, peuvent ĂȘtre rĂ©solues en grande partie sur la base des principes et thĂ©ories existants, Ă condition de procĂ©der Ă une analyse soigneuse. Le potentiel de lâIA gĂ©nĂ©rative pour automatiser des processus standardisĂ©s et gĂ©nĂ©rer des contenus sur la base de contenus dĂ©jĂ existants ainsi que la dimension de la menace Ă©conomique de lâexploitation du droit dâauteur invitent toutefois Ă de nouvelles Ă©valuations politiques.
Constanze Semmelmann | sic! 2024 Ausgabe 12
Das Bundesgericht beugte sich vor zwanzig Jahren ĂŒber das urheberrechtliche Sorgenkind Fotografie. Es bejahte und verneinte in kurzer Folge die SchutzfĂ€higkeit von Fotografien: Am 5. September 2003 erkannte es in einem an einem Konzert aufgenommenen Schnappschuss von Bob Marley ein fotografisches Werk, am 19. April 2004 in einer inszenierten Ablichtung von Wachmann Meili hingegen bloss eine fotografische Wiedergabe ohne individuellen Charakter. Beide Entscheide wurden 2004 in Band 130 der Amtlichen Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts veröffentlicht. Auf die Freude ĂŒber das Urteil «Marley» folgte in Fotografenkreisen die EnttĂ€uschung ĂŒber das Urteil «Meili» und es wurde der Ruf nach einem besseren Schutz von Fotografien laut. In der vorliegenden Arbeit soll ein kurzer juristisch-fotografischer Blick auf die Antwort des Schweizer Gesetzgebers geworfen werden: Auf Art. 2 Abs. 3bis im systematischen GefĂŒge des Urheberrechtsgesetzes.
Il y a vingt ans, le Tribunal fĂ©dĂ©ral sâest penchĂ© sur lâenfant terrible du droit dâauteur quâest la photographie. Dans un laps de temps assez court, il a successivement affirmĂ© et niĂ© la possibilitĂ© de protĂ©ger des photographies: le 5 septembre 2003, il a reconnu quâun clichĂ© de Bob Marley pris lors dâun concert Ă©tait une Ćuvre photographique, tandis que le 19 avril 2004, il estimait quâune photo mise en scĂšne du gardien Meili nâĂ©tait quâune reproduction photographique sans caractĂšre individuel. Les deux arrĂȘts ont Ă©tĂ© publiĂ©s en 2004 dans le volume 130 du Recueil officiel des arrĂȘts du Tribunal fĂ©dĂ©ral suisse. La joie suscitĂ©e par lâarrĂȘt Marley a Ă©tĂ© suivie, dans les cercles de photographes, par la dĂ©ception suscitĂ©e par lâarrĂȘt Meili, et des voix se sont Ă©levĂ©es pour rĂ©clamer une meilleure protection des photographies. Le prĂ©sent travail se propose de jeter un bref regard juridico-photographique sur la rĂ©ponse du lĂ©gislateur suisse: lâart. 2 al. 3bis dans la structure systĂ©matique de la loi sur le droit dâauteur.
Dominique Marc Wehrli | sic! 2024 Ausgabe 10
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