L Leitartikel

Das Smartphone – dein Freund und Helfer?

Smartphones sind heutzutage ausgelagerte Gehirne; sie wissen teils mehr über uns, als wir selbst. Ein durchsuchbares Smartphone ist daher oft das zentrale Beweismittel. Die erfolgreiche Datenextraktion gesperrter Geräte ist heute (vermeintlich) die Regel.

Bei einem polizeilichen Zugriff – oft morgens um 6 Uhr im Rahmen einer Hausdurchsuchung – fokussieren die Strafverfolgungsbehörden in der Regel zuerst auf die Sicherstellung digitaler Datenträger, wie klassischerweise das Smartphone. Um Fernlöschungen (beispielsweise mittels iCloud und die Funktion «Mein iPhone suchen») zu vermeiden, werden Smartphones umgehend in den Flugmodus gesetzt. Der Flugmodus ist nämlich in der Regel auch bei gesperrten Smartphones aktivierbar.

Auf den mobilen Geräten befinden sich oft Unmengen an (zum Teil sehr persönlichen und damit aussagekräftigen) Daten. Smartphones sind heutzutage sozusagen ausgelagerte Gehirne – manchmal wissen die digitalen Begleiter mehr über uns als wir selbst. Nichts treibt einem Strafverfolger in der heutigen Zeit daher mehr Tränenwasser in die Augen, als ein durchsuchbares Smartphone. Systemprotokolle, Apps, Netzwerke und Hotspots, Dokumente, Bilder und Videos, Passwort- und Notizdateien, E-Mails und SMS, Browser-Cookies, Suchbegriffe, Anruflisten, Adressbücher, Positionsdaten und vieles mehr können dem digitalen Helferlein entlockt werden. Ein Schlaraffenland für jede Strafverfolgerin!

Die Voraussetzungen für die Durchsuchung eines Smartphones sind niederschwellig.

StPOBeweisrecht
Gregor Münch | legalis brief StrR 17.05.2022

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