Juliane Wyss – «Die Dankbarkeit der Klienten ist für mich die grösste Antriebskraft.»
Familienrecht

Juliane Wyss studierte Rechtswissenschaften an der Universität Basel und absolvierte nach ihrem Studium diverse Volontariate am Bezirksgericht Liestal, im Finanzdepartement des Kantons Basel-Stadt sowie in einer auf Familienrecht spezialisierten Kanzlei. 2016 erwarb sie das Anwaltsexamen im Kanton Baselland. Seither ist sie als Rechtanwältin mit den Schwerpunkten Familien- und Arbeitsrecht tätig. Seit 2024 ist sie Mitinhaberin der Kanzlei Berger Rohrer Rechtsanwältinnen AG in Rheinfelden. Seit 2026 ist sie Mitglied im Redaktionsteam von legalis brief – Fachdienst Familienrecht.
Sie sind jüngst als Redaktionsmitglied zu legalis brief Familienrecht dazugestossen. Was war Ihre Motivation hierfür?
Als ich die Anfrage erhielt, habe ich mich sehr darüber gefreut. Ich habe in der Vergangenheit oft legalis brief Familienrecht gelesen. Ich finde es spannend immer wieder neue Gesichter von Kolleginnen und Kollegen zu sehen und über ihre Herangehensweise zu lesen. Den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen schätze ich immer besonders und neben den kantonalen Unterschieden wird man zum Nachdenken in den eigenen Fällen angeregt. Nun habe ich die Möglichkeit auch selber einen Beitrag zu leisten, worauf ich mich sehr freue.
Welchen Mehrwert sehen Sie von legalis brief gerade im Bereich des Familienrechts?
Die Gesetze und Kommentare bieten eine wichtige juristische Grundlage für uns Anwältinnen und Anwälte. Da das Familienrecht sehr dynamisch ist und die Gerichte über nicht unerhebliches Ermessen verfügen, sind aktuelle Beiträge immer besonders wichtig. Legalis brief Familienrecht bietet also eine optimale Ergänzung für den Alltag von forensisch tätigen Anwältinnen und Anwälten.
Sie haben sich bereits in der Vergangenheit für ein Interview mit legalis brief Familienrecht zur Verfügung gestellt. Haben Sie seither Ihre Arbeitsweise (insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung) als prozessierende Anwältin im Bereich des Familienrechts verändert?
Wir haben seither intern unser ganzes System umgestellt und sind nach wie vor an der Optimierung von Arbeitsabläufen und Prozessen. Die Digitalisierung bietet viele Möglichkeiten aber gerade in einer familiären Kanzlei bleibt für uns der persönliche Austausch sehr wichtig.
Haben Sie Tipps und Tricks für im Bereich des Familienrechts prozessierende Anwältinnen und Anwälte bezüglich der sich sehr schnell verändernden familiären Situationen und wie sich dies auf die jeweiligen Prozessstrategien auswirkt?
Ich finde es immer wichtig, dass man offen bleibt und sich auch auf die konkrete Lebenssituation der Familien einlässt. Viele Familien haben ein System gefunden, welches für sie stimmt. Ein bisschen Kreativität in der Handhabung ist hier von Vorteil.
Was war bisher in Ihrer Karriere der emotionalste Moment und wie gehen Sie mit den zahlreichen Emotionen der Klientschaft um?
Ich durfte bereits viele emotionale Momente erleben. Es gibt einige, welche ich nie mehr vergessen werde. Die Dankbarkeit der Klienten ist für mich die grösste Antriebskraft. Selbstverständlich gehören Emotionen zu dieser Tätigkeit dazu. Wichtig ist in meinen Augen, dass die Ängste und Nöte der Klienten ernst genommen und Ihnen gleichzeitig die juristischen Möglichkeiten kompetent aufgezeigt werden.
Nadine Grieder | legalis brief FamR 27.01.2026