5|2017
Rechtsprechung | Jurisprudence

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«Handlungs- und Erfolgsort»
Bundesgericht vom 12. Januar 2017
Fehlende international-örtliche Zuständigkeit mangels Handlungs- oder Erfolgsorts

8. Weitere Rechtsfragen

Prozessrecht

LugÜ 26 I; ZPO 59 II b, 60. Art. 26 Abs. 1 LugÜ gibt vor, dass das Gericht seine Zuständigkeit von Amtes wegen zu prüfen hat, was insbesondere dazu führt, dass die von der Klägerin vorgetragenen zuständigkeitsbegründenden Tatsachen bei Säumnis der Beklagten nicht als zugestanden angesehen werden dürfen. Die Prüfung der Zuständigkeit bestimmt sich im Übrigen nach nationalem Recht (E. 3.2).

ZPO 59 II b, 60, 160. Die örtliche Zuständigkeit wird auch nach ZPO von Amtes wegen geprüft, den Parteien obliegt aber der Beweis der zur Beurteilung notwendigen Tatsachen (E. 3.3).

LugÜ 5 Ziff. 3; MSchG 11 III. Der blosse Umstand, dass eine Drittperson eine geschützte Marke verwendet, belegt nicht, dass diese Benutzung mit ­Zustimmung der Inhaberin erfolgt. Eine mit der Drittbenutzung zusammenhängende unerlaubte Handlung kann nicht ohne entsprechende Beweise der Inhaberin zugerechnet werden (E. 3.5, 3.5.1).

8. Autres questions juridiques

Droit de la procédure

CL 26 I; CPC 59 II b, 60. L’art. 26 al. 1 de la Convention de Lugano prévoit que le juge doit examiner sa compétence d’office; cela implique en particulier que les faits allégués par la demanderesse pour fonder la compétence judiciaire ne peuvent être considérés comme admis en cas de défaut du défendeur. L’examen de la compétence se fait par ailleurs d’après le droit national (consid. 3.2).

CPC 59 II b, 60, 160. Selon le CPC, la compétence rationae loci est également examinée d’office. Il appartient toutefois aux parties d’apporter la preuve des éléments nécessaires à établir cette compétence (consid. 3.3).

CL 5 ch. 3; LPM 11 III. Le simple fait qu’une tierce personne utilise une marque protégée ne prouve pas que cette utilisation se fait avec le consentement du titulaire. Un acte illicite découlant de l’usage d’une marque par un tiers ne peut pas être imputé au titulaire de la marque sans éléments de preuve pertinents (consid. 3.5, 3.5.1).

I. zivilrechtliche Abteilung; Abweisung der Beschwerde; Akten-Nr. 4A_360/2016

Am 13. November 2015 beantragte die A. Ltd. beim HGer Aargau, es sei der B. Ltd. in der Schweiz die Verwendung der Kennzeichen X oder Y zur Kennzeichnung von Nahrungsergänzungsmitteln zu verbieten. Die örtliche Zuständigkeit begründete sie mit dem Umstand, dass diese bereits in einem früheren zwischen denselben Parteien geführten marken- und lauterkeitsrechtlichen Verfahren bejaht worden sei. In einem weiteren Verfahren habe die Beklagte zudem bestätigt, die ­genannten Zeichen an in der Schweiz wohnhafte Käufer auszuliefern, womit sie auch zur Auslieferung in den Kanton Aargau bereit sei.

Die Beklagte beantragte ein Nichteintreten, da die fraglichen Produkte in der Schweiz ausschliesslich über einen Online-Shop vertrieben würden, der nicht von ihr, sondern von der B. Group betrieben würde. Sie selbst sei zwar ­Inhaberin der Schweizer Marke, gedenke aber nicht, diese zu gebrauchen. Da auch die ins Recht gelegten Rechnungen einzig Adressaten in den Kantonen Genf, Waadt und Wallis ausweisen, sei kein Bezug zum Kanton Aargau nachgewiesen und es fehle an der örtlichen Zuständigkeit des HGer Aargau.

Nachdem das Verfahren auf die Frage der örtlichen Zuständigkeit beschränkt wurde, verneinte das HGer diese und trat auf die Klage nicht ein. Eine Zuständigkeit ergebe sich weder aus dem Umstand, dass sich das Gericht in einem früheren Verfahren zwischen denselben Parteien für zuständig ­erklärt habe noch aus einem Handels- oder ­Erfolgsort gemäss Art. 5 Ziff. 3 LugÜ. Namentlich habe die Klägerin nicht ­beweisen können, dass die Beklagte eine Handlung im Kanton Aargau vorgenommen oder eine solche ihren Erfolg im Kanton Aargau gezeitigt habe.

Die von der Klägerin hiergegen erhobene Beschwerde weist das BGer ab.

Aus den Erwägungen:

3.2 Die Prüfung der Zuständigkeit von Amtes wegen nach Art. 26 Abs. 1 LugÜ bedeutet insbesondere, dass die von der klagenden Partei vorgetragenen Tatsachen, aus denen sich die Zuständigkeit ergeben soll, bei Säumnis der beklagten Partei nicht als zu­gestanden angesehen werden dürfen (BGE 139 III 278 ff. E. 4.2 m.H.). Die | Bestimmung gibt jedoch nicht vor, ob das Gericht verpflichtet ist, zuständigkeitsrelevante Tatsachen selbst zu ­erforschen, oder ob es den Parteien diesbezügliche Nachweise auferlegen kann. Das Verfahren, in dem sich das Gericht von seiner Zuständigkeit zu überzeugen hat, bestimmt sich nach dem nationalen Recht, mithin insbesondere nach Art. 59 Abs. 2 lit. b und Art. 60 ZPO (BGE 139 III 278 ff. E. 4.2 m.H.).

3.3 Gemäss Art. 60 ZPO prüft das ­Gericht von Amtes wegen, ob die Prozessvoraussetzung der örtlichen Zuständigkeit (Art. 59 Abs. 2 lit. b ZPO) erfüllt ist. Dies enthebt die Parteien ­jedoch weder der Beweislast noch ­davon, an der Sammlung des Prozessstoffes aktiv mitzuwirken (vgl. Art. 160 ZPO) und dem Gericht das in Betracht fallende Tatsachenmaterial zu unterbreiten und die Beweismittel zu bezeichnen. Dabei hat die klagende Partei die Tatsachen vorzutragen und zu belegen, welche die Zulässigkeit ihrer Klage begründen, die beklagte Partei diejenigen Tatsachen, welche sie angreifen (BGE 139 III 278 ff. E. 4.3 m.H.). Aus der Pflicht zur Prüfung der Prozessvoraussetzungen von Amtes wegen ­ergibt sich dabei nicht, dass das Gericht in Verfahren, die der Verhandlungsmaxime folgen, von sich aus nach den Tatsachen forschen müsste, welche die Zulässigkeit der Klage be­rühren (BGE 139 III 278 ff. E. 4.3 m.H.).

[…]

3.5 Es kann offenbleiben, ob die Vorinstanz in ihrer Hauptbegründung die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu Recht als verspätet qualifizierte, wenn sich die Eventualbegründung als ­bundesrechtskonform erweist. Die ­Beschwerdeführerin beruft sich in ihrer Beschwerde erstens darauf, dass die Beschwerdegegnerin das Betreiben ­eines Online-Shops zugestanden habe, was die Vorinstanz willkürlich ausser Acht gelassen habe. Zweitens ergebe sich entgegen der Ansicht der Vor­instanz aus dem Zugeständnis der ­Beschwerdegegnerin, «an die in der Schweiz wohnhafte Käuferschaft» ­auszuliefern, durchaus ein Erfolgsort im Kanton Aargau.

3.5.1 In Bezug auf den Online-Shop bringt die Beschwerdeführerin vor, die Vorinstanz habe willkürlich nicht berücksichtigt, dass die Beschwerdegegnerin – zumindest mittelbar und mit ihrer Zustimmung – via die «B.-Group» Waren unter der Marke X. vertreibe, und zwar via den Online-Shop <www.xxx.ch>. Internet-User im Kanton Aargau könnten diesen Online-Shop besuchen. Dabei sei rechtlich irrelevant, ob die Beschwerdegegnerin selbst oder mit ihrer Erlaubnis ein anderes wie sie zur B.-Group gehörendes Unternehmen die Kennzeichen in der Schweiz benutze. Die Beschwerdegegnerin könne sich nicht der markenrechtlichen Verantwortung entziehen, indem sie nicht selbst die Marke benutze, ­sondern die Benutzung einem zum Konzern gehörenden Unternehmen erlaube. Aus dem vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin in ihrer Klageantwort ausgeführt hat, nicht sie selbst, sondern die B.-Group betreibe einen Online-Shop (<www.xxx.ch>). Die Beschwerdeführerin behauptet denn auch nicht, die Beschwerde­gegnerin betreibe den Online-Shop selbst. Sie tut nicht dar, welche unerlaubte Handlung sie der Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang konkret vorwirft und inwiefern eine solche Handlung der Beschwerdegegnerin – nicht einer anderen Gesellschaft – einen Erfolgsort im Kanton Aargau begründen würde. Die blosse Behauptung, die Beschwerdegegnerin «erlaube» die Benutzung der Marke, genügt jedenfalls nicht. Die Vorinstanz hat kein Bundesrecht verletzt, indem sie auf weitere Sachverhaltsfeststel­lungen im Zusammenhang mit dem Online-Shop verzichtet hat; ein die ­Zuständigkeit der Vorinstanz begründender Erfolgsort ergibt sich daraus entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht.

[…]

Hu

Remarque

L’arrêt commenté ici soulève une intéressante problématique en lien avec la détermination, à l’interne, du tribunal compétent pour traiter d’un litige portant sur une violation du droit des marques. En l’espèce, une société A. sise en Irlande, avait tenté de saisir les tribunaux argoviens afin d’obtenir une injonction portée à l’encontre de la société B., elle en Grande-Bretagne, et interdisant à cette dernière la distribution en Suisse d’un supplément nutritif violant un signe distinctif détenu sur ce territoire par la demandeuse. Le produit était généralement disponible auprès du public helvétique et livrable en Suisse par le biais d’un site internet, opéré par le groupe B. – entité juridique distincte de B., la défenderesse. Au moment de la procédure, aucun de ces produits n’avait été livré en Argovie, alors que plusieurs commandes avaient déjà été servies dans les cantons de Genève, de Vaud et du Valais; la question générale – et en apparence simple – posée par cette constellation de faits était donc de savoir si la compétence locale des tribunaux argoviens était justifiée au vu de l’impact comparativement faible de l’atteinte illicite en ce lieu.

Comme retenu tant par la cour inférieure que par le TF, en vertu du lieu d’établissement de la société B., la question se devait d’être exclusivement examinée à l’aune de l’art. 5 al. 3 de la Convention de Lugano, qui, en matière délictuelle, retient la compétence des tribunaux situés au lieu où le « fait dommageable s’est produit ou risque de se produire », et qui en principe agit pour désigner les tribunaux compétents tant sur le plan international que sur le plan interne ou local, de façon à ce que le DIP interne de l’État saisi ne tient pas à s’appliquer (P. Ducor, Com- | mentaire romand, Bâle 2011, CL 5 N 147).

D’après la jurisprudence de la Cour de Justice de l’Union européenne, le lieu de survenance du fait dommageable, en matière d’atteinte au droit des marques, se comprend comme englobant tant le lieu de l’établissement de l’auteur de l’atteinte – point de rattachement qui ne nous intéresse guère ici – que le lieu de l’enregistrement de la marque dont la protection est requise (CJUE du 19 avril 2012, C-523/10, « Wintersteiger » ; voir aussi M. Bogdan, Jurisdiction in Disputes about Infringements of Intellectual Property Rights on the Internet in View of Recent ECJ Case Law, Masaryk University Journal of Law and Technology, 2013, 198 ss ; B. Dutoit, Droit international privé suisse. Commentaire de la loi fédérale du 18 décembre 1987, 5e éd., Bâle 2016, LDIP 129 N 18 ; D. Hofmann / O. Kunz, Basler ­Kommentar, 2e éd., Bâle 2016, LugÜ 5 N 605 ss). La règle, fondée sur le fractionnement international qui découle naturellement du caractère territorial de la titularité des droits de propriété sur les marques, s’interprète de façon très large, de façon à garantir aux titulaires le plein exercice de leurs droits. Ainsi, dans une série d’arrêts récents, il a été reconnu que le fabriquant d’un produit pouvait être attrait devant les juridictions d’un État dans lequel il ne mène pas d’activité commerciale, mais dans lequel son produit a été distribué par le fait d’un tiers agissant pour son propre compte (CJUE du 5 juin 2014, C-360/12, « Coty Germany », par analogie avec une atteinte en concurrence déloyale; voir aussi C. Laurichesse, Note sur Coty Germany, Revue critique de droit international privé, 2015, 212 ss); il a aussi été reconnu que tout exploitant de site internet pouvait être attrait dans tout État dans lequel son site est accessible et là où une atteinte à un droit protégé est alléguée (CJUE du 3 octobre 2013, C-170/12, « Pinckney » ; CJUE du 3 avril 2014, C-387-12, « Hi Hotel »; CJUE du 22 janvier 2015, C-441/13, « Hejduk » ; ces arrêts concernent le domaine des atteintes aux droits d’auteur, il est cependant admis que leurs considérants s’appliquent mutatis mutandis au droit des marques du ­moment qu’il n’est pas question de marques communautaires, qui sont soumises au régime de l’art. 97 du règlement 207/2009 sur la marque communautaire ; voir E. Rosati, International Jurisdiction in Online EU Trade Mark Infringement Cases : Where is The Place of Infringement Located ?, European Intellectual Property Review, 2016, 488-491).

Cela étant, il apparaît que la règle peine à opérer lorsqu’elle est employée pour déterminer la compétence interne. En effet, son point de rattachement fixé au lieu de l’enregistrement de la marque – autrement utile pour délimiter le morcellement territorial de la protection dans le contexte interétatique – perd sa valeur discriminatoire dans le contexte intra-étatique, dans lequel cet enregistrement couvre par défaut l’entier du territoire de l’État concerné. Appliqué strictement au cas d’espèce, la règle aurait donc non seulement légitimé la compétence des tribunaux argoviens, mais aurait également amené à rendre également compétents les tribunaux de chacun des autres cantons suisses, le fait que les produits aient été effectivement livrés dans trois autres cantons n’étant alors aucunement pertinent.

Ce n’est pas la solution qui fut retenue par notre Haute Cour dans l’arrêt. D’une part, elle considéra que la démonstration par la société demandeuse d’une atteinte concrète et imminente en Argovie faisait défaut (consid. 3.5.2); d’autre part, elle retint que l’existence d’une boutique en ligne proposant les produits en Argovie n’était pas suffisante pour concrétiser cette atteinte du moment que celle-ci n’était pas exploitée par la défenderesse mais par une société tierce (consid. 3.5.1). Ainsi, il est possible de discerner un raffermissement du point de rattachement de l’art. 5 al. 3 de la Convention de Lugano, recentrant celui-ci non pas sur l’allégation d’un besoin de protection, mais bien sur l’existence, actuelle ou imminente, d’une atteinte concrète ou imminente. Au passage, on peut noter que l’exigence se rapproche en substance de celle retenue pour désigner le tribunal compétent à l’interne sous l’empire de l’art. 36 CPC (Haldy, Code de procédure civile commenté, Bâle 2011, CPC 36 N 11 ; M. Widmer / T. Leis, Zuständigkeit gemäss ZPO im Immaterialgüterrechtsprozess, sic ! 2012, 366 ss).

La démarche est, dans l’absolu, à saluer. En effet, la largeur de la règle adoptée par la CJUE a été critiquée comme étant imprévisible et comme favorisant indûment le forum shopping ; à ce titre, le caractère incertain de son application à l’échelle interne traduit effectivement d’une certaine vacuité. Au sujet des atteintes véhiculées par internet plus particulièrement, ce problème peut être surmonté par l’adoption d’un test dit de la focalisation (ou targeting en anglais), qui tend à subordonner l’exercice de la compétence à l’existence de liens effectifs (ou en tout cas prévisibles) entre le site web porteur de l’atteinte et le public du for requis par le demandeur (en matière de principes de soft law, voir European Max Planck Group on Conflict of Laws in Intellectual Property, Principles on Conflict of Laws in Intellectual Property, <www.cl-ip.eu>, art. 2:202 in fine et 2:203, ces dispositions ont récemment été commentées à la lumière de la jurisprudence récente de la CJUE dans P. Torremans, Jurisdiction for Cross-Border Intellectual Property Infringement Cases in Europe, Common Market Law Review, 2016, 1625 ss ; voir également le projet de la Faculté de droit de l’Université de Genève (auquel le soussigné a participé) : Geneva Internet Disputes Resolution Policies 1.0 (GIDPR 1.0 ; <geneva-internet-disputes.ch>, Topic 1). Cela étant, le résultat obtenu par le TF en l’espèce est critiquable sur deux points . D’une part, il est indûment restrictif: la société défenderesse étant prête à livrer ses produits sur l’entier du territoire suisse, et ce y compris en Argovie, l’exigence de focalisation était déjà vraisemblablement remplie égale- | ment en ce lieu, quels que soient les lieux de leur livraison effective. D’autre part, le moyen recherché par la demandeuse était une injonction et non le paiement d’un dommage éventuellement subi ; dans ce contexte, l’exigence d’une atteinte effective à son droit se révèle comme particulièrement sévère.

Enfin, il reste à déplorer le caractère laconique de la décision. Procédant à un examen limité à l’arbitraire de la décision cantonale, la Cour n’a fait guère plus que d’appuyer les conclusions de cette dernière. En particulier, elle ne mentionne pas si c’est le caractère interne de la question juridictionnelle traitée qui a influencé son approche ou si c’est plutôt le contexte spécifique au litige – et notamment le caractère lacunaire des preuves apportées par la demandeuse à l’appui de ses arguments – qui a été déterminant.

Michel Reymond, Dr. iur., Genève